Auch Tiere können lachen Delfine quietschen vor Freude

Der große Tümmler gehört zu den Schnellmerkern im Tierreich. Foto: ImagoDer große Tümmler gehört zu den Schnellmerkern im Tierreich. Foto: Imago

Bremen. Man kennt den stets fröhlich schnatternden Flipper aus dem Fernsehen, und in Zooaufführungen kann man seine Artgenossen auf dem Wasser tanzen sehen. Doch sind Delfine wirklich fröhlich?

Eine amerikanische Studie zeigt, dass sie offenbar tatsächlich lachen können – aber das Schnattern gehört nicht dazu.

Der amerikanische Meeresbiologe Sam Ridgway beschäftigt sich schon seit fünf Jahrzehnten mit dem Verhalten von Delfinen . Dabei ist ihm aufgefallen, dass sie jedes Mal, wenn sie für eine erfolgreich gelöste Aufgabe einen Fisch erhalten hatten, eine Kaskade von Quietschtönen abgaben. Aber er interpretierte das zunächst als Signal, mit dem sie sich untereinander über Futterquellen informieren. Denn dass Zahnwale als ausgeprägt soziale Wesen so etwas tun, ist schon länger bekannt. Doch vor etwa zwei Jahren beschloss Ridgway, den Motiven für das Quietschen näher auf den Grund zu gehen.

Er untersuchte, ob das eigentümliche Geräusch auch dann noch erklang, wenn die Tiere den Belohnungsfisch nicht direkt erhielten, sondern ihnen zunächst nur mit einem Pfiff angezeigt wurde, dass sie ihre Aufgabe gelöst und damit später eine Belohnung verdient hatten.

Delfine sind nicht nur klug, sondern auch mutig.

Und tatsächlich: Der Pfiff allein reichte schon, um die Delfine quietschen zu lassen. „Sie taten es jeweils mit einer Verzögerung von 150 Millisekunden“, berichtet Ridgway. Und das sei typisch für Reaktionen, die über den Botenstoff Dopamin im Belohnungszentrum des Hirns ablaufen. „Kontext und Timing sprechen dafür“, so Ridgway, „dass die Quietscher Ausdruck einer Belohnungserwartung sind.“ Sie besäßen also einen emotionalen Gehalt und dienten dem Meeressäuger dazu, der Welt seine Freude mitzuteilen.

Einzigartig ist er freilich damit in der Tierwelt nicht. So wissen Wissenschaftler auch vom Lachen der Ratten, die dabei in den Schallfrequenzen so hoch gehen, dass zwar nicht der Mensch, aber die Katze darauf aufmerksam wird. Und Ridgway konnte bei Beluga-Walen ähnlich wie bei den Delfinen beobachten, dass sie in der Erwartung von Futter freudige Quietschtöne abgeben. Allerdings dauerte es bei ihnen mit 250 Millisekunden ein wenig länger. Aber dass Delfine zu den Schnellmerkern gehören, ist ja schon bekannt.