Tipps Nach dem Fest ist vor dem Umtausch

Zwischen den Jahren werden traditionell all die Weihnachtsgeschenke umgetauscht, die nicht passen, nicht gefallen oder gleich mehrfach geschenkt wurden. Foto: dpaZwischen den Jahren werden traditionell all die Weihnachtsgeschenke umgetauscht, die nicht passen, nicht gefallen oder gleich mehrfach geschenkt wurden. Foto: dpa

Osnabrück. Am Samstag geht es los: Zwischen den Jahren werden traditionell all die Weihnachtsgeschenke umgetauscht, die nicht passen, nicht gefallen oder gleich mehrfach geschenkt wurden. Die Stadt wird dann also vermutlich fast so voll sein wie vor Weihnachten. Damit Rückgabe oder Umtausch problemlos laufen, hier die wichtigsten Regeln.

Gekauft ist gekauft!

Die schlechte Nachricht vorweg: Gekauft ist gekauft! Wer in einem Geschäft kauft, hat keinen Rechtsanspruch auf Umtausch, sofern die Ware in Ordnung ist. Etliche Geschäfte erweisen sich aber als sehr kulant, zumindest dann, wenn mit der Ware pfleglich umgegangen wurde. Ob ausschließlich umgetauscht, eine Gutschrift ausgestellt oder sogar Geld ausgezahlt wird, hängt vom guten Willen des Händlers ab. Aufgerissene Verpackungen verschlechtern die eigne Verhandlungsposition allerdings deutlich. Grundsätzlich schwierig wird es auch bei CDs und DVDs, die nicht oder nicht mehr versiegelt sind.

Im Katalog bestellt?

Anders ist es, wenn die Ware per Katalog, an der Haustür oder in einem Online-Shop gekauft wurde. Hier gibt es ein generelles 14-tägiges Rückgaberecht. Dabei zählen auch Sonn- und Feiertage mit. Fällt das Fristende auf einen Sonntag, gilt der nächste Werktag als letztmöglicher Tag.

Vorteil für Online-Käufer

Käufer im Online-Shop müssen die Rückgabe nicht begründen, es reicht das fristgerechte Absenden. Wer gewohnheitsmäßig viel bestellt und viel zurückgehen lässt, kann allerdings Ärger mit seinem Onlineshop bekommen: Amazon und Co schließen schon mal den Account von Vielumtauschern.

Auch im Online-Shop gibt es Ausnahmen

Schnell verderbliche Lebensmittel, extra angefertigte Waren und Musik-CDs und DVDs, bei denen die Versiegelung entfernt wurde, sind vom Umtausch ausgeschlossen. Auch offensichtlich benutzte oder beschädigte Ware kann für Diskussionen sorgen. Händler können Schadensersatz fordern.

Was ist mit reduzierter Ware?

Ist die Ware fehlerhaft, muss der Händler sie zurücknehmen – egal ob reduziert oder nicht. Wichtig: Nichtgefallen ist kein Fehler. Wenn eine Preisreduzierung ausdrücklich mit „Ware mit kleinen Fehlern“, „2. Wahl“ oder „Fehlfarben“ begründet wird, kann man sich nicht auf Fehler an der Ware berufen.

Muss mangelhafte Ware durch Neuware ersetzt werden?

Nein. Der Händler hat zunächst die Möglichkeit, die Ware nachzubessern und den Mangel zu beheben.

Können Apps umgetauscht werden?

Einen generellen Anspruch auf den Umtausch gibt es, ähnlich wie bei benutzter Software, nicht. Zwar muss ein Anbieter eine fehlerhafte App umtauschen. Der Nachweis und das Durchsetzen können allerdings schwierig werden.

Erfolgversprechender ist der Versuch, eine App über den Store zurück zugeben: Für Iphones geht das unter https://reportaproblem.apple .com/ : Anmelden, App wählen, auf „Problem melden“ klicken, Problem wählen und begründen, fertig. Androidnutzer gehen auf https://play.google.com/store?hl=de und wählen unter „Meine Bestellungen“ ebenfalls „Problem melden.“

Rückgabe besser vorher absprechen

Wer sich Problem ersparen will, vereinbart schon beim Kauf die Modalitäten einer möglichen Rückgabe. Rückgabe bedeutet dabei, dass es Geld zurück gibt, bei einem Umtausch, ist auch der Ersatz durch andere Waren oder Gutscheine möglich. Wie bei allen Geschäften gilt: Was man schriftlich hat, kann man besser Durchsetzen als vage mündliche Vereinbarungen. (mit Arag-Pressedienstes)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN