Urheberrecht: Videos nur privat teilen App „Dubsmash“: Was ist erlaubt, was strafbar?

Von Sarah Engel


Osnabrück. Mit der neuen App Dubsmash können Nutzer lustige Videos drehen, indem sie ihre Lippen synchron zu Filmzitaten, Tiergeräuschen oder Liedausschnitten bewegen. Doch Vorsicht ist beim Teilen der Videos geboten - sobald diese den privaten Kreis verlassen, könnten Nutzer gegen das Urheberrecht verstoßen.

Wer wollte nicht schon immer einmal wie Darth Vader tönen: „Ich bin dein Vater“ oder mit der krächzenden Stimme des kleinen rothaarigen Kobolds Pumuckl das Lied der Kindersendung singen? Seit einigen Wochen macht dies die App „Dubsmash“ möglich. Nutzer der kostenlosen App können mit Filmzitaten, Tiergeräuschen oder mit Liedausschnitten eigene kleine Videos drehen und ihre Lippen synchron zu den abgespielten Klängen bewegen. Sobald das Video fertiggestellt ist, kann dieses per Whatsapp, Facebook , Instagram oder iMessage mit Freunden geteilt werden. In der App lassen sich die verschiedensten Töne finden: berühmte Zitate von Oliver Kahn, Kinderklänge der Biene Maja oder bekannte Sprüche aus Filmen und Serien.

Doch wer steckt hinter der App mit den lustigen Tönen? Jonas Drüppel, Roland Grenke und Daniel Taschik aus Berlin gründeten vor rund einem Jahr ihr Start-up Mobile Motion. Gemeinsam wollten sie eigene Videoprojekte mit einer App verwirklichen. Zum Geburtstag von Grenke kam den Jungunternehmern dann die zündende Idee. „Wir haben Roland ein eigens gebautes Nippelboard geschenkt, wie es auch Stefan Raab in seiner Sendung TV Total benutzt“, sagt Daniel Taschik, der zuvor am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut seinen Master in IT-Systems Engineering absolvierte. Der Spaß mit dem Gerät und ihr großer Hang zum Sprücheklopfen brachte die drei Männer dann auf „Dubsmash“.

Seit fünf Wochen ist die App nun bei Google Play sowie seit dem 18. November im Apple Store erhältlich. Die Downloadrate geht inzwischen in die Millionen. Dabei stellen die Unternehmer nur die App, die Sounds werden von den Nutzern hochgeladen und können dann frei verwendet werden.

Jedoch sollten User damit vorsichtig umgehen, denn eigentlich ist eine Weiterverbreitung und Veröffentlichung urheberrechtlich geschützter Werke, wie es Lieder und Zitate aus bekannten Kinofilmen meist sind, ohne entsprechende Lizenz des Urhebers verboten. Aber hier gibt es eine Ausnahme, klärt Christian Solmecke, Rechtsanwalt für IT- und Internetrecht auf, wenn die Aufnahmen ausschließlich im privaten Rahmen geteilt werden. „Nutzer haben grundsätzlich ein Recht auf Erstellung einer Privatkopie urheberrechtlich geschützter Werke und dürfen diese auch an einen ausgewählten Freundeskreis weitergeben“, sagt Solmecke. „Vorsicht ist hier bei der Verbreitung der Videobotschaften über Facebook geboten. Bei der oft sehr hohen Anzahl an Freunden wird in der Regel nicht mehr von einem privaten Rahmen im Sinne des Gesetzes ausgegangen“. Dies sollten auch Nutzer beachten, die ihre Videos auf YouTube hochladen.

Gründer Daniel Taschik weist darauf hin, dass sein Start-up nicht alle Sounds kontrollieren könne. „Aber Nutzer können einen Sound über die App melden, wenn dieser gegen das Urheberrecht verstößt“, sagt der 26-Jährige. „Dann geht unser Team das sofort an.“ Zudem biete die App auch viele Sounds, wie beispielsweise Tiergeräusche, die nicht urheberrechtlich geschützt seien. Diese gehören übrigens zu den Favoriten des Jungunternehmers. „Mit den Tiersounds sorgt man einfach immer für Lacher“, sagt Taschik.

Gewinn wirft die App der drei Gründer bislang noch nicht ab. Aktuell wird das Start-up finanziell von Business Angels unterstützt. Das Schalten von Werbung können sich die Geschäftsführer nicht vorstellen, zudem soll die App weiter kostenlos bleiben. Doch wie soll die App in Zukunft dann Geld abwerfen? „Wir können uns vorstellen, eine Premiumversion zu entwickeln“, sagt Daniel Taschik. „In die Videos könnten dann Sticker oder Texte integriert werden und das würde dann Geld kosten.“

Ein besonderes, und kostenloses, Weihnachtsgeschenk für die Nutzer von „Dubsmash“ ist momentan in Planung: Noch vor dem Fest soll es die Möglichkeit geben, Nikolausmützen in die Videos zu integrieren. Wenn User, dann noch den Sound „Hohoho“ des Weihnachtsmanns abspielen, ist das festliche Video perfekt.