Ebay-Auktion abgebrochen Einen Euro auf Auto geboten: BGH gibt Ebay-Bieter recht

Von Waltraud Messmann

Im Streit um eine abgebrochene Versteigerung im Internetauktionshauses Ebay hat der Bundesgerichtshof jetzt zu Gunsten des Bieters entschieden. Foto: dpaIm Streit um eine abgebrochene Versteigerung im Internetauktionshauses Ebay hat der Bundesgerichtshof jetzt zu Gunsten des Bieters entschieden. Foto: dpa

Osnabrück. Nun bestätigt auch der Bundesgerichtshof in Karlsruhe: Anbieter, die eine laufende Auktion auf eBay abbrechen, können vom bis dahin Höchstbietenden auf Schadensersatz verklagt werden.

Der BGH bestätigte damit ein Urteil des Thüringer Oberlandesgerichts. Das hatte dem Bieter einen Schadensersatz in Höhe des Wertes des versteigerten Wagens zugesprochen. - insgesamt 5.250 Euro.

Im verhandelten Fall ging es um einen VW Passat, der mit einem Mindestgebot von einem Euro auf eBay ausgeschrieben wurde - ein Gebot in der entsprechenden Höhe gab es auch schon, als der Verkäufer die Auktion abbrach. Der Besitzer wollte seinen Wagen während der schon laufenden Versteigerung plötzlich nicht mehr verkaufen. Der Anbieter darf die Auktion nicht vorzeitig beenden und das Fahrzeug anderweitig verkaufen, hat nun der BGH entschieden (Aktenzeichen VIII ZR 42/14)

Für das Fahrzeug hatte der Verkäufer ein Mindestgebot von einem Euro festgesetzt. Einige Stunden später konnte er das Auto aber anderweitig für 4.200 Euro verkaufen und zog sein Internetangebot daraufhin zurück. Zu dem Zeitpunkt hatte jemand bei der Versteigerung bereits einen Euro auf den Pkw geboten - das bis dahin höchste Gebot.Zuvor hatte bereits das Thüringer Oberlandesgericht in Jena (Aktenzeichen 7 U 399/13) dem Bieter recht gegeben.

Ähnlich hatte in einem anderen Fall auch das Oberlandesgericht (OLG) Hamm geurteilt. Konkret ging es um einen Gewerbetreibenden, der auf eBay einen gebrauchten Gabelstapler zum Preis von einem Euro angeboten hatte. Ein Mann aus Wittenberg gab daraufhin sein Gebot mit einem Maximalgebot von 345 Euro an. Während die Auktion noch lief, fand der Anbieter einen Käufer für den Gabelstapler und veräußerte ihn für 5.355 Euro. Anschließend brach er die Internet-Auktion ab. Zu dem Zeitpunkt war der Wittenberger mit 301 Euro Höchstbietender.

Als er den Abbruch der Auktion bemerkte, forderte er vom Anbieter Schadensersatz wegen Nichterfüllung. Der weigerte sich aber. Das Landgericht Bielefeld sprach dem Bieter später 5054 Euro Schadensersatz zu. Das OLG Hamm bestätigte die Entscheidung.