Hochstapelei mit Kamelen „Camel up“ ist Spiel des Jahres 2014

Von Hauke Petersen


Osnabrück. Das turbulente Kamelrennen „Camel Up“ ist Spiel des Jahres 2014. Das hat die Jury des Vereins Spiel des Jahres am Montag bekannt gegeben. Zugleich zeichnete sie das innovative Handelsspiel „Istanbul“ mit dem Titel Kennerspiel des Jahres aus.

Spiel des Jahres: „Camel Up“ – keine neue Zigarettenmarke, im Gegenteil sogar sehr empfehlenswert für den Nachwuchs. Autor Steffen Bogen ist ein außergewöhnliches Renn- und Wettspiel gelungen. Die fünf farbigen Kamele müssen einen Rundkurs um eine Pyramide hinter sich bringen. Pro Runde wird jedes Kamel einmal durch Würfelwurf bewegt. Die Reihenfolge entscheidet der Zufall. Der Clou: Landet ein Kamel auf einem bereits besetzten Feld, so wird es einfach auf den Buckel des bisher obersten Tiers gelegt. So entstehen mitunter wahre Kameltürme. Für zusätzliche Konfusion sorgen Wüstenplättchen, die die Spieler auf dem Kurs verteilen und damit einzelnen Kamelen Beine machen, andere aber ausbremsen. So kann sich bis zuletzt die Reihenfolge komplett umdrehen.

„Camel Up“ (eggertspiele, Vertrieb Pegasus Spiele ) gewinnt, wer auf die richtigen Kamele gesetzt hat. Denn im Laufe dieses Familienspiels wird gewettet. Und wer in der Endwertung das tolle (Sieger) und das olle Kamel (Letzter) als erster richtig vorausgesagt hat, der hat gute Chancen auf den Sieg.

Die Jury sieht in „Camel up“ ein „Familienspiel par excellence“ .

„Camel Up“ ist für 2 bis 8 Spieler ab acht Jahren und kostet etwa 20 Euro.

Kennerspiel: Während bei „Camel Up“ der Spaß im Vordergrund steht, ist das Kennerspiel des Jahres, „Istanbul“ von Rüdiger Dorn, eher etwas für Strategen. Dennoch: Auch hier ist der Einstieg relativ leicht. Die Spieler sind Kaufleute und auf der Jagd nach Rubinen. Wer zuerst fünf hat, der gewinnt. Auf dem vor jedem Spiel neu durcheinandergewürfelten Spielplan gibt es 16 Orte, die jeweils eine Aktion repräsentieren. In der Teestube kann man dem Glücksspiel frönen. Seinen Rohstoffkarren füllt man in den unterschiedlichen Lagern auf. Wer die Bestellung des Sultans in dessen Palast erfüllt, wird mit einem Rubin belohnt. Und wer zu viel Geld hat, kauft einfach einen beim Edelsteinhändler.

An all diese Orte können die Kaufleute selbst gehen oder einen ihrer vier Gehilfen zurücklassen. Wie im echten Leben gilt auch bei „Istanbul“ : Wer vorausschaut, ist besser dran. Denn wer Gehilfen zurücklässt, muss sie auch wieder einsammeln, laut Spiel des Jahres-Jury ein „faszinierender Zugmechanismus“ .

Für Autor Rüdiger Dorn ging damit gleich der zweite Traum innerhalb von zwei Tagen in Erfüllung. Der Jubel beim deutschen WM-Siegtor von Mario Götze war schon sehr ausgelassen. Bei der Preisverleihung zum Kennerspiel kamen ihm die Tränen.

„Istanbul“ (Pegasus Spiele) ist für 2 bis 5 Spieler ab zehn Jahren und kostet circa 30 Euro.