Kein Blitz in Wacken und anderswo NOZ-Fotoblog: Tipps für Konzertfotos

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Osnabrück. Grelle Scheinwerfer mit schnellen Lichtwechseln und Nebellawinen aus Trockeneis, dazu wehende Haare zu wuchtiger und ohrenbetäubender Musik: Ein Live-Konzert-Erlebnis und die visuellen Effekte lassen sich nur schwer durch Fotos beschreiben. Wie man dennoch die Dynamik eines Konzertes und die Kraft der Künstler auf der Bühne mit der Kamera einfangen kann, zeigen wir im Fotoblog.

Ich hatte schon das Glück, bei vielen nationalen und internationalen Künstlern wie Peter Maffay, Rammstein, Alice Cooper und anderen im Fotograben zu arbeiten oder auch Bilder auf der Bühne machen zu dürfen. Daher werde ich immer wieder nach Tipps und Tricks für das perfekte Konzertfoto gefragt. Zuletzt war ich auf dem Wacken Open Air , und meine Ausrüstung dafür war schon ziemlich umfangreich.

Ich packe meine Tasche: Fotoausrüstung für ein Festival

Ich benutze eine Canon 5D Mark III Spiegelreflexkamera, weil sie über einen Vollformatsensor verfügt. Der Vorteil ist, dass Bilder in höheren ISO-Bereichen weniger rauschen. Zusätzlich habe ich drei lichtstarke Objektive dabei mit den Brennweiten 17-40mm, 24–70mm und 70–200mm.

Oft fotografiere ich auf Konzerten mit offener Blende, darum müssen es lichtstarke Objektive sein. Offene Blende bedeutet: Die Blende lässt so viel Licht wie möglich in das Objektiv, und die Blendenzahl ist klein (z.B. 1,4 oder 2,0 oder 2,8). Damit verändert sich auch die Tiefenschärfe, was bedeutet, dass der Hintergrund unscharf wird.

Weiter geht es im Rucksack. Kommen wir zum wichtigsten Zubehör bei der Konzertfotografie, das in keiner Ausrüstung fehlen sollte: Ohrenstöpsel. Darüber hinaus habe ich in meinem Rucksack reichlich Speicherkarten und Ersatzakkus. Ein Putztuch und ein Pinsel zum Reinigen von Objektiven und Kamera dürfen auch nicht fehlen. Auf Festivals wie dem Wacken Open Air habe ich außerdem Ladegeräte, eine Mehrfachsteckdose, eine mobile Festplatte und ein Netbook dabei. Zusätzlich nutze ich eine Speicherkarte mit eingebautem WLAN, damit ich Bilder direkt per Smartphone an Auftraggeber versenden kann. In meiner Ausrüstung habe ich noch einen Blitz, den nutze ich aber grundsätzlich nicht im Graben.

Drei Lieder ohne Blitz

Üblich auf Konzerten sind „drei Lieder ohne Blitz“. Das bedeutet, die Fotografen dürfen die ersten drei Lieder aus dem Konzertgraben fotografieren. Jetzt fragen einige: Warum nicht mehr? Hinter den Fotografen stehen die Zuschauer, die Eintritt bezahlt haben, und die wollen schließlich den Künstler sehen und nicht die Fotografen. Dazu kommt noch, dass viele Künstler auf der Bühne stark schwitzen - die treiben ja immerhin Sport auf der Bühne -, wodurch sich das Scheinwerferlicht spiegelt und Schminke verläuft. Das sieht dann auf den Fotos nicht schön aus.

Warum ohne Blitz? Auch das erklärt sich am besten am Beispiel Wacken. Dort waren wir 80 Fotografen, und wenn 80 Fotografen blitzen, wäre das für den Künstler nicht besonders angenehm.

An dieser Stelle noch ein Tipp zur Kameraeinstellung. Eine sehr hilfreiche Einstellung für einen Anfänger ist diese: Fotografieren in der Zeitautomatik (Einstellung: tv) 1/250 sec, ISO Automatik. Spotbelichtungsmessung, Autofokus auf AI Servo und Reihenaufnahme. Grundsätzlich fotografiere ich im RAW-Modus. Das heißt, dass meine Kamera die Rohdateien speichert und ich diese hinterher besser mit Lightroom oder Photoshop bearbeiten kann.

Der Weg nach Wacken

Beim Wacken Open Air bin ich zum zweiten Mal als Fotograf gewesen. 5000 Mitarbeiter kümmern sich vor Ort um einen reibungslosen Ablauf und die Bedürfnisse von 100.000 Besuchern, Künstlern und Pressevertretern. Davon waren knapp 500 Fotografen vor Ort, wovon 80 Fotografen einen Pitpass (Grabenpass) hatten. Es stehen Arbeitsbereiche mit WLAN zur Verfügung, die Künstler selbst kommen für Interviews vorbei und es gibt regelmäßige Pressekonferenzen.

Bis ich in Wacken fotografieren durfte, war es ein langer Weg. Am besten fängt man klein an, besucht in Osnabrück die Maiwoche oder andere Veranstaltungen. Viele kleine Bands freuen sich über tolle Fotos. Diese Kontakte muss man pflegen. So geht es dann Schritt für Schritt. Meinen Eintritt in die professionelle Konzertfotografie habe ich mit dem Landesturnfest geschafft, wo ich Künstler wie Stefanie Heinzmann und „Luxuslärm“ für die „Neue Osnabrücker Zeitung“ fotografieren durfte.

Mitmachen und gewinnen

Am 22. und 23. August findet in Georgsmarienhütte das Festival „ Hütte Rockt “ statt.
Dort habt Ihr die Möglichkeit, mit mir am 22. August ab 17:30 Uhr im Graben zu stehen und Bands wie „Therapiezentrum“, „Destination Anywhere“ und „ Frog Bog Dosenband “ zu fotografieren.

Ich zeige Euch vor Ort, wie man sich im Graben verhält und was wichtig ist für die Motivwahl. Zwischen den Shows bearbeiten wir auf dem Laptop die frisch fotografierten Konzertbilder, und vom Veranstalter gibt es noch eine exklusive Backstage-Führung oben drauf.

Vorher muss aber noch eine Frage beantwortet werden: Was sollte bei keiner Ausrüstung fehlen, auch nicht bei „Hütte Rockt“?

Die vollständigen Teilnahmebedingungen finden Sie unten.

Gut Licht!

André Havergo

Weitere Beiträge zur Fotografie finden sich hier: www.noz.de/fotografieren


Frage: Welches Utensil darf in der Tasche eines Konzertfotografen auf keinen Fall fehlen?

Schicken sie uns eine E-Mail mit dem Betreff „Fotoblog-Gewinnspiel“ und der richtigen Antwort bis zum 19. August 2014 an folgende E-Mail-Adresse: info@noz.de. Bitte schreiben Sie auch Ihre Mobilfunknummer dazu, damit wir im Gewinnfall schnellstmöglich Kontakt aufnehmen können.

Teilnahme ab 18 Jahre. Sie sollten über eine Spiegelreflexkamera (falls von Canon, kann auch mal ein lichtstarkes Objektiv getestet werden) oder einer Bridgekamera verfügen - Bitte keine Handy- oder Kompaktkameras.

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