Kinofilme als Hoffungsträger Darum ist Lego erfolgreicher als Barbie

Von dpa



Kopenhagen. Der Lego-Kinofilm hat die Geschäfte des dänischen Spielzeugherstellers kräftig angekurbelt. Der Umsatz des Unternehmens ist in der ersten Jahreshälfte um elf Prozent gestiegen. Damit hat Lego den bisherigen Weltmarktführer Mattel vom Sockel gestoßen. Der hofft ebenfalls auf einen Kinofilm: Disneys „Eiskönigin“.

Das dänische Unternehmen Lego ist zum umsatzstärksten Spielzeughersteller der Welt aufgestiegen. Wie das Unternehmen im September mitteilte, kletterte der Umsatz im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 11,504 Milliarden dänische Kronen (1,544 Mrd Euro). Konkurrent Mattel hatte für das erste Halbjahr 2014 einen Umsatz von 2,008 Milliarden Dollar (1,528 Mrd Euro) vermeldet, also umgerechnet 16 Millionen Euro weniger als die Dänen. Ohne die Wechselkursschwankungen hätte der Umsatz bei Lego sogar um 15 Prozent zugelegt.

Mattel hofft auf die „Eiskönigin“

Auch beim Nettogewinn triumphiert Lego deutlich über Barbie-Hersteller Mattel. Der dänische Bauklötzebauer machte mit rund 2,7 Milliarden Kronen (365 Mio Euro) 14 Prozent mehr Gewinn als im ersten Halbjahr 2013. Der Nettogewinn bei Mattel lag im ersten Halbjahr nur bei rund 17 Millionen Dollar (13 Mio Euro). Mattel machen seit Monaten unter anderem schrumpfende Verkäufe des einstigen Kassenschlagers „Barbie“ sowie sinkender Absatz bei „Fisher Price“ und Spielfiguren der Reihe „Monster High“ zu schaffen. Mattel war Marktführer bei Spielzeug mit zahlreichen weltbekannten Marken, darunter Spielzeugautos von „Hot Wheels“, „Matchbox“ und „Tyco“. Der Hersteller musste aber damit kämpfen, dass viele Kinder sich lieber Smartphones oder Spielekonsolen wünschen - oder zu Lego greifen.

Mattel Firmenchef Bryan Stockton hofft auf das Weihnachtsgeschäft: „Wir haben bei einer Reihe von Initiativen deutliche Fortschritte gemacht.“ Dazu zählte er auch die Übernahme des kanadischen Lego-Rivalen Mega Brands, dem Hersteller der „Mega Blocks“. Das Unternehmen ist nach Angaben von Mattel die Nummer zwei bei Bauklötzen - allerdings mit weitem Rückstand zu Lego. Zudem könnten die „Frozen“-Figuren, die auf dem Disney-Kinofilm „Die Eiskönigin - Völlig unverfroren“ beruhen, einen Wandel hervorrufen. Er hat sich an den Kinokassen der Welt zum erfolgreichsten Zeichentrickfilm aller Zeiten entwickelt.

„Lego Movie“ als Kassenfüller

Lego hingegen verdankt seinen Verkaufsschub vor allem dem Erfolg des Kinofilms „The Lego Movie“. „Der Film hat einen wesentlichen Beitrag zu unserem guten Ergebnis geleistet“, sagte Lego-Geschäftsführer John Goodwin der dpa. Es sei aber noch nicht klar, ob sich die Entwicklung im Gesamtjahresergebnis widerspiegele. Ein Großteil der Lego-Produkte werde in der Weihnachtszeit verkauft.

Die Zusammenarbeit mit Warner Brothers will Lego fortsetzen. Ein zweiter Teil des Lego-Filmes soll 2017 in die Kinos kommen. Für 2016 ist ein Film über Legos Ninja-Spielfigurenserie „Ninjago“ angekündigt. Außerdem arbeite man an einer Kooperation mit einem Cartoon-Programm, sagte Goodwin.

Der Absatz der Plastikbausteine aus Dänemark lief weltweit gut. Europa und Nordamerika seien die wichtigsten Märkte, so Goodwin weiter. Enormes Potenzial sehe man aber in Asien. In China, wo Lego gerade eine Produktionsstätte baut, sei der Absatz um 50 Prozent gestiegen. In Europa habe man den Produktionsstandort in Tschechien weiter ausgebaut und im März ein Werk in Nyiregyhaza (Ungarn) eröffnet. In Mexiko habe Lego 1000 Arbeitsplätze geschaffen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN