Muster bei Musik ähneln sich Menschen und Vögel Ton in Ton

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Bremen. Vögel schmettern keine Arien, und Menschen können nicht das Tirilieren eines Rotkehlchens oder einer Nachtigall nachmachen. Beim ersten Höreindruck scheinen die Gesänge von Federtier und Homo sapiens sehr unterschiedlich zu sein. Doch österreichische Wissenschaftler haben nun ermittelt: In den entscheidenden Punkten stimmen sie tatsächlich überein.

Die Einsiedlerdrossel ist in Nordamerika geradezu berühmt für ihre besonderen Sangeskünste. Jedes Jahr fliegen ihre Männchen im Frühling auf die höchsten Baumwipfel, um sich dort zur dicken Federkugel aufzuplustern und ebenso einzigartige wie ausdauernde Konzerte zu geben, die man noch in kilometerweiter Entfernung hören kann. Ein ideales Forschungsobjekt, wenn man etwas über das Gezwitscher von Vögeln erfahren will. Und deswegen haben sich Biologen der Universität Wien 14 Einsiedlerdrosseln näher angehört und deren Gesang schließlich mit der Musik des Menschen verglichen.

Dabei zeigte sich, dass der Vogel Töne verwendet, die durch ganzzahlige Verhältnisse miteinander in Beziehung stehen. Das heißt: Wenn er etwa einen Grundton von 440 Hertz hat, dann finden sich in den folgenden Tönen Frequenzen, die ein ganzzahliges Vielfaches von 440 Hz sind, also beispielsweise 880 oder 4400 Hz, aber eben nicht 550 oder 3230 Hz. Solch ein Tonhöhensystem findet man auch in den meisten menschlichen Musikkulturen, wie beispielsweise in der weithin bekannten Dur-Tonleiter.

Wie viele Vögel es in Deutschland gibt, hat der Nabu ermittelt ››

Stellt sich nur noch die Frage, warum die Drossel solch ein System benutzt, denn sie könnte aufgrund ihres flexiblen Stimmapparats auch andere Töne verwenden. „Wir vermuten, dass die Männchen aktiv ihre Tonhöhen für den Gesang aussuchen“, betont Studienleiter Tecumseh Fitch. Und dabei bevorzugen sie die ganzzahligen Tonreihen, weil die vom Weibchen besser registriert und abgespeichert werden, sodass es sich eine Art Gesangsbibliothek aufbauen und die einzelnen Männchen miteinander vergleichen kann.

Dass sich der Vogel seine Tonreihe hingegen vom Menschen abgehört hat, kann man getrost ausschließen. Denn die Federtiere singen in der Naturgeschichte schon weitaus länger als der Zweibeiner, der sich umgekehrt musikalisch immer wieder vom Gezwitscher um sich herum inspirieren lässt. So flötet der Flageolettzaunkönig im menschenfeindlichen Amazonasregenwald Passagen, die große Ähnlichkeit mit Melodien von Bach oder Haydn haben. Er singt von Natur aus perfekte Quinten, Oktaven und andere harmonische Intervalle.

Wolfgang Amadeus Mozart hatte übrigens einen Käfig mit einem unentwegt trällernden Star in seinem Arbeitszimmer stehen. Musikhistoriker sind sich mittlerweile sicher, dass der Vogel und der Komponist beim Komponieren des legendären Sextetts „Der musikalische Spaß“ intensiv zusammengearbeitet haben.


Auch zu Beginn des Jahres 2014 hatte der Naturschutzbund Nabu wieder zur Zählung der Wintervögel aufgerufen. Vom 9.bis zum 11.Januar nahmen 75 000 Teilnehmer an der Aktion teil. 2015 findet die sogenannte Stunde der Wintervögel vom 9. bis 11. Januar statt. Dann wird sich zeigen, ob sich im Verhältnis zum Januar 2014 an der Population etwas geändert hat.

Damals gingen Meldungen aus 53.000 Gärten und Parks mit zwei Millionen gezählten Vögeln ein. Gemessen an der Einwohnerzahl waren die Vogelfreunde in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am fleißigsten.

Viele Vogelarten wurden deutlich seltener beobachtet als im Vorwinter, im Durchschnitt wurden 38 Vögel je Garten notiert. Dabei eroberte der Haussperling trotz Verlusten den Spitzenrang von der Kohlmeise zurück, dahinter platzierte sich erneut die Blaumeise knapp vor dem Feldsperling, gefolgt von Amsel, Grünfink und Buchfink. Elster, Rabenkrähe und Rotkehlchen kompletieren die Top 10.

Insgesamt wurden 169 verschiedene Arten gemeldet, auf die zehn häufigsten entfielen aber rund 75 Prozent der Individuen. Genau auf diese häufigen und allgemein bekannten Vögel kommt es uns mit der Aktion besonders an. Wir wollen herausfinden, wie sich die Allerweltsvögel in unseren Gärten entwickeln.

Ergänzt wurde die heimische Vogelwelt von Wintergästen aus Nord- und Osteuropa, zum Beispiel von Bergfinken, Rotdrosseln, Seidenschwänzen.

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