Web-Umzug nach Großrazzia Illegale Film-Plattform Boerse.bz ist offline

Von Meike Baars

Das Link-Tauschportal Boerse.bz ist offline. Screenshot: noz.deDas Link-Tauschportal Boerse.bz ist offline. Screenshot: noz.de

Osnabrück. Das Linkverzeichnis Boerse.bz ist im Netz nicht mehr erreichbar. Die Betreiber reagierten mit dem Schritt auf den zunehmenden Druck der Strafverfolger auf illegale Film- und Serienportale. In der vergangenen Woche waren bei einer Großrazzia im Zusammenhang mit Boerse.bz 121 Wohnungen durchsucht worden. Auch in Wallenhorst hatten die Beamten ein Objekt im Visier. Unter neuer Adresse ist derweil ein Boerse-Nachfolger online.

Millionen von Nutzern sollen in den vergangenen Jahren auf das Download-Verzeichnis Boerse.bz zugegriffen haben. Dort bekamen sie Links zu Tausenden raubkopierten Filmen, Serien, Computerspielen und E-Books. Nun ist die Seite offline: Die Betreiber zogen den Stecker. Auf der Seite hinterließen sie eine Abschieds-Botschaft: „* 2008 † 2014. Tschüss! Aufgrund der aktuellen Vorfälle haben wir uns entschlossen das Forum zu schließen. Vielen Dank für die tollen Jahre :)“

Bundesweite Razzia

Die kurze Nachricht verlinkt auf eine Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Köln. Die hatte in der vergangenen Woche eine bundesweite Razzia koordiniert. Im Visier: die Hintermänner und Uploader, die mutmaßlich hinter Boerse.bz stecken. Ihnen wird die gewerbsmäßige Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials vorgeworfen.

Durchsuchung in Wallenhorst

In 14 von 16 Bundesländern durchsuchten die Polizisten Wohnungen und stellten Beweismittel sicher, die den Tatvorwurf bestätigen sollen. Darunter: Computer, Festplatten und DVDs. In Niedersachsen durchsuchten die Beamten insgesamt 14 Objekte, darunter eines in Wallenhorst und eines in Nordhorn. Bis die Polizei das konfiszierte Material ausgewertet hat, werden noch Monate vergehen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft unserer Redaktion am Mittwoch.

Schon vor der Razzia hatte es bei Boerse.bz Sicherheitsmaßnahmen gegeben. Dass das Portal umziehen würde, hatten die Betreiber schon länger angekündigt. Die Nachfolge-Plattform ist bereits online.

„Einschläge kommen näher“

Für die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die die Spiel- und Filmindustrie unterstützt, ist der formelle Rückzug dennoch ein Erfolg. „Wir freuen uns über das Verschwinden von boerse.bz. Mit ihrem Verhalten folgen ihre Betreiber den Regeln allgemeiner „Verbrecherlogik“: Wenn die Einschläge näher kommen, weichen sie dem steigenden Verfolgungsdruck aus, indem sie versuchen, abzutauchen“, sagte GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy.

Vor Boerse.bz war bereits das Tauschforum leecher.to offline gegangen. Auch hier wird vermutet, dass sich die Betreiber einer Strafverfolgung entziehen wollten.