Sparbrief und Festgeld Finanztipp: Mit festen Zinsen mehr Sparertrag

Anfang September ist der Leitzins wieder gesenkt worden. Foto: dpaAnfang September ist der Leitzins wieder gesenkt worden. Foto: dpa

Schondorf. Deutsche Sparer stöhnen über die niedrigen Zinssätze, die ihnen ihre Bank oder Sparkasse anbietet. Das muss nicht sein, denn einige Geldhäuser zeigen sich großzügiger.

Schondorf. Deutsche Sparer stöhnen über die niedrigen Zinssätze, die ihnen ihre Bank oder Sparkasse anbietet. Das muss nicht sein, denn einige Geldhäuser zeigen sich großzügiger.

Geldanlagen mit wirklichem Wertzuwachs: Sparer, die ihr Geld für einige Monate oder Jahre zu festen Zinsen anlegen möchten, sollten vor allem zwei Anlageformen ins Auge fassen: Sparbrief und Festgeld, wobei sich die beiden Anlageformen praktisch kaum unterscheiden. In der Vergangenheit gab es für Sparbriefe oft höhere Zinsen, derzeit sind die beiden Gattungen praktisch gleich, was die Zinshöhe anbelangt. Grundsätzlich richtet sich der Sparbrief vornehmlich an Bankkunden, die ihr Erspartes für ein paar Jahre parken möchten. Die VTB Direktbank würde 2,1 Prozent Zinsen pro Jahr zahlen. Bei einer Anlagesumme von 10000 Euro ist der Sparer nach drei Jahren um mehr als 640 Euro reicher. Zum Vergleich: Für ein ähnliches Produkt bei einer niedersächsischen Sparkasse gibt es bei einer Verzinsung von 0,05 Prozent nach drei Jahren gerade einmal eine Kiste Bier samt Pfand. Wer sich schon früher etwas gönnen möchte, sollte sich umsehen, welche Geldhäuser für Festgeld bis maximal ein Jahr die höchsten Zinssätze bieten. So kann mit 1,77 Prozent Zinsen für einen Anlagehorizont von sechs Monaten die Bank 11 mit Sitz in Neuss überzeugen. Aber auch die Deutsche Bank kommt mit weit überdurchschnittlichen 1,25 Prozent um die Ecke.

Hohe Zinsen, und das garantiert: Viele Sparer fragen sich, ob das Geld bei der VTB Direktbank, Deniz-Bank und Vakif Bank auch sicher sind, schließlich sind die Geldinstitute eher unbekannt. Die Antwort: ein klares Ja. Die genannten ausländischen Banken unterliegen der sogenannten Einlagensicherung des Staates, in dem sie sitzen. In diesem Fall ist das Österreich. Die Banken zahlen in einen gemeinsamen Topf ein. Sollte ein Institut so stark in Schieflage kommen, dass die Einlagen der Kunden weg wären, erhalten die Kunden der Bank ihr Geld aus diesem Fonds zurück. Außerdem bürgen die Staaten für Einlagen bis 100000 Euro.

Sparen mit kleinem Budget: Anleger mit beschränkten finanziellen Mitteln oder mit einem konkreten Sparziel können mit einem Banksparplan ein kleines Vermögen ersparen. Einige Banken fordern eine Mindesteinzahlung von monatlich 25 Euro, andere wollen 50 Euro. Wer hierbei auf feste Zinsen baut und einen langen Atem hat, kann bei Top-Anbietern mehr als drei Prozent einfahren. Tipp: Fragen Sie vorab bei Ihrer Bank nach, ob Sie Sondereinzahlungen tätigen können.

Die ganz besondere Einlagensicherung: Wer der Einlagensicherung nicht traut, sondern lieber auf sichtbare Werte zur Absicherung setzen möchte, legt sich einen Pfandbrief zu. Die Einlagen sind dort nämlich durch Immobilien und Grundstücke besichert. Der Grund: Sie werden in aller Regel von Hypothekenbanken herausgegeben, die diese Gelder an Kreditnehmer weiterreichen. Die Bank haftet Ihnen gegenüber mit den Immobilien anderer Leute. Wenn diese Immobilien nicht gerade total ab vom Schuss liegen, ist das eine wertvolle Absicherung. „Pfandbriefe sind unserer Meinung nach weiterhin eine sehr attraktive Anlageklasse mit hoher Sicherheit und einer höheren Verzinsung gegenüber Staatsanleihen“, sagt Andrew Bosomworth, Leiter der Geldanlageabteilung bei Pimco Deutschland, einer Rentenfondsgesellschaft der Allianz. So dürfen sich Inhaber eines Pfandbriefs auch ohne Wohneigentum ein bisschen wie Hauseigentümer fühlen.

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