NOZ-Fotoblog Instagram und Co: Foto-und Video-Sharing-Apps

Von Bastian Klenke


Osnabrück. Smartphone zücken, ein Foto machen, das Ganze schnell bearbeiten und eben fix im Netz teilen: Mit den passenden Apps ist das heute eine Sache von Sekunden. Neben den populärsten Foto-Apps beleuchten wir im NOZ-Fotoblog diese Woche auch die rechtlichen und kommerziellen Aspekte der Foto-Apps und Sharingdienste.

Liebe Fotofreunde,

Diaabende oder stundenlanges Blättern in Fotoalben haben im digitalen Zeitalter nahezu ausgedient. Das schnelle Foto mit dem Smartphone wird heute direkt über entsprechende Apps geknipst, bearbeitet und mit dem Rest der Welt geteilt. Doch mit welcher App verbreite ich mein Foto am besten und welches Programm bietet was?

Instagram: Aktuell ist Instagram wohl die populärste mobile Fotoverteilungs-Apps. Die kostenlose Anwendung für Android und iOS ist seit 2010 auf dem Markt und gehört seit April 2012 zur Facebook-Familie. Augenscheinlichstes Merkmal bei Instagram ist das Format: Bilder und Videos haben eine quadratische Form.

Die App funktioniert dabei denkbar einfach: Der Nutzer kann entweder direkt mit der App fotografieren und filmen oder Bilder und Videos aus dem Speicher des Endgerätes in seinen Mikroblog laden und anschließend bearbeiten. Dafür stehen dem Nutzer 19 verschiedene Filter für Fotos und 13 Videofilter zur Verfügung. Anschließend können die Bilder in der Instagram-Community veröffentlicht werden und auf Facebook, Twitter, Tumblr und Flickr eingebunden werden.

Der User kann zusätzlich zwischen zwei Privatsphäre-Einstellungen wählen, ob er seinen Account und seine Fotos öffentlich sichtbar macht oder nur für befreundete Nutzer freischaltet. Wie in sozialen Netzwerken üblich, können andere Mitglieder die Fotos „liken“ und Kommentare hinterlassen. Allerdings sollten die Nutzer bei Instagram auf die eingeräumten Rechte achten: Wer Instagram nutzt und Bilder darüber teilt, sollte sich auch bewusst sein, dass zum Beispiel Facebook die geteilten Bilder auch außerhalb des Netzwerkes einsetzen kann.

Derzeit hat Instagram weltweit über 150 Millionen Nutzer mit über 20 Milliarden Fotos.

EyeEm: Besonders im Bereich der Apps für Android und iOS ist der Markt aber mittlerweile schon unübersichtlich groß geworden. So bieten immer mehr Apps immer mehr Filter ( Tadaa oder Pixlr-o-matic ) und Funktionen ( Hipstamatic oder Camera+ ) an.

Aus Deutschland tritt unter anderem EyeEm aus Berlin als Alternative zu Instagram an. Die Foto-Sharing-Filter-App versucht sich vor allem durch die Qualität der Inhalte gegenüber Instragram abzuheben. So sammelt EyeEm zu jedem Foto möglichst viele Daten, um dem Nutzer passgenaue Stichwörter vorzuschlagen, um so jedes Bild möglichst genau zu beschreiben oder zu „taggen“. Zusätzlich erhalten die Fotografen Hinweise zu anderen Nutzer hinsichtlich gemeinsamer Region und der Motive.

EyeEm profitierte vor allem 2012 in den USA von der Verärgerung der Nutzer gegen die mittlerweile wieder korrigierte Datenschutzerklärung von Instagram. So war EyeEm kurzzeitig nach YouTube die beliebteste App im US-App-Store.

Was ist eine App?

Pin it oder Pic it – die kommerzielle Seite der Fotosharing-Dienste

Pinterest und Piccing: Den kommerziellen Aspekt des Fotosharing machen sich die Netzwerke Pinterest und Piccing aus den USA zunutze.

Pinterest ist mit rund 70 Millionen Nutzern hinter Facebook und Twitter aktuell das beliebteste soziale Netzwerk. Besonders Online-Shops haben Pinterest als Online-Katalog für sich entdeckt. Bilder von aktuellen Modetrends können hier schnell geteilt und an die eigenen Boards „gepint“ werden. Anbieter verlinken die Bilder dann direkt mit der entsprechenden Seite in ihren Online-Shops.

Einen Schritt weiter geht Piccing . Hier steht ebenfalls nicht mehr das Foto im Mittelpunkt, sondern das Teilen, Finden und Gefunden werden. Die Nutzer können ihre Bilder nicht nur teilen, sondern auch Gegenstände auf diesen markieren und so direkt zum anbietenden Shop gelangen. Piccing-Mitglieder empfehlen sich so per Bild gegenseitig Modetrends, Lifestyle-Produkte, Restaurants und Clubs. Dahinter steht zusätzlich ein Provisionsmodell. Daran verdient nicht nur Piccing, sondern zukünftig auch der Artikel-empfehlende Nutzer.

Rechtliche Fragen bei Apps

Neben den Bildrechten, die viele Apps verlangen, fordern die Apps oftmals auch weitere Rechte der Smartphone-Besitzer, z. B auslesen der gespeicherten Rufnummern, Standorte, kompletter Zugriff auf Telefonspeicher und Protokolle.

Auch hier sollte der Nutzer stets auf die einzuräumenden Zugriffsrechte der Apps achten. Gerade kostenfreie Apps lassen sich die Programmierarbeit mit Nutzerdaten bezahlen. Die Gratis-Taschenlampen-App „Brightest Flashlight“ hat unerlaubt Daten über Aufenthaltsort und das Gerät der Nutzer gespeichert und an Werbenetzwerke weitergegeben. Die App wurde mindestens 50 Millionen mal heruntergeladen, wie die Statistik zeigt.

Seit dem Betriebssystem iOS6 für Apple-Produkte haben es die Nutzer hier leichter. Berechtigungen für soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, sowie der Zugriff auf die Ortungsdienste, Kontakte, Kalender, Erinnerungen, Fotos und Bluetooth-Verbindungen können unter den Einstellungen individuell kontrolliert und reglementiert werden.

Android-Nutzer sind hier im Nachteil. Hier geht nur alles oder nichts. Mit der Android-Version 4.4.2 entzieht Google den Nutzern die Möglichkeit, den installierten Apps eingeräumte Rechte wieder zu verweigern. Android-Nutzern bleibt nur die Option, kritische Anwendungen zu deinstallieren oder ihr Gerät zu rooten , um die Kontrolle über die App-Rechte zurückzuerhalten.

Für das Betriebssystem Android hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik einen „ Exkurs: App-Berechtigungen bei Android “ in Netz gestellt.

Rechtliche Hinweise und Tipps in Bezug auf Nutzungsrechte von hochgeladenen Fotos finden Sie hier ››

Viel Spaß beim Fotografieren, bearbeiten, taggen und teilen.

Gut Licht!

Bastian Klenke

Weitere Beiträge zur Fotografie finden sich unter www.noz.de/fotografieren .