zuletzt aktualisiert vor

Helden im Kinderzimmer Spielzeug: Von Conni über Schleich bis zur Monster High



Osnabrück. Früher waren es Regina Regenbogen, Optimus Prime und He-Man; heute sind es Conni, Lillifee und Baumeister Bob. Jede Ära hat ihre eigenen Helden im Kinderzimmer, die bei den Eltern nur ratloses Kopfschütteln hervorrufen. Hier eine Auflistung der aktuellen Bewohner – unter die sich auch einige Klassiker gemischt haben…

Conni: 1992 kam Cornelia „Conni” Klawitter in den Kindergarten – und seitdem füllen Bücher, Hörspiele und Filme mit den Erlebnissen des blonden Mädchens mit der roten Schleife im Haar die Kinderzimmer der Bundesrepublik. Vom Zahnarztbesuch, Pizzabacken, von der Geburt des Brüderchens bis hin zum Fußballturnier drehen sich die Geschichten, die Alltagserlebnisse kleiner Kinder so aufbereiten, dass immer alles gut ausgeht. Damit hat der produzierende Carlsen Verlag soviel Erfolg, dass es auch Bücher über Connis Leben als Schulkind und Teenager gibt - erster Kuss inklusive.

Bob der Baumeister: „Can we fix it? – Yes, we can!“ Daher hat Barack Obama also seinen Wahlslogan! Denn beim aus England stammenden „Bob the Builder“ - oder auf deutsch: „Bob der Baumeister“- heißt es in jeder Folge „Ja, wir schaffen das!“, wenn der Handwerker zusammen mit seinem Team aus sprechenden Fahrzeugen irgendetwas baut, repariert oder rettet. Manchmal darf sogar eine Frau namens Wendy mitwerkeln. Die Hörspiele und Filme tun nicht weh, können Eltern aber bei exzessiver Begeisterung der Kinder irgendwann in den Wahnsinn treiben.

Schleich: In der 1970er Jahren waren es Gummifiguren beliebter TV-Serien wie die „Schlümpfe”, heute sind es Tiere aller Arten, aber auch Ritter, Elfen und geflügelte Pferde: Die Produkte des Spielzugherstellers Schleich finden sich in fast allen Kinderzimmern wieder. Der Hauptsitz der 1935 in Baden-Württemberg gegründeten Firma ist immer noch in Schwäbisch Gmünd, allerdings ist sie heute mehrheitlich im Besitz eines französischen Finanz-Investors und lässt einen großen Teil ihrer Waren in China produzieren.

Baby Born: Sie kann weinen, Pipi machen, essen, trinken und gebadet werden. Was klingt wie eine Baby-Surrogat, das Teenies vor einer verfrühten Schwangerschaft bewahren soll, ist die Puppe Baby-Born. Das Produkt der Zapf Creation AG erfreut kleine Puppenmütter und vielleicht auch -väter seit 1991 – und sorgt ob der gefühlt tausendfachen Zusatzprodukte wie Badewanne, Fläschchen oder gar Toilette für Unruhe bei den Eltern.

Lillifee: Die kleine Blumenfee lebt in einem Blütenschloss im Zauberland Rosarien, liebt Tiere, reitet auf einem Einhorn, geht in die Zauberschule und küsst die Blumen wach. Und sie sorgt dafür, dass der Münsteraner Coppenrath-Verlag Umsatz macht. Der kümmert sich nämlich um das Merchandising des rosaroten Mädchentraums, ob in Büchern, Filmen, Stoffen, Fahrrädern, Tees, oder gar einem Musicals. Bei Eltern sorgt das für eine allergische Abneigung gegen die Farbe rosa, bei Kindern – wenn sie dieser Phase entwachsen sind–ebenfalls. Für Jungs hat der geschäftstüchtige Verlag natürlich auch etwas in petto: Der Kinderpirat Käpt’n Sharky.

Filly: Eine unheilvolle Paarung von „My little Pony” und Prinzessinnen sind die Fillys: Kleine Pferde mit Kronen, die in diversen Paralleluniversen in schlossähnlichen Häusern leben und mit einer Art Führungszeugnis (unter anderem mit Punkten für Attraktivität) verkauft werden. Dank kindlicher Sammelleidenschaft kann ein kleines Vermögen investiert werden, um alle Tierchen – es gibt mittlerweile sogar eine Seepferdchen-Reihe - zu haben. Und wer es wirklich wissen will, schaut sich die Filly-Filmchen auf Youtube an: Danach droht jedoch ein Zuckerschock im Gehirn.

Bibi & Tina: Das Leben ist kein Ponyhof, es sei denn man heißt Bibi und Tina und reitet auf Amadeus und Sabrina. War Bibi Blocksberg noch ein eher kindliches Hexenwesen mit Schabernack im Kopf, ist ihr Ableger „Bibi und Tina“ rein auf pferdeverliebte Mädchen ausgerichtet. Auf dem Martinshof erleben die beiden Freundinnen in diversen Hörspielen und Zeichentrickfolgen Abenteuer. Passend dazu gibt es auch die knallbunten Kinofilme von Detlev Buck, von denen der zweite an Weihnachten 2014 startet. Trost für die Eltern: Wenigstens spielt Olli Schulz als Bösewicht mit.

Lego: Ein dänischer Klassiker – und auch heute nicht aus den Kinderzimmern der Welt wegzudenken. Dank kluger Partnerschaften, wie der mit dem Harry-Potter-Universum und besonders der Star-Wars-Reihe, wünschen sich kleine Jungs und Mädchen immer noch die Bausteckklötzen, mit denen schon ihre Eltern spielten. Auch eigene Serien wie Ninjago – Ninjakrieger kämpfen gegen Bösewichte – laufen erfolgreich. Zudem gibt es diverse Computerspiele und Filme aus all den Themenwelten. Dazu gesellt sich mit dem von Kritik und Publikum beliebten Kinospaß „Lego-Movie“ die längste Produktwerbung der Filmgeschichte. Das unangenehme Gefühl, wenn man mit nacktem Fuß auf einen der Steine tritt, wird also auch noch in den kommenden Jahren existieren.

Hello Kitty: Entstanden vor 40 Jahren als Illustration, ist Hello Kitty zu einer internationalen Stilikone geworden, die jedes Jahr weltweit mit vielen Produkten - unter anderem Bier - Milliarden-Umsätze erzielt. Allerdings hat sie spätestens mit ihrer Ausgabe als Vibrator die Unschuld verloren. Und: Hello Kitty ist nach Angaben der Anthropologin Christine Yano von der Universität Hawaii kein Kätzchen, sondern ein britisches Schulkind. „Sie ist ein kleines Mädchen. Sie ist ein Freund. Aber sie ist keine Katze“, sagte die Wissenschaftlerin und berief sich dabei auf den japanischen Rechteinhaber Sanrio.

Monster High: Barbie gepaart mit Horrorfilmen: Auf die „Monster High“ gehen leichtbekleidete und halbtote junge Frauen. Eigentlich handelt es sich aber nur um Modepuppen mit sehr großen Köpfen und einem Hang zur Schauerromantik. Um den Verkauf der Mattel-Puppen anzukurbeln, gibt es eine TV-Serie – so wie damals bei He-Man.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN