Bescheide der Rentenversicherung Wenn die Mütterrente später kommt...

Von Wolfgang Büser

Neue Bescheide der Rentenversicherung zur Mütterrente werfen Fragen auf. Foto: ImagoNeue Bescheide der Rentenversicherung zur Mütterrente werfen Fragen auf. Foto: Imago

Kamen. Das Rentenpaket ist geöffnet: Bei den ersten Rentnerinnen, die vor 1992 Kinder geboren haben, ist die Mütterrente bereits angekommen. Frauen dagegen, die die oben genannte Bedingung zwar erfüllen, aber das Rentenalter noch nicht erreicht haben, erhalten stattdessen derzeit Bescheide der Rentenversicherung. Und diese werfen Fragen auf.

In den Schreiben wird ihnen mitgeteilt, welche Kindererziehungszeiten für sie vorgemerkt sind. So heißt es zum Beispiel: „Für Ihr Kind X“, geboren am 12.4.1980, wird als „Kindererziehungszeit vorgemerkt“ die Zeit vom 1. Mai 1981 bis 30. April 1982. Das entspricht im Grundsatz den bereits Rente beziehenden Müttern. Sie bekamen pro Kind einen zusätzlichen „Rentenpunkt“ gutgeschrieben, der in den allermeisten Fällen zu einer höheren Rente um rund 25 Euro netto pro Kind führte.

Diese Mütter bekamen den Betrag dann voll angerechnet, wenn am Ende des zwölften Lebensmonats ihres Kindes bereits die Kindererziehungszeit für den damaligen Höchstzeitraum von einem Jahr (je Kind) auf dem Rentenkonto gutgeschrieben worden war. Das „voll angerechnet“ bezieht sich auf jedes Kinder – unabhängig davon, ob das betreffende Kind das zweite Lebensjahr nur zum Teil überlebt hatte. Bei den Müttern, die ihren Start in die Rente noch vor sich haben, ist das nicht immer so. Hat das Kind beispielsweise das zweite Lebensjahr nicht überlebt, so fällt die Mütterrente für dieses zweite Jahr (für diesen zweiten „Rentenpunkt“) entsprechend geringer aus. Ist es also zum Beispiel nach einem Jahr und sechs Monaten gestorben, so werden nur noch sechs weitere Monate für das zweite Lebensjahr an Kindererziehungszeit angerechnet. Umgerechnet in „Rentenpunkte“, bedeutet das in diesem Fall, dass die Gutschrift auf dem Rentenkonto nur einen halben Punkt, also circa 14,31 Euro, ausmacht (abzüglich der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung von etwa 10 Prozent.)

Die Höhe der Rentengutschrift steht so im Detail nicht in den derzeit verschickten Bescheiden der Rentenversicherung. Dies deshalb nicht, weil „über die Anrechnung und Bewertung der Daten erst bei Feststellung einer Leistung entschieden wird“. Die individuelle Berücksichtigung der Kindererziehungszeit für das zweite Lebensjahr hätte an sich auch für die bereits Rente beziehenden Mütter vorgenommen werden können. Wegen des damit verbundenen Riesenaufwandes wurde darauf aber verzichtet.

Die derzeit noch aktiven Mütter, die ihre Rente aber vielleicht schon im Blick haben, wird das nicht trösten, sollten sie durch die – nun mit ihrer Rentenzubilligung vorzunehmenden - Berechnung ihrer Kindererziehungszeit nicht den vollen Rentenpunkt gutgeschrieben bekommen.

Mütter, die sich beraten lassen wollen, können dies unter anderem über dieKostenlose Beratung unter Tel. 0800/100048055