NOZ-Fotoblog Flickr und Co: die wichtigsten Fotosharing-Dienste

Digitales Fotosharing: Wir stellen Ihnen die größten und wichtigsten Dienste im Netz vor. Foto: imagoDigitales Fotosharing: Wir stellen Ihnen die größten und wichtigsten Dienste im Netz vor. Foto: imago

Osnabrück. Im Zeitalter digitaler Fotografie und Smartphones werden viele Fotos nicht mehr entwickelt oder ausgedruckt, sondern direkt über soziale Medien und in Foto-Communitys geteilt. In den entsprechenden Webportalen und Apps ist das Hochladen und Verwalten der mobilen Schnappschüsse oder Fotografien denkbar einfach. In dieser und der kommenden Woche stellen wir Ihnen die bekanntesten Plattformen und Apps vor und geben Tipps für den sicheren Umgang mit Ihren Fotos.

Liebe Fotofreunde,

in der linken Hand die digitale Spiegelreflexkamera und in der rechten das neue Smartphone mit 20 Megapixel-Kamera: Je nach Gerät wird der entsprechende Auslöser gedrückt und das digitale Foto oder der schnelle Schnappschuss sind im Kasten bzw. auf der Speicherkarte. Doch was jetzt? Entwickeln, ausdrucken oder direkt mit dem Rest der Welt teilen? Bei den aktuellen Smartphones und Kameras mit direktem Internetzugang reicht ein kleiner Klick auf den „Teilen-Button“ und schon steht einem die Welt der Fotosharing-Dienste und sozialen Medien offen. Doch wohin damit?

Fotosharing-Portale

Flickr: Bereits 2004, noch bevor Facebook oder Twitter auftauchten und MySpace noch das erfolgreichste soziale Netzwerk war, wurde die Fotocommunity Flickr gegründet . Das Portal, das 2005 von Yahoo übernommen wurde, zählt aktuell rund 89 Millionen Nutzer. Knapp zehn Milliarden Fotos sind hier archiviert. Nutzer mit einem kostenlosen Account bekommen ein Terabyte Speicherkapazität zur Verfügung gestellt. Grundvoraussetzung für einen kostenlosen Zugang ist seit Ende Juni 2014 allerdings ein Yahoo-Account. Neben dem kostenlosen Account bietet Flickr auch noch bezahlpflichtige Premium-Accounts (mehr Speicher, weniger Werbung) an.

Auf Flickr können Nutzer ihre Fotos online mithilfe einer hinterlegten Bildbearbeitungs-Software editieren. Seit Dezember 2013 gibt es eine aktualisierte App mit verschiedenen Filterfunktionen.

Bei den hochgeladenen Fotos kann jeder Nutzer entscheiden, wer diese sieht. Flickr bietet hierfür die Möglichkeit Fotos für jeden sichtbar zu veröffentlichen oder so hochzuladen, dass nur die Nutzer selbst oder eine bestimmte Gruppe auf die Bilder zugreifen kann. Zusätzlich können die Fotos mit einer der sechs Creative-Commons-Lizenzen versehen und rechtlich gesichert werden.

Alternativ können auch bei dem Google-Dienst Picasa Fotoalben online angelegt und verwaltet werden. Die schlank gestaltete Homepage überzeugt vor allem in puncto Performance und Geschwindigkeit. Hier ist allerdings ein Account bei Google Plus vonnöten.

Fotocommunity.de: Noch länger als Flickr ist Fotocommunity.de am Markt. Das 2001 gegründete Webportal, mit Firmensitz in Köln, richtet sich vor allem an Hobby- und Profifotografen im deutschsprachigen Raum.

Ein interessanter Aspekt ist die Möglichkeit Fotos online zu kaufen und zu verkaufen. Die Nutzer müssen hierfür ihre Bilder nur entsprechend freigeben. Dabei verbleiben die Bildrechte bei den Fotografen.

Nach eigenen Angaben hat Fotocommunity derzeit über 1,5 Millionen Mitglieder, mit über 30 Millionen Fotos. Neben dem kostenlosen Account bietet Fotocommunity auch noch bezahlpflichtige Premium-Accounts an. Je nach Art der Mitgliedschaft erhöht sich die Zahl des Fotospeichers. In der kostenlosen Variante ist das Limit bereits bei 100 Fotos erreicht. Ab einer Monatsgebühr von 8 Euro bekommt der Nutzer einen unbegrenzten Fotospeicher. In der Vollversion (15,99 pro Monat) stehen dem Nutzer zusätzlich noch Adobe Photoshop und Lightroom zu Verfügung.

Für Fotografen, die auch an einer professionellen Vermarktung ihre Fotos interessiert sind, bietet sich zusätzlich Smugmug.com an. Allerdings wird für Smugmug eine Gebühr fällig. Nach einer 14-tägigen Probezeit fallen für die Basis-Version entweder 5 Dollar pro Monat oder 40 Dollar im Jahr an. Dafür kann der Nutzer seine Bilder komfortabel online im Browser bearbeiten und anhand eines vorgegebenen Baukastensystems seine individuelle Seite bauen. Smugmug bietet vier verschiedenen Mitgliedschaften an, in jeder ist unbegrenzter Fotoupload inbegriffen.

Rechtevergabe steht im Kleingedruckten.

Größtes Manko bei den Fotosharing-Seiten ist die Sichtbarkeit der hochgeladenen Fotos. Hier lohnt sich ein Blick in die AGBs, bzw. das Kleingedruckte. Viele Communitys haben zwar in den letzten Jahren nachgebessert und eine „private Veröffentlichung“ eingeräumt, aber dennoch sind viele Fotos öffentlich sichtbar und somit leicht kopierbar.

Darüber hinaus verlangen viele Seiten von den Usern ein Nutzungsrecht der hochgeladenen Bilder. Wer sich daher nicht sicher ist, ob und wie seine Bilder für Werbezwecke oder anderweitig genutzt werden, sollte noch einen nachträglichen Blick in die Nutzungsbestimmungen werfen. Hier lohnt sich auch ein Blick ins Kleingedruckte.

Bei privaten Fotos müsse der Nutzer immer überlegen, ob er damit leben kann, dass Dritte die Bilder sehen können, sagt Christian Schlüter von der Stiftung Warentest. „Das sind nicht nur andere Nutzer, was bei Foto-Communitys in der Regel erwünscht ist, sondern auch der Anbieter oder aber Ermittlungsbehörden.“ Viele der Dienste stammen aus den USA, wo ein geringeres Datenschutzniveau als in Europa herrsche.

Wichtig ist zudem das Urheber- und Persönlichkeitsrecht. „Nutzer sollten nur Bilder hochladen, die sie auch selbst geschossen haben“, sagt Schlüter. „Hat jemand Fotos von Menschen gemacht, darf er diese Fotos meiner Meinung nach nicht ohne Einverständnis der betroffenen Personen hochladen.“ Und Florian Blaschke vom Internetmagazin T3N rät: „Meine Empfehlung für Nutzer, die nicht wollen, dass ihre Bilder die Runde machen, wäre, solche Apps und Plattformen nicht zu nutzen.“

In der kommenden Woche werfen wir einen Blick auf Foto-und Video-Sharing-Apps: Instagram und Co.

Bis dahin, gut Licht

Bastian Klenke

Weitere Beiträge zur Fotografie finden sich unter www.noz.de/fotografieren .

(mit dpa)


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