Nachwirkung von Razzien? Leecher.to geht offline - Experten warnen Nutzer

Von Waltraud Messmann

Vor allem Uploader laufen Gefahr, die Aufmerksamkeit von Strafverfolgern zu erregen. Foto:ImagoVor allem Uploader laufen Gefahr, die Aufmerksamkeit von Strafverfolgern zu erregen. Foto:Imago

Osnabrück. Das Filesharing-Portal Leecher.to ist unerwartet offline gegangen. Gründe für das Verschwinden des Forums sind bislang nicht bekannt. Nach Ansicht von Experten hat Leecher aber vermutlich als Reaktion auf Razzien in der deutschen Filesharing-Szene den Stecker gezogen.

Bei dem Portal Leecher handelte es sich ähnlich wie bei Boerse.bz um ein Forum, über das User Download-Links austauschen konnten. Bei Boerse.bz hatte es bereits am Dienstag eine Großrazzia gegeben.Außerdem hatten Verhaftungen unter den Betreibern der Streaming-Portale kinox.to und movie4k.to für Schlagzeilen gesorgt.

Damit spitzt sich nach Ansicht von Experten die Situation rund um Filesharing weiter zu. Der Kölner IT-Experte Christian Solmecke warnt gegenüber der Computerzeitschrift CHIP eindringlich vor der Nutzung von Tauschbörsen und Download-Portalen: „Im Moment Vorsicht, Finger weg von den Tauschbörsen und Finger weg von diesen Download-Portalen! Die ersten Betroffenen sollen schon ausgepackt haben, wir gehen davon aus, dass es weitere Hausdurchsuchungen geben wird“, zitiert ihn das Magazin. Vor allem Uploader liefen Gefahr, die Aufmerksamkeit von Strafverfolgern zu erregen.

Auch der Hamburger Rechtsanwalt Alexander Wachs , der nach eigenen Angaben einige Personen vertritt, bei denen am Dienstag im Zusammenhang mit dem Fall Boerse.bz eine Hausdurchsuchung stattgefunden hatte, warnt die Uploader: „Die haben jetzt wohl tatsächlich ein Problem“, sagt er gegenüber unserer Redaktion. Anders sei das jedoch bei den reinen Nutzern. Diese könnten zwar theoretisch in Anspruch genommen werden, so der Experte: „Das ist aber technisch schwer, rechtlich schwer und zuletzt auch wirtschaftlich nicht lohnenswert.“ Wachs rät den Nutzern zukünftig entsprechende Seiten zu meiden: „Das Downloaden ist keine rechtliche Grauzone sondern eine Urheberrechtsverletzung.“


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