Nach blauem „gelesen“-Haken WhatsApp in der Kritik: Gibt es Alternativen?

Von Kim Gerecht

Der Messaging-Dienst WhatsApp sorgt mit einer neuen Lesebestätigung für Wirbel im Netz. Foto: ImagoDer Messaging-Dienst WhatsApp sorgt mit einer neuen Lesebestätigung für Wirbel im Netz. Foto: Imago

Osnabrück. Der Messaging-Dienst WhatsApp sorgt mit einer neuen Lesebestätigung für Wirbel im Netz. Der „blaue Haken“ lässt Ausreden wie „Ich habe deine Nachricht gar nicht gesehen...“ nicht mehr zu.

Auf Twitter erreichte #WhatsApp in Deutschland am Donnerstag unter den meistgenutzten Hashtags Rang fünf – nur getoppt vom bundesweiten Topthema Bahnstreik ( #twitfahrzentrale , #gdlstreik , #Weselsky und #Bahnstreik.) Auch in Online-Netzwerken und Foren machten Nutzer ihrem Ärger über die neuen Häkchen Luft, die manche als Eingriff in ihre Privatsphäre interpretierten.

Nicht zum ersten Mal steht der Messenger in der Kritik , doch so richtig trennen mag sich auch niemand.

Dabei gibt es Alternativen: Vor wenigen Wochen kündigte der japanische Anbieter Line eine Expansion in den deutschen Markt an. Und auch die Deutsche Post AG hat mit SimsMe einen Konkurrenz-Dienst auf den Markt gebracht. Dieser setzt auf Datenschutz: Interessant ist der Selbstzerstörungsmodus. Damit wurde schon die Anwendung Snapchat berühmt, bei der nach einigen Sekunden die Bilder, die man dort hochgeladen hatte, wieder gelöscht werden. Auch bei SimsMe ist das möglich. Es ist auch einstellbar, ob die Nachrichten nach zehn Sekunden oder bei einer bestimmten Uhrzeit gelöscht werden sollen.

Auch Threema brüstet sich mit Datensicherheit: die Kurznachrichten-App der Schweizer Firma Kasper Systems. „Echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung garantiert, dass niemand außer dem vorgesehenen Empfänger die Nachricht lesen kann“, heißt es auf der Firmenhomepage.

Wer gar keine Lust mehr auf herkömmliche Messengerdienste hat, sollte sich „Emojli“ anschauen. Hier wird nicht mir Worten, sondern mit Smileys kommuniziert.


Die App-Familie von Facebook

Es gibt eine ganze Reihe von Facebook-Apps, mit denen das Online-Netzwerk in jeder Lebenslage präsent sein will. Einige der beliebtesten Smartphone-Programme zum Fotografieren und Chatten gehören zum Facebook-Universum.

Facebook Messenger: Die Chat-Funktion von Facebook wurde in eine eigenständige Anwendung ausgekoppelt und soll nicht mehr über die allgemeine App benutzt werden. Mittlerweile hat der Messenger laut Facebook über 200 Millionen Nutzer.

Instagram: Mit der Foto-App knipsen 200 Millionen Nutzer pro Monat Bilder. Die können sie dann mit Farbfiltern bearbeiten und von Online-Freunden kommentieren lassen. Instagram gehört seit 2012 zu Facebook. Mark Zuckerberg ließ sich den Zukauf rund 750 Millionen Dollar vor allem in Aktien kosten.

Slingshot: Eine weitere Foto-App von Facebook. Um Fotos anzusehen, müssen Nutzer zuerst ein eigenes Bild an den Absender zurückschicken. Die geöffneten Fotos verschwinden innerhalb weniger Sekunden. Damit reagierte Facebook auf den Erfolg von Snapchat in den USA. Auch dort verschwinden die Bilder binnen Sekunden wieder vom Bildschirm.

Poke: Auch bei dieser Foto-App verschwanden die Bilder nach kurzer Zeit. Facebook hatte Poke seit 2012 im Angebot. Die App wurde zwei Jahre später mangels Erfolgs aus den Download-Plattformen entfernt.

Paper:Mit dieser Facebook-App können Nutzer Einträge ihrer Freunde und andere Inhalten lesen. Sie ähnelt der App Flipboard, die ebenfalls Informationen aus verschiedenen Quellen in schickem Design präsentiert und zum digitalen Blättern einlädt. Facebook brachte die iPhone-App Anfang 2014 zunächst nur in den USA heraus.

WhatsApp: Facebook will die Chat-App für spektakuläre 19 Milliarden Dollar kaufen. Nach Stand von April hatte WhatsApp über 500 Millionen Nutzer. Nach der Kauf-Ankündigung von Facebook Anfang des Jahres luden sich viele Menschen alternative Nachrichten-Apps herunter.