Verarbeitung des Alltags ohne Bilder Wovon träumen blinde Menschen?

Von Eva Voß

In der Nacht verarbeiten wir, was wir tagsüber erlebt haben – das gilt auch für blinde Menschen. Foto: ImagoIn der Nacht verarbeiten wir, was wir tagsüber erlebt haben – das gilt auch für blinde Menschen. Foto: Imago

Osnabrück. Wer träumt, verarbeitet Erlebtes meist auch in Bildern. Aber was ist mit blinden Menschen? Wovon träumen Sie?

Der Alltag von blinden Menschen ist für Sehende oft schwer nachvollziehbar. Viele haben sich vielleicht auch schon einmal gefragt, wovon blinde Menschen träumen. Denn während Sehende Erlebtes in Träumen auch visuell verarbeiten, ist das zumindest für Menschen, die von Geburt an blind sind, nicht möglich.

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„Träume sind subjektives Erleben während des Schlafes“, erklärt der Psychologe Professor Dr. Michael Schredl, Leiter des Schlaflabors am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit der Universität Mannheim. „Das heißt, blind geborene Menschen träumen von den Dingen, die sie tagsüber erleben, allerdings eben keine visuellen Eindrücke.“

Laut Schredl hätten sich in einigen Studien Traumberichte von blinden Menschen nicht unterscheiden lassen von Berichten gesunder Menschen, da sie ebenfalls von Gesprächen, Begegnungen und anderen alltäglichen Begebenheiten gehandelt hätten. Genauso wie bei Sehenden. Bei Menschen, die nach dem siebten Lebensjahr erblindet seien, hätten sich allerdings auch nach vielen Jahren vereinzelt visuelle Eindrücke gezeigt.

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