Nichtraucherzone & Rückenlage Sechs Tipps, um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen

Von Corinna Berghahn

Kuscheln ja, aber zum Schlafen sollte das Kind in ein eigenes Bettchen im Zimmer der Eltern gelegt werden. Idealerweise in Rückenlage. Foto: ColourboxKuscheln ja, aber zum Schlafen sollte das Kind in ein eigenes Bettchen im Zimmer der Eltern gelegt werden. Idealerweise in Rückenlage. Foto: Colourbox

Osnabrück. Die Ursachen für den plötzlichen Kindstod sind nach wie vor ungeklärt. Studien, in denen seine Umstände analysiert wurden, gegen aber Hinweis, wie man ihm vorbeugen könnte. Hier nun sechs Tipps.

- Falls Sie rauchen: hören Sie schon in der Schwangerschaft auf und erklären Sie nach der Geburt die Umgebung Ihres Babys zur kompletten Nichtraucherzone.

- Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen nur in die Rückenlage.

- Lassen Sie ihr Kind mit im Elternzimmer schlafen, aber nie mit im Bett der Eltern. Es kann dort zu warm werden.

- Halten Sie den Schlafraum des Kindes kühl: 18 Grad Raumtemperatur reichen völlig aus.

- Weniger ist mehr bei der Gestaltung des Babybettchens: Also keine Stofftiere, kein Nestchen, kein Schaffell. Und das Kind in einem Schlafsack betten.

- Gehen Sie mit Ihrem Kind zu allen Vorsorgeuntersuchungen und fragen Sie dort aktiv nach, wenn Sie etwas beunruhigt oder Sie etwas nicht verstehen.

- Und wenn Eltern ihr Kind leblos im Bettchen finden? „Versuchen Sie ihr Kind zu wecken, vielleicht indem Sie es streicheln oder etwas kneifen oder die Fußsohlen massieren. Oder Sie nehmen es auf den Arm und pusten es an“, rät Mediziner Volkmar Kunde vom Christlichen Kinderhospital Osnabrück. Heftiges Schütteln sollte jedoch - trotz Panik - unbedingt vermieden werden, denn dies kann ein lebensbedrohliches Schütteltrauma bei Kindern auslösen.


Die Diagnose „plötzlicher Kindstod“ ist eine Ausschlussdiagnose: Sie wird dann getroffen, wenn alle weiteren Todesursachen ausgeschlossen werden können. Er ist auch unter der aus dem Englischen hergeleiteten Abkürzung SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) bekannt.

Eine gute Nachricht ist, dass die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes seit 1998 einen Rückgang um 64 Prozent auf 215 Fälle im Jahr 2008 festgestellt hat. Seitdem geht diese Kurve weiter nach unten: Im Jahr 2012 starben bundesweit 131 Säuglinge am plötzlichen Kindstod.