„Wire“ verspricht EU-Datenschutz Skype-Gründer greift mit neuem Messenger Twitter und WhatsApp an

Kann „Wire“ den Messaging -Diensten Twitter und WhatsApp ernsthaft Konkurrenz machen ? Foto:ImagoKann „Wire“ den Messaging -Diensten Twitter und WhatsApp ernsthaft Konkurrenz machen ? Foto:Imago

Osnabrück. Ein Berliner Entwicklerteam will mit seiner App namens „Wire“ den Großen auf dem Messaging-Markt wie Twitter und WhatsApp Konkurrenz machen. Die Macher des neuen kostenlosen Messengers versprechen die Einhaltung europäischer Datenschutzbestimmungen. Alle Wire-Server befänden sich in Europa, heißt es. „Wire“ werde außerdem keine Nutzerdaten an die Werbeindustrie verkaufen.

Wie ntv-online berichtet, speichert Wire beim Abgleich von Adressbüchern nur gehashte (verschüsselte) Telefonnummern und E-Mail-Adressen.Auch Kontaktnamen werden angeblich nicht gesammelt. Nutzer könnten die Erlaubnis zum Abgleich der Adressbücher jederzeit entziehen. Wire verspricht, dann keine Daten mehr hochzuladen. Chats und VoIP-Telefonate seien durchgehend verschlüsselt. Der Dienst soll sich nach Angaben seiner Macher später über Premium-Dienste finanzieren. Details nennen sie allerdings nicht.

Schützenhilfe erhält das Entwicklerteam von niemand anderem als „Skype“ Mitbegründer Janus Friis. Deshalb sind Ähnlichkeiten mit „Skype“ wohl auch nicht zufällig: So unterstützt „Wire“, wie bei „Skype“, das inzwischen zu Microsoft gehört, Chats und VoIP-Telefonie. Über die App sollen sich außerdem Fotos teilen lassen. Video-Chats sollen nach den Berichten verschiedener Technikportale später folgen. Lieder von SoundCloud und Videos von YouTube könnten direkt in die eigenen Nachrichten eingebunden werden, heißt es weiter. Derzeit gibt es „Wire“ als App für iOS, Android und OS X. Es soll aber auch bald eine Web-App hinzukommen. Alle Nachrichten sollen ohne Zeitverzögerung auf allen Endgeräten eines Nutzers synchron bleiben.

Die Experten von „Chip Online“ halten „Wire“ für durchaus sehenswert. Anders als die Konkurrenz wie „Whatsapp oder „Skype“ stelle „Wire“ den Content seiner Nutzer in den Vordergrund, heißt es dort. Das erschließe sich eher den Jüngeren, die mit Smartphones in der Hosentasche aufgewachsen seien, als älteren Nutzern, die durch die unsichtbaren Schaltflächen überfordert sein könnten, mutmaßt das Technik-Blog TechCrunch. Noch gibt es im Wire-Netz aber offenbar noch einige Probleme. So kann die Android-App auf einigen Geräten nicht installiert werden, berichtet ntv.

Der Markt für Messaging-Angebote ist hart umkämpft. So hat Facebook vor einigen Monaten „WhatsApp“ für mehr als 16 Milliarden US-Dollar übernommen. Die Entwickler von „Wire“ sitzen zwar in Berlin, der Firmensitz des Unternehmens liegt aber in der Schweiz.


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