Landgericht Berlin: Facebook lässt Nutzer über Datenweitergabe im Dunkeln

Die Nutzer im Dunkeln lässt Facebook nach Ansicht des Landgerichts in seinem App-Zentrum über die umfassende Datenweitergabe an App-Anbieter. Foto: ReutersDie Nutzer im Dunkeln lässt Facebook nach Ansicht des Landgerichts in seinem App-Zentrum über die umfassende Datenweitergabe an App-Anbieter. Foto: Reuters

Osnabrück. Nutzer werden in Facebooks App-Zentrum nach Ansicht des Landgerichts Berlin nicht ausreichend über die umfassende Datenweitergabe an App-Anbieter informiert. Die Einwilligung erfolge nicht bewusst und sei damit rechtswidrig, heißt es in einer Entscheidung des Gerichts, mit der ein bereits im September 2013 ergangenes Versäumnisurteil bestätigt wird.

Der Bundeszentrale Verbraucherverband (vzbv) begrüßte die Entscheidung. „Drittanbieter erhalten durch die Einwilligung umfassende Zugriffsrechte auf das Profil und die Kontakte von Facebook-Nutzern, ohne dass sich die Nutzer darüber bewusst sind“, betont Michaela Zinke, Referentin für Datenschutz im Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt beim vzbv. „Der Nutzer sagt mit dem Klick auf den Button nicht nur ‚Spiel spielen‘, sondern auch ‚Hier sind alle meine Daten‘.“

Eine solche umfassende Datenweitergabe an Dritte erfordere nach deutschem Recht eine bewusste und informierte Einwilligung eines Nutzers. Nach Auffassung des vzbv ist das bei der Betätigung des Buttons „Spiel spielen“ oder „An Handy laden“ nicht gegeben. Das Landgericht Berlin habe dies mit seinem Urteil bestätigt.

Das Urteil vom 28.Oktober ist aber noch nicht rechtskräftig. Der vzbv geht davon aus, dass Facebook Berufung einlegen wird.

In seinem eigenen App-Zentrum bietet Facebook die Möglichkeit an, zahlreiche Apps von Drittanbietern zu nutzen. Dazu gehören beliebte Spiele wie FarmVille oder Café World, Umfragen oder Ratespiele. Durch Klicken auf den Button „Spiel spielen“ oder „An Handy laden“ wird die Einwilligung des Nutzers zur umfassenden Datennutzung und -weitergabe unterstellt. Eine Auflistung der Daten, die der App-Anbieter erheben und nutzen will, befindet sich unterhalb des Buttons in kleiner, hellgrauer Schrift. App-Anbieter erhalten danach beispielsweise die Erlaubnis, auf den Chat, die Informationen zu Freunden und die persönlichen Kontaktdaten zuzugreifen, sowie auf der Pinnwand des Nutzers zu posten.


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