Kalte Luft nicht schädlich Sport im Winter ist gut für die Gesundheit

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Osnabrück. Wenn im Winter die Temperaturen fallen, fällt es Freizeitsportlern manchmal schwer, sich trotzdem zum Bewegen im Freien aufzuraffen. Doch den inneren Schweinehund zu überwinden lohnt sich: Nach dem Sport fühlt man sich nicht nur gut, es ist auch gut für das Immunsystem.

Dass Sporttreiben im Freien bei niedrigen Temperaturen schädlich ist, stimmt nicht – zumindest, wenn man ein paar Dinge beachtet, sagt Herbert Löllgen, Internist, Kardiologe und Sportmediziner aus Remscheid. Wichtig sei zunächst, regelmäßig Sport zu treiben. „Dann ist Sport im Freien auch im Winter gesund, da die Abhärtung sehr effektiv ist“, erklärt Löllgen, der Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) ist. Sportler stärken so ihr Immunsystem.

Auch vor der kalten Luft müssen Sportler keine Angst haben. Diese einzuatmen sei nicht gefährlich: „Die kalte Luft verteilt sich auf sehr viele Bronchien und wird so schnell erwärmt“, erklärt Löllgen. In der Luftröhre ist die Luft zwar noch kalt. Wer regelmäßig Sport treibt, dem mache das aber nichts. Der Trick, durch die Nase ein- und durch den Mund auszuatmen, um die Luft schneller zu erwärmen, sei zwar theoretisch gut – bei hoher körperlicher Belastung aber nicht umzusetzen. „Es schadet aber nicht, mit offenem Mund zu atmen“, beruhigt der Mediziner.

Vorsicht sei jedoch bei Nebel geboten. Denn bei einem hohen Verkehrsaufkommen könne sich Smog bilden, der zu einer Atemwegsreizung führen könne. Wer dennoch nicht auf die Einheit verzichten möchte, sollte sie auf den Morgen oder Abend verlegen.

Besonders wichtig bei Kälte ist die entsprechende Kleidung. Löllgen empfiehlt den sogenannten Zwiebellook: mehrere dünne Schichten übereinander. Von dicker Kleidung rät der Mediziner ab. Wem umgezogen bereits richtig warm ist, bevor er mit dem Sport begonnen hat, ist zu warm angezogen. „Man sollte beim Laufen während der ersten Kilometer aber auch nicht frieren“, sagt Löllgen. Radfahrer sollten den Fahrtwind bedenken, der sehr unangenehm sein kann.

Da der Körper die meiste Wärme über den Kopf verliert, rät der Mediziner zu einer Mütze. Diese sollte während der gesamten Trainingszeit getragen werden. Denn sind die Haare nass geschwitzt, droht sonst eine Erkältung.

Um Husten und Schnupfen zu vermeiden, sollten Sportler direkt nach der Einheit die verschwitzten Sachen ausziehen und sich duschen. Jogger sollten zusehen, dass sie nach dem Lauf nicht erst noch weit gehen muss, bis sie zu Hause sind. „Lieber die letzten 300, 400 Metern der Strecke langsam laufen, um sich abzukühlen“, sagt Löllgen. Ein Schlussspurt sei besonders bei Kälte schlecht für die Muskeln.

So wie Sportler die Einheit am besten mit geringer Intensität abschließen, beginnen sie auch langsam. Falsch sei es, direkt mit Vollgas durchzustarten. „Besser erst fünf bis zehn Minuten warmlaufen“, rät Löllgen, der selbst auch im Winter joggen geht.

Um Verletzungen etwa durch Stürze zu vermeiden, empfiehlt der Mediziner, im Hellen Laufen, Walken oder Radfahren zu gehen. Wer oft die gleiche Strecke benutzt, kenne zwar die Risiken. Doch wenn Laub glatte Stellen oder Löcher bedeckt, werde es gefährlich. Ist der Boden rutschig, sollte man das Tempo reduzieren. Schuhe mit gutem Profil sorgen für mehr Haftung. Generell gilt: Auf sich selbst hören und nur das machen, was man sich zutraut und einem Spaß macht. „Auch Spazierengehen ist gut für die Gesundheit.“


Rund 9000 Ärzte sind Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Damit ist die DGSP nach eigenen Angaben eine der größten wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften Deutschlands. „Die DGSP ist die zentrale Institution Deutschlands auf den Gebieten der Sportmedizin sowie der Gesundheitsförderung und Prävention durch körperliche Aktivität und Bewegung“, heißt es auf der Internetseite. Der DGSP geht es darum, Bewegung und Sport als integralen Bestandteil der Gesundheitsförderung in der Gesellschaft zu etablieren und die Inaktivität zu reduzieren.

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