Klassiker als Vorbild Mauerhüpfer: Mensch ärgere Dich noch mehr

Von Karsten Grosser


Osnabrück. „Mensch ärgere Dich nicht“ gehört zu den bekanntesten Gesellschaftsspielen in Deutschland – und das auch noch 100 Jahre nach dem Start der Serienproduktion. Der Verlag Schmidt Spiele nutzt nun im Jubiläumsjahr die Beliebtheit des Klassikers, um mit der Marke weiter zu punkten. „Mauerhüpfer“ und ein „Mensch ärgere Dich nicht“-Kartenspiel ergänzen die Produktpalette. Eine willkommene Abwechslung - zumindest teilweise.

Mauerhüpfer: Statt über einen Rundkurs wie beim Vorbild laufen die Figuren bei „Mauerhüpfer“ wie bei einem 100-Meter-Rennen einem gemeinsamen Ziel entgegen. Nur: Es stehen reichlich Mauern im Weg, die umkurvt werden müssen. Oder aber bei geeignetem Würfelergebnis übersprungen werden können. Welche Zahlen dafür nötig sind, steht auf den Mauerteilen. Das „Mauerhüpfen“ ist sehr lohnenswert, denn damit lässt sich der Weg abkürzen. Aber auch sonst nimmt diese „Mensch ärgere Dich nicht“-Variante Tempo auf, denn: Wer dran ist, würfelt mit zwei Würfeln. Mit Glück kann eine Figur in einem Zug fast die Hälfte der Strecke zurücklegen. Außerdem ist Rückwärtslaufen erlaubt, sodass auch in beide Richtungen rausgeschmissen werden darf. Die zusätzlichen Bewegungsmöglichkeiten verlangen von den Spielern bei „Mauerhüpfer“ mehr Aufmerksamkeit als das doch oft eintönige und zähe „Mensch ärgere Dich nicht“. Die kürzere Spielzeit und mehr Interaktionen zwischen den Mitspielern machen die Neuheit zur besseren Alternative für Spielrunden, in denen die Kleinsten zumindest die erste Klasse schon absolviert haben. – Bewertung: ++o (empfehlenswert).

Mauerhüpfer (Schmidt Spiele) von Norbert Tauscher ist für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren. Eine Partie dauert etwa 20 bis 30 Minuten. UVP: 19,99 Euro. Hier geht es zur Spielregel.

100 Jahre Mensch ärgere Dich nicht

Mensch ärgere Dich nicht – Das Kartenspiel: Hier werden Würfelkarten ausgespielt, um Zahlenkarten zu sammeln. Der Wert einer Würfelkarte wird immer zu der in einer Reihe zuletzt platzierten Zahlenkarte addiert, um zu berechnen, welche Zahlenkarte man als nächstes dazulegen darf. Anfangs liegen die Punkte bringenden Zahlenkarten alle in der Mitte. Doch dann wird es zunehmend fieser. Was nicht mehr in der allgemeinen Auslage liegt, darf beim Gegner stibitzt werden. Dieses Kartenspiel hat auf den ersten Blick wenig gemeinsam mit dem großen Klassiker. Erst beim Spielen merken die Teilnehmer, dass das Klauen von Karten einzelne so triezen kann, wie es sonst vielleicht nur das Geschlagenwerden beim „Mensch ärgere Dich nicht“ vermag. Nur das Gefühl bekommt man beim Klassiker mit deutlich weniger logistischem Aufwand. Das Kartenspiel überzeugt stattdessen mit wunderschönen Kartenmotiven. – Bewertung: +oo (durchschnittlich).

Mensch ärgere Dich nicht – Das Kartenspiel (Schmidt Spiele) von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling ist für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren. Eine Partie dauert etwa 30 Minuten. UVP: 7,99. Hier geht es zur Spielregel.

Legende: +++ = herausragend; ++o = empfehlenswert; +oo = durchschnittlich; ooo = dürftig

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