Wege zum Umzug und zurück abgedeckt Welche Versicherung haftet beim Martinsumzug?

Von Wolfgang Büser

Eltern sollten die Aufsichtspflicht klären. Foto: dpaEltern sollten die Aufsichtspflicht klären. Foto: dpa

Kamen. Kinderaugen und bunte Laternen leuchten, wenn um den Sankt-Martin-Tag am 11. November herum viele Kinder durch die Straßen ziehen. Selten passiert dabei etwas. Wenn doch, ist es gut zu wissen, wer wofür haftet. Und: Welche Versicherung greift für welchen Fall?

Wird der Umzug vom Kindergarten oder von der Grundschule veranstaltet, so stehen die Kinder, die Erzieher und Lehrer sowie die beauftragten ehrenamtlichen Helfer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das machen die Landes-Unfallkassen deutlich, die unter anderem für Kinder in Kindergärten und Schulen zuständig sind. Versichert sind auch die Wege zum Umzug und zurück nach Hause.

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Nicht vom Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung umfasst sind bei solchen Veranstaltungen die Eltern, Besucher oder Kinder, die nicht zum Kindergarten oder zur Schule gehören. Ebenfalls ein privates Risiko sind Umwege auf dem Hin- oder Rückweg. Hier würde nur eine private Unfallversicherung greifen oder – bei Fremdverschulden – der Verursacher beziehungsweise dessen private Haftpflichtversicherung (vorausgesetzt, eine solche Police besteht). Bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug natürlich die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Für die Eltern ist es wichtig, im Vorfeld des Umzugs die Frage der Aufsichtspflicht zu klären. Verursacht ein teilnehmendes Kind einen Schaden, so wird im Rahmen der Schuldfrage später geklärt, wer gegebenenfalls die Aufsichtspflicht verletzt hat. Diese Aufsichtspflicht liegt grundsätzlich beim Veranstalter. Nehmen Eltern aktiv teil, so sollte zwischen der Einrichtungsleitung und den Eltern genau abgesteckt werden, wann die Pflicht zur Aufsicht für die Eltern beginnt – und wann sie endet. Und das am besten schriftlich.

Der Geschäftsführer der Unfallkasse Berlin, Wolfgang Atzler, appelliert an die Eltern, dass sie darauf achten sollen, dass Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer die Kinder gut sehen können. Deswegen seien Reflektoren und helle Kleidung unentbehrlich in Dämmerung und Dunkelheit – für die Kinder genauso wie für die ehrenamtlichen Helfer. Mittlerweile haben sich dafür Warnwesten etabliert. Faustregel: Silberne oder weiße Reflektoren leuchten heller als rote oder grüne. Anhänger sollten an einem kurzen Band (maximal fünf Zentimeter) hängen.

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Entsteht durch das Sankt-Martin-Feuer oder durch Fackeln ein Personen- oder Sachschaden, so hat der Veranstalter hoffentlich eine Veranstalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen. Und wird der Umzug durch einen Reiterverein oder durch eine Privatperson mit einem Pferd begleitet, so sollte der Veranstalter darauf achten, dass der Reiter über eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abgesichert ist. Selbst bei erfahrenen Reitern haben schon die Pferde – irritiert von den vielen Menschen oder ungewohnten Lichtern – gescheut.

Ist ein Schaden entstanden, so sollte dieser unverzüglich dem Veranstalter gemeldet werden. Dabei sind Zeugen unerlässlich. Denn: Wurde der Hergang des Schadens von anderen beobachtet, dann hilft das ungemein, die Schuldfrage zu klären – und den Schaden zügig zu regulieren.