Smartphone-Malware PornDroid-Trojaner erpresst mit Kinderpornos Nutzer

Von Waltraud Messmann

Trojaner unterwegs. Foto:ImagoTrojaner unterwegs. Foto:Imago

Osnabrück. Eine Malware-App mit dem Namen „PornDroid“ erpresst Android-Nutzer auf besonders perfide Weise: Wird die schädliche Anwendung installiert, zeigt sie kinderpornografisches Material an und sperrt das Gerät des Nutzers. Durch vermeintliche Warnungen des FBI werden die Betroffenen zusätzlich eingeschüchtert und zur Zahlung von 500 US -Dollar aufgefordert.

Nach einem Bericht von Heise Online wird die App beim Aufruf bestimmter manipulierter Webseiten automatisch heruntergeladen. Ihr Name „PornDroid“ verführe viele Nutzer, sie zu installieren. Die App gibt sich als System-Tool aus. Die Geschwindigkeit und Sicherheit von Android werde angeblich erhöht. Sie lande als APK auf dem Smartphone oder Tablet und sei als solche zunächst auch ungefährlich.

Im Zuge der Installation verlange die App dann unter anderem den Zugriff auf Telefon, Fotos, Kurznachrichten und Browser-Verlauf, berichtet Chip

_Online. Beim Start würden auch Administrator-Rechte eingefordert. Wenn der Nutzer dem zustimme, erscheine im nächsten Schritt eine Seite mit Vorschaubildern, die auf Kinderpornos verwiesen. Einem Sicherheitsforscher zufolge, der das „Kafeine“ trägt, führen die Bilder zu tatsächlich vorhandenem kinderpronografischem Videomaterial.

Jetzt wird das Smartphone gesperrt und es folgt eine Meldung in der angeblich das FBI den Nutzer bezichtigt, pornografische Webseiten besucht zu haben. Als Strafe solle der Nutzer nun innerhalb von drei Tagen 500 US-Dollar überweisen, andernfalls werde die zu zahlende Summe verdreifacht. Gezahlt werden soll per Prepaid-Kreditkarte.

Screenshots und ein durch die Frontkamera aufgenommenes Foto seien an die Strafverfolgungsbehörden übermittelt worden, wird dem Nutzer gedroht. Außerdem wird der Verlauf der zuvor besuchten Websites angezeigt.

Bislang sind hauptsächlich Nutzer in den USA Ziel der Ransomware, heißt es in Medienberichten. Wird die App über eine nicht-amerikanische IP aufgerufen, zeigt sie zwar die pornografischen Inhalte an, sperrt aber das Gerät nicht. Experten raten Nutzern, sich die Berechtigungen von Apps genau durchzulesen und zwielichtige App-Quellen zu meiden.