Beim Aufräumen, Putzen oder Warten Woher kommt der Ohrwurm, und wie wird man ihn wieder los?

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Wenn ein Lied für Stunden oder Tage nicht aus dem Kopf verschwindet, kann es ganz schön nerven. Foto: ImagoWenn ein Lied für Stunden oder Tage nicht aus dem Kopf verschwindet, kann es ganz schön nerven. Foto: Imago

Osnabrück. Jetzt läuft er wieder im Radio, der vermutlich schlimmste aller Ohrwürmer: „Last Christmas“ von Wham. Woher kommt der Ohrwurm wie wird man ihn wieder los?

Osnabrück. Jetzt läuft er wieder im Radio, der vermutlich schlimmste aller Ohrwürmer: „Last Christmas“ von Wham treibt viele Menschen nahezu in den Wahnsinn – reflexartig wird schnell das Radio ausgeschaltet. Aber woher kommen sie eigentlich, was macht sie aus, und wie wird man sie wieder los?

„Wir haben im Laufe unserer Forschung herausgefunden, dass ein Ohrwurm mehr mit dem betroffenen Menschen zu tun hat als mit der Musik, die ihn auslöst“, erklärt Jan Hemming . Er ist Musikwissenschaftler an der Universität in Kassel und gilt als Experte für Ohrwürmer: „Wir haben nach einer Ohrwurm-Formel Ausschau gehalten, aber die gibt es nicht.“

Hemming und sein Team haben vielmehr herausgefunden, dass der Mensch eine emotionale Beziehung zu einem Lied haben muss, damit es zum Ohrwurm für ihn wird – und die kann sowohl sehr positiv als auch sehr negativ sein.

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Zunächst hätten sie angenommen, dass häufiger Menschen von Ohrwürmern befallen werden, die wenig Radio hören und generell wenig mit Musik zu tun haben – dies also eine Reaktion darauf sei, dass Musik nicht präsent sei: „Mittlerweile hat sich aber genau das Gegenteil bestätigt. Menschen, die sich viel mit Musik umgeben, sensibel auf sie reagieren und denen sie etwas bedeutet, sind häufiger davon betroffen“, so Hemming.

Ohrwürmer nisten sich besonders gerne dann im Kopf ein, wenn wir uns in einer „mentalen Leerlaufphase“ befinden, wie Hemming es nennt: „Beim Aufräumen, Putzen oder Warten an der Bushaltestelle ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ohrwurm am höchsten.“ Allerdings hätten neueste Studien nun ergeben, dass sich auch in Situationen extremer Überforderung ein Ohrwurm festsetzen kann. „Das Hirn durchschreitet auf der Suche nach Lösungen die Regionen, die für Kreativität zuständig sind, und kann so auch einen Ohrwurm auslösen.“

Und wie wird man ihn nun am besten los? „Ich sage den Leuten immer, sie sollen ihre Steuererklärung machen. Aber im Grunde reicht es, sich auf etwas anderes wie etwa die Arbeit zu konzentrieren oder andere Musik zu hören“, erklärt der Musikwissenschaftler. Mit der Steuererklärung ist das so eine Sache – bei großer Überforderung könnte sie nachher erst den Ohrwurm auslösen.


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