Störfaktor Mondlicht Osnabrücker fing Polarlicht noch an der Nordseeküste ein

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Osnabrück.Zu viel Mond, zu niedrig, zu bergig: Die für die Nacht von Freitag auf Samstag prophezeiten Polarlichter waren kaum zu sehen. Es sei denn, man wäre an die Nordseeküste gefahren: Dort haben Mitglieder der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Osnabrück Polarlichter gesehen und fotografiert.

Aus dem Odenwald war ein Hobbyastronom nach Osnabrück gereist, um die für die Nacht von Freitag auf Samstag in Aussicht gestellten Polarlichter am Himmel über unserer Region zu beobachten. Und tatsächlich – es hat sie gegeben. Das bestätigt Andreas Hänel, Planetariumsleiter im Museum am Schölberg. Allerdings, mit bloßem Auge seien sie wohl nur an einigen dunklen Stellen und von geübten Beobachtern zu sehen gewesen. „Das Licht war einfach zu schwach und das Mondlicht hat zu sehr gestört“, bedauert Hänel.

Da das Polarlicht in relativ geringer Höhe stattgefunden habe, musste der nördliche Horizont frei von Bergen, Häusern oder Bäumen sein, erklärt der Experte. „Und aus genau diesem Grunde sind einige Mitglieder der astronomischen Arbeitsgemeinschaft Osnabrück dann auch an die Küste gefahren.“ Unter ihnen auch Martin Steinbeiser, der sich am Samstagabend auf den Weg nach Bensersiel an der Nordseeküste machte. Dort gelang es ihm, mit einer digitalen Spiegelreflexkamera mit lichtstarkem Objektiv den roten Schein des Polarlichtes festzuhalten (siehe Foto). Im Rechner habe Steinbeißer dafür lediglich den Kontrast im Bild noch etwas verstärkt, erläutert Hänel. „Mit bloßem Auge war das aber auch dort nicht zu sehen.“ Im Nordwesten von Hamburg soll das Polarlicht allerdings tatsächlich gut sichtbar gewesen sein.

Das beste Foto von Sonnensturm und Polarlichtem schickte allerdings unser Mann im All, Alexander Gerst, Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS, an die Europäische Weltraumbehörde ESA. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Gerst, er habe beim Blick aus der Internationalen Raumstation ISS oft feuchte Augen. „Auch wenn man es hundertmal gesehen hat, kann einen ein orbitaler Sonnenaufgang oder eine Aurora (Polarlicht), durch die man fliegt, zu Tränen rühren.“

Das Polarlicht ist eine Folge von Eruptionen auf der Sonne. Nach einem solchen Ausbruch am 10. September rasten elektromagnetische Teilchen mit vier Millionen Kilometer pro Stunde auf die Erde zu. Sie führten beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre zu den vor allem aus Nordeuropa bekannten spektakulären Leuchterscheinungen.


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