Alternative zu Street View? „Mapillary“: Die ganze Welt auf dem eigenen PC

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In der Region um Osnabrück kann man sich bisher nur die A1 und einen kleinen Teil der A30 online ansehen. Screenshot: noz.deIn der Region um Osnabrück kann man sich bisher nur die A1 und einen kleinen Teil der A30 online ansehen. Screenshot: noz.de

Osnabrück. Die ganze Welt im Internet zugänglich machen - das ist das ehrgeizige Ziel des schwedischen Online-Kartendienstes „Mapillary“. Das Bildmaterial sollen Freiwillige liefern. Doch nicht alle sehen das Projekt positiv.

In Google Street View kann man sich große Teile der Erde bequem online angucken. Abgelegene Orte sind aber häufig noch immer nicht richtig kartiert. Da setzt „Mapillary“ an. Wie „Technology Review“ berichtet, sollen für „Mapillary“ alle Verkehrswege auf der Erde aufgezeichnet werden. Dazu gehören nicht nur Straßen, sondern zum Beispiel auch Fußgängerzonen. Über das sogenannte „Crowdsourcing“ soll die Idee umgesetzt werden. Helfen kann jeder, der ein Smartphone besitzt und die Mapillary-App herunterlädt. Diese gibt es kostenlos für iOS und Android. Nutzer können dann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Auto die Gegend erkunden. Die App schießt automatisch in regelmäßigen Abständen Fotos. Ist ein WLAN-Zugang vorhanden, lassen sich die Bilder auf die Server von Mapillary hochladen.

Schwedisch-deutsche Kooperation

Bereits fotografierte Wege sind auf der Karte, die kostenlos von „Open Street Maps“ zur Verfügung gestellt wird, ähnlich wie bei der Google-Alternative blau eingefärbt (engl. „capillary“). Die Fotos werden automatisch aufgerufen, wenn man nah genug ranzoomt. Verantwortlich für das Projekt ist auch der deutsche Peter Neubauer . Zusammen mit vier anderen Entwicklern hat er „Mapillary“ Ende 2013 im schwedischen Malmö gegründet. Im November 2013 erschien die erste Version fürs iPhone, im Januar 2014 dann für Android. Erst seit April 2014 existiert die dazugehörige Website. Seit Mitte September werden auch 360°-Aufnahmen unterstützt.

Kritik am Datenschutz

Auf den Mapillary-Servern werden die Bilder von einem Programm per GPS-Markierung dem richtigen Ort zugeordnet. Gesichter und Nummernschilder werden mit einer Software, ähnlich wie bei Google, automatisch unkenntlich gemacht. Innerhalb von wenigen Sekunden sind die Bilder online. Eine vorherige Prüfung findet nicht statt. Ohne großen Aufwand lassen sich Bilder finden, bei denen die Gesichtserkennung anscheinend nicht funktioniert hat. Erst, wenn Bilder gemeldet wurden, bearbeiten die Entwickler die Bilder manuell. Viele Fußgänger wissen dabei gar nicht, dass sie möglicherweise von einem vorbeifahrenden Auto gefilmt wurden, und sind so im Internet zu sehen. Mapillary behält sich außerdem vor, die Daten, die die freiwilligen Nutzer generieren, an Unternehmen zu lizenzieren, um in Zukunft Geld mit dem Dienst zu verdienen.


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