Melancholie auf vier Pfoten Forscher: Hunde können Pessimisten sein

Ein optimistischer und somit risikofreudiger Hund eignet sich besonders für Aufgaben, die Mut erfordern. Foto: ImagoEin optimistischer und somit risikofreudiger Hund eignet sich besonders für Aufgaben, die Mut erfordern. Foto: Imago

Bremen. Auch wenn sie manchmal beißen, knurren und bellen: Man kennt Hunde eigentlich als wedelnde Vierbeiner, die stets gut gelaunt und bester Dinge sind. Doch auch unter ihnen gibt es, wie australische Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben, ausgesprochene Pessimisten.

Das Forscherteam der University of Sydney brachte seinen Versuchshunden zunächst bei, einen hohen und einen zwei Oktaven tieferen Ton mit einem positiven oder negativen Ereignis zu verknüpfen: Nach dem hohen bekamen sie ein Leckerli und nach dem tiefen nur langweiliges Wasser. Dieses Training führte schnell dazu, dass die Hunde beim hohen Ton durch ihr Verhalten, beispielsweise durch Schwanzwedeln, Vorfreude ausdrückten, während sie beim tiefen Ton uninteressiert blieben. Doch danach wurde ihnen ein Ton vorgespielt, der exakt zwischen dem ersten fürs Leckerli und dem zweiten fürs Wasser lag.

Mehr Optimisten

Das Ergebnis: Einige Hunde zeigten Freude, waren also optimistisch, wenn sie den neuen Ton hörten. Andere hingegen blieben uninteressiert, sie wurden daher von den Forschern als Pessimisten eingestuft.

Insgesamt waren die Optimisten etwas in der Überzahl, doch Studienleiterin Melissa Starling möchte diesen Befund nicht auf alle Hunde übertragen. Denn von den 40 Versuchsvierbeinern führten gerade mal 20 alle Tests durch, die von ihnen gefordert wurden. Das schwächt natürlich die statistische Aussagekraft. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es überhaupt optimistische und pessimistische Hunde gibt.

Was aber nicht heißen soll, dass die Pessimisten depressive Merkmale zeigen würden. „Doch sie verhalten sich vergleichsweise risikoscheu“, so Starling, „lassen sich nach Enttäuschungen schneller entmutigen“. Die Optimistenhunde hingegen resignieren weniger nach Misserfolgen, verhalten sich eher als Draufgänger.

Für private Hundehalter dürften diese Erkenntnisse keine Konsequenzen haben, denn sie lieben ja ihren Vierbeiner unabhängig davon, wie er drauf ist. Aber für die Hundeausbildung könnte die Studie schon einen Nutzen haben.

Denn Risikofreude prädestiniert zum Jagd- und Spürhund, während der auf Nummer sicher gehende Skeptiker sich besser zum Blindenhund eignet, weil er beispielsweise zuverlässig vor roten Ampeln stehen bleibt.

Mit einem Wesenstest könnte man nun feststellen, ob ein Tier eher der optimistische oder der pessimistische Typ ist. Und damit auch einschätzen, für welche Aufgabe der Hund besonders geeignet ist. Dies könnte in der Ausbildung viel Zeit und Mühe sparen.