Fragen und Antworten Experten raten ab jetzt zur Grippeschutzimpfung

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Experten raten zur rechtzeitigen Grippeschutzimpfung. Foto: dpaExperten raten zur rechtzeitigen Grippeschutzimpfung. Foto: dpa

Berlin. Die vergangene Grippesaison war ungewöhnlich schwach, doch die nächste könnte wieder stärker ausfallen: Experten raten deshalb auch in diesem Herbst zur rechtzeitigen Grippeschutzimpfung. Wir haben die typischen Fragen und Antworten zum Thema Grippe und Grippeschutzimpfung zusammengetragen.

Was ist Grippe?

Eine „echte Grippe“ wird durch Influenza-Viren ausgelöst. Der Verlauf ist deutlich schwerer als zum Beispiel beim grippalen Infekt. Die echte Grippe kann für Menschen mit geschwächtem oder noch nicht voll ausgeprägtem Immunsystem tödlich verlaufen.

Wie verläuft eine Grippe?

Die Inkubationszeit ist schwankt zwischen Stunden und Tagen. Die Symptome treten oft plötzlich auf und dauern meist zwischen 5 und 14 Tage. Oft kommen weiter Komplikationen hinzu, meist durch bakterielle Infektionen, die im geschwächten Körper leichtes Spiel haben. Da Grippeviren stark mutieren, führt eine Erkrankung nicht zur Immunität.

Was sind die Symptome?

Typisch ist ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl im ganzen Körper, hohes Fieber bis 40 Grad Celsius, Schüttelfrost , Kopfschmerzen und Müdigkeit, Gliederschmerzen, Augentränen, trockener Husten, trockene Kehle, angeschwollene Nasenschleimhaut, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Wie werden Grippeviren übertragen?

Influenza-Viren werden durch Tröpfchen oder Kontakt übertragen. Auch deshalb sind Influenza-Viren hochansteckend. Klimaanlagen könne die Ausbreitung fördern.

Wann ist Grippe ansteckend?

Besonders kurz bevor die Erkrankten die Grippe-Symptome selbst bemerken ist Grippe hochansteckend.

Warum kommen die Grippenwellen immer im Herbst und Winter?

Das trifft nur auf Europa zu. In Asien tritt die Grippe durchgehend auf. „Wir gehen davon aus, dass wir bei kühlem Wetter anfälliger für Infektionen sind“, erklärt der Virologe Stephan Ludwig die Grippewellen in Europa, „und wir bewegen uns im Herbst und Winter öfter in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen auf engem Raum.“ Damit steige dann die Ansteckungsgefahr.

Ist eine Impfung sinnvoll?

Ein klares ja, auch wenn durch die hohe Mutationsrate der Influenza-Viren damit eine Ansteckung nicht völlig ausgeschlossen ist.

Wer sollte sich impfen lassen?

Vor allem ältere Menschen über 60 Jahre und Personen mit Grunderkrankungen wie Diabetes oder Asthma sowie medizinisches Personal, raten das Robert Koch-Institut, das Paul-Ehrlich-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Bei Kleinkindern im Alter von 6 Monaten bis 23 Monaten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland die Grippeimpfung nur im Ausnahmefall, zum Beipiel bei einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens.

Können sich Schwangere impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Das unterstreicht auch Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte: Durch eine Influenza bestehe ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt sowie für Komplikationen wie eine Lungenentzündung. Die Impfung mit den in Deutschland zugelassenen Stoffen für Erwachsene sei grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich.

Welche Auswirkungen hat die Impfung auf ungeborene Kinder?

Der Impfschutz während der Schwangerschaft wirkt sich auch auf das Kind nach der Geburt aus: Die Antikörper, die die Frau über die Gebärmutter weitergibt, verleihen dem Neugeborenen in den ersten Monaten einen gewissen Schutz. Die Impfstoffe selbst sind für Kinder unter sechs Monate noch nicht zugelassen.

Wann sollte geimpft werden?

Der beste Zeitraum zur Impfung ist Oktober und November. Der saisonale Impfstoff setzt sich stets aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden Virustypen zusammen - in diesem Jahr ist er identisch mit dem des Vorjahres. Trotzdem raten die Experten, sich erneut impfen zu lassen, weil der Schutz vermutlich nur eine Saison anhalte.

Was gibt es für Impfstoffe?

Neben den seit Jahren zugelassenen trivalenten Inaktivat-Impfstoffen und dem Impfstoff für Personen über 65 mit Wirkverstärker gibt es in dieser Saison laut Robert-Koch-Institut zwei tetravalente Impfstoffe. Bei einem dieser Impfstoffe handelt es sich um den als Nasenspray anzuwendenden Impfstoff für Kinder/Jugendliche von drei bis 17 Jahren. Weiterhin gibt es einen Zellkultur-Impfstoff (Hühnereiweißallergiker) und zwei intradermale Impfstoffe. Eine Übersicht der Impfstoffe mit Altersangaben gibt es auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts zur Verfügung.

Wirkt eine Impfung?

Das hängt davon ab, ob die im Impfstoff enthaltenen Virusvarianten den tatsächlich zirkulierenden Grippeviren entsprechen. Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung gibt es als Broschüre zum Download. Personen ab 60 Jahre sowie Menschen mit verschiedenen Grunderkrankungen sollten bei der Grippeimpfung auch den Impfschutz gegen Pneumokokken, sprich: die Erreger von bakteriell verursachten Lungenentzündungen, überprüfen lassen.

Ab wann ist man geschützt?

Nach der Impfung ist der Impfschutz in 10 bis 14 Tagen aufgebaut.

Wer bezahlt die Impfung?

Oft übernehmen Krankenkassen oder der Arbeitgeber die Kosten für eine Grippeschutzimpfung. Für Menschen ab 60 Jahren werden die Kosten von allen Krankenkassen getragen. Die Kasse zahlt nicht? Eine Grippeschutzimpfung kostet zwischen 20 und 30 Euro.

Was kann man sonst noch tun?

Die BZgA informiert im „Erregersteckbrief“ zur Grippe neben der Impfung auch über Hygienemaßnahmen: Gründliches Händewaschen und das Abstandhalten zu niesenden oder hustenden Personen sind wichtige Verhaltensmaßnahmen zum Grippeschutz. Wenn möglich sollte enger Kontakt zu Erkrankten vermieden werden. Die ausführlichen Informationen der BZgA zur Schutzimpfung sind unter www.impfen-info.de/grippe abrufbar.

Und wenn man die Grippe dann doch hat?

Kranke sollten auf jeden Fall zum Arzt gehen. Oft unterschätzte Risiken einer Grippe-Erkrankung sind Komplikationen wie Lungen-Entzündung oder Herzmuskelerkrankungen.

Warum werden Grippe Viren nicht wie die Pocken ausgerottet?

Was bei Pocken funktioniert hat, ist bei Grippe-Viren nicht möglich. Sie gelten als nicht ausrottbar, denn sie haben weltweit als Lebensgrundlage ein großes Reservoir an wildlebenden Wasservögeln, erläutert der Virologe Stephan Ludwig.

Ich habe trotzdem noch Bedenken …

Das Robert Koch-Institut hat 20 Einwände und Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zum Thema Impfungen zusammengestellt.

(mit dpa, wikipedia und Materialien des Robert Koch-Instituts, des Paul-Ehrlich-Instituts, der Ständigen Impfkommission und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)


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