Zweite Jahreshälfte ist mager Brückentage 2015: Der Mai macht’s möglich

Von Wolfgang Büser

Wer seine Urlaubstage geschickt verteilt, kann in Kombination mit Feiertagen besonders viel freie Zeit herausholen. Foto: ImagoWer seine Urlaubstage geschickt verteilt, kann in Kombination mit Feiertagen besonders viel freie Zeit herausholen. Foto: Imago

Kamen. 2015 ist ein mäßiges Jahr für diejenigen, die mit möglichst vielen Feiertagen als Brückentagen und möglichst wenigen Urlaubstagen das Maximum an arbeitsfreier Zeit herausholen wollen. Gleich zwei gesetzliche Feiertage fallen auf einen Samstag. In der ersten Jahreshälfte gibt es jedoch ein paar „Fundamente“, die zum Brückenbauen genutzt werden können. Die Möglichkeiten im Einzelnen:

Im kommenden Jahr fallen der Tag der Deutschen Einheit (am 3. Oktober) und der zweite Weihnachtsfeiertag auf einen Samstag, sodass mit ihnen kein langes Wochenende gebaut werden kann oder wenig Urlaubstage für einen Winterurlaub ausreichen – von einer 5-Tage-Woche ausgehend, mit arbeitsfreiem Samstag. Anders als in diesem Jahr: Da liegt der erste Weihnachtsfeiertag nämlich auf einem Donnerstag und der zweite auf einem Freitag. Und dann folgen der Samstag und der Sonntag.

2014 lagen die Feiertage günstiger

2015 vorne angefangen: Der Neujahrstag ist arbeitnehmerfreundlich. Denn der 1. Januar fällt 2015 auf einen Donnerstag und ist ein guter „Brückenpfeiler“. Viele werden diesen wohl bereits in den diesjährigen Ski- oder sonstigen Winterurlaub mit eingeplant haben. Insbesondere die Einwohner von Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt können sich mithilfe des Dreikönigstages – in den dortigen Bundesländern fällt der 6. Januar auf einen Dienstag – und mit zwei Urlaubstagen sechs freie Tage schaffen.

Danach geht bis Ostern nichts. Und auch einen vergleichbaren Komfort wie in diesem Jahr, als der Ostermontag und der Tag der Arbeit derart nah beieinander- lagen, dass mit nur acht Urlaubstagen 17 Tage „frei geräumt“ werden konnten, suchen die Brückenbauer für 2015 vergeblich. Denn der erste Frühlingsvollmond, an dem sich das christliche Auferstehungsfest orientiert, ist nächstes Jahr zwei Wochen früher als 2014. Somit fällt Karfreitag auf den 3. und Ostermontag auf den 6. April. Soll dieses Osterwochenende mit dem 1.-Mai-Feiertag verbunden werden, so müssten 18 Urlaubstage eingetragen werden – dann allerdings für stolze 31 freie Tage.

Wird der 1. Mai 2015 mit Christi Himmelfahrt am 14. Mai und dem darauf folgenden Wochenende verbunden, so reichen neun Urlaubstage, um auf 17 zusammenhängende freie Tage zu kommen. „Verhältnismäßig besser“ ist es, sich zwischen Christi Himmelfahrt (14. Mai) und Pfingstmontag (25. Mai) eine Brücke zu bauen: Mit sechs Urlaubstagen können in Kombination mit den Feiertagen zwölf Tage ununterbrochene Auszeit erreicht werden.

Fronleichnam am 4. Juni ist kein bundeseinheitlicher Feiertag. Er gilt nur in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie in einigen weniger katholisch geprägten Gemeinden Sachsens und Thüringens. Wird dort vom 26. Mai bis zum 3. Juni Urlaub beantragt, so sind durch den Einsatz von sieben Urlaubstagen insgesamt 13 freie Tage zu erzielen. Wird auch noch der 5. Juni (ein Freitag) hinzugenommen, so werden es sogar 16 freie Tage.

Normalerweise ergibt sich am 3. Oktober mit dem bundesweiten Tag der Deutschen Einheit wieder eine Möglichkeit für eine Brücke – nicht hingegen in 2015. Der 3. Oktober fällt auf einen Samstag. „Arbeitgeberfreundlich“ geht es weiter. Sowohl der protestantische Reformationstag am 31. Oktober (der im Osten der Republik gefeiert wird) als auch das katholische Allerheiligen am 1. November (in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland) sind im kommenden Jahr keine Werktage, sondern fallen auf das Wochenende.

In der zweiten Jahreshälfte 2015 gibt es für Arbeitnehmer keine richtige Möglichkeit, Freizeitbrücken zu bauen. Eine Ausnahme: Die Sachsen haben sich vor 20 Jahren für den Erhalt des Buß- und Bettages ausgesprochen, der stets mittwochs gefeiert wird und eine „sächsische Brücke“ bringen kann.

Eine perfekte Konstellation zu Weihnachten gibt es immer dann, wenn die beiden Weihnachtsfeiertage auf Mittwoch und Donnerstag fallen, sodass ein Urlaubstag am 27. Dezember reicht, um mit dem darauffolgenden Wochenende einen fünftägigen Freiraum zu bekommen. Darauf ist bis Dezember 2019 zu warten.

2015 ist es aber noch „erträglich“. Der erste Weihnachtsfeiertag ist ein Freitag, der zweite am Samstag – aus Arbeitnehmersicht – jedoch „verschenkt“. Auch hier vorausgesetzt, er wäre ohnehin kein Arbeitstag.

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