Das feiern wir am Valentinstag Valentinstag 2019: Was bedeutet der Valentinstag?

Von Hermann Schnitzler

Warum feiern wir den Valentinstag? Foto: dpaWarum feiern wir den Valentinstag? Foto: dpa

Osnabrück. In jedem Jahr werden an Valentinstag Unmengen an Blumen und Pralinen verkauft. Doch was feiern wir eigentlich am „Tag der Liebenden“? Eine Erfindung der Blumenhändler? Oder steckt doch mehr dahinter?

Die Ursprünge des Valentinstags sollen im Christentum liegen. Der Gedenktag des Valentin von Terni stand bis 1969 am 14. Februar im römischen Generalkalender. Valentin von Terni soll trotz eines römischen Verbots Liebespaare nach christlichem Brauch getraut haben.

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In England glaubte man im Mittelalter, dass am 14. Februar die Paarungszeit der Vögel beginnen würde. Seitdem gilt der Tag dort als „Tag der Liebenden“. So entstand der erste Valentinstagsbrauch: Per Losverfahren wurden bestimmte Paare „gewichtelt“, die sich gegenseitig beschenken mussten.

Im 15. Jahrhundert wurde der britische Brauch, Valentinspaare zu auszulosen, von Auswanderern in die USA gebracht. Von dort kam der Brauch nach dem zweiten Weltkrieg auch nach Deutschland. Im Jahr 1950 wurde in Nürnberg der erste Valentinsball veranstaltet. Größere Bekanntheit erlangte der Valentinstag jedoch nicht durch die ausgelosten Valentinspaare, sondern durch die Werbeindustrie: Blumenhändler und Süßwarenhersteller versuchten, an diesem Tag besonders Männer zum Einkaufen zu bewegen. Diese „Tradition“ hat sich bis heute gehalten.

Valentinstagsbräuche in Europa

In England ist der Brauch seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Dabei werden Valentinspaare gebildet: Es wird ausgelost, wer wem ein Geschenk zu überreichen hat. Freut man sich über die kleine Aufmerksamkeit, sollte man sich revanchieren.

In Finnland feiert man an Valentinstag den „Tag der Freundschaft“, an dem man anderen sympathischen Menschen meist anonym Karten schickt oder kleine Geschenke schenkt.

In Italien treffen sich die Liebespaare häufig an Brücken oder Gewässern. Hier werden Liebesschlösser angebracht. Nachdem der Schlüssel ins Wasser geworfen wurde, dürfen sich die Paare etwas wünschen.

Die Stadt Chelmno in Polen gilt als die Stadt der Verliebten - hier wird eine Reliquie von Sankt Valentin aufbewahrt. Diese wird in jedem Jahr am 14. Februar ausgestellt. Nach einem großen Gottesdienst wird der Tag mit Konzerten, vielen Kerzen und tausenden von roten Luftballons gefeiert. Das Standesamt von Chelmno ist an diesem Tag auf Jahre hinaus ausgebucht.

Am 23. April, dem „Dia de St. Jordi“, feiert man in Spanien den Tag des heiligen Jordi. Der Legende nach soll er einen Drachen getötet haben. In Erinnerung an ihn erhält jede Frau eine Rose. Da an diesem Tag im Jahr 1616 der spanische Nationaldichter Miguel de Cervantes gestorben ist, sind auch Bücher ein beliebtes Valentinstagsgeschenk. ( Valentinstags-Geschenkefinder für Sie und Ihn‘‘ )

Valentinstagsbräuche in Asien

In China wird der Valentinstag als einziger Tag, an dem Liebende zueinanderfinden können, gefeiert. Einer Sage zufolge finden ein Hirtenjunge und ein Webermädchen eines nachts mithilfe der Sterne Altair und Wega zusammen.

Beim Tanabata-Fest, dem japanischen Pendant zum Valentinstag, werden die Partner und Männer mit dunkler Schokolade beschenkt. Je mehr man einen Mann mag, desto teurer sollte auch die Schokolade sein. So soll das vergangene Jahr belohnt werden: Wer nur billige Schokolade geschenkt bekommt, hat im Jahr zuvor viel falsch gemacht. Einen Monat später, am 14. März, müssen sich die Männer revanchieren: Sie müssen die weiße Schokolade mit dem gleichen Wert, den sie bekommen haben, zurückschenken.

In Saudi-Arabien ist der Valentinstag als christliches Fest, wie viele andere Bräuche auch, streng verboten. Der Verkauf von potenziellen Valentinstagsgeschenken, zum Beispiel roten Rosen, ist in den Tagen vorher verboten. Spezielle Dekorationen und Musik ist dann ebenfalls nicht erlaubt. Dies wird auch regelmäßig kontrolliert.

In Thailand ist der Valentinstag grundsätzlich erlaubt. Da dann aber zum Beispiel Küsse in der Öffentlichkeit verboten sind, ist der Brauch nicht weit verbreitet, ja geradezu verpönt: Gerüchten zufolge verlieren 80 Prozent aller thailändischen Frauen am Valentinstag ihre Unschuld. Weil Jugendliche diesen Tag häufiger feiern, gilt am Valentinstag eine Ausgangssperre für Minderjährige ab 22 Uhr.

Valentinstagsfeiern im Rest der Welt

In verschiedenen Ländern Südamerikas wird der Valentinstag, ähnlich wie bei uns der Karneval, mit Paraden und Umzügen gefeiert.

In Südafrika wird der Tag als „Tag der Liebe“ gefeiert. Junge Pärchen gehen häufig romantisch Essen. Häufig tragen sie dabei weiße und rote Kleidung - weiß steht für die Reinheit und rot für die Liebe.

In Brasilien ist hingegen eher der „Tag der Familienliebe“ gemeint. Im Haus des ältesten Familienmitglieds sitzt die ganze Familie zusammen und verbringt den Tag gemeinsam. Kleine Geschenke sind auch hier angebracht.

Die USA sind regelrecht valentinstagsverrückt. Hier haben sich quasi Wettbewerbe entwickelt: Je mehr Valentinstagskarten ein Mensch bekommt, desto beliebter ist er. Auch Pralinen und Unterwäsche werden gerne verschickt.

In Afrika wird der Valentinstag sehr öffentlich gefeiert. In vielen Ländern werden die Innenstädte der Städte mit Herzen, Blumen und Luftballons gefeiert.


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