Eine Begriffserklärung Was ist eigentlich eine App?

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Osnabrück. Apps kennt jeder, oder? Wenn Sie aber zu denen gehören, die nur Bahnhof verstehen, sobald sich die Unterhaltung um das Thema dreht, keine Angst: Hier folgt nun die Begriffserklärung zu einem der beliebtesten Dinge der Welt.

Was ist eine App?

Erst einmal ist App die Kurzform für „Application Software“, also für Anwendungssoftware, und ist damit vergleichbar mit einem kleineren Computerprogramm. Es kann die verschiedensten Funktionen erfüllen, ist jedoch niemals so wichtig, dass Computer, Smartphone oder Tablet ohne App nicht mehr funktionieren würden. Anders gesagt: Eine App ist ein meistens nützliches, aber nicht notwendiges Zusatzprogramm.

Der Nutzen jeglicher App liegt jedoch immer im Auge des Betrachters: Allergiegeplagte freuen sich über Pollen-Apps, mit deren Hilfe sie schon frühzeitig wissen, wann die Flugzeit beginnt. Läufer können mit diversen Apps errechnen, wie viele Kilometer sie schon zurückgelegt haben. Und für Spielefreudige bieten sich von Kartenspielen bis hin zum Quizduell Apps aller Art an. Beliebt sind auch diverse Gimmick-Apps, wie beispielsweise die Furz-App.

Das, was die Mehrheit einfach App nennt, wird von Experten als mobile App bezeichnet, da sie nur auf mobilen Endgeräten – also Smartphones und Tablets wie dem iPad – zum Einsatz kommen. Es gibt jedoch auch Anwendungssoftware für „normale“ Computer, beispielsweise Textverarbeitungsprogramme.

Was die mobile App von einem Computerprogramm unterscheidet, sind mehrere Faktoren: Apps müssen nicht lokal auf einem Computer installiert werden, sondern können auf einem Server genutzt werden. Klassische Computerprogramme sind zudem wesentlich umfangreicher als die zumeist nur auf eine bestimmte Funktion (Wetter, Spiel, Foto) ausgelegt App.

Warum heißt es App?

Zum einen erklärt sich die Abkürzung durch ihren eigentlichen Namen: „Application Software“. Eingebürgert hat sich die Bezeichnung jedoch erst mit der Eröffnung des App Stores (App-Geschäfts) der Firma Apple, die diesen für das iPhone entwickelt hat. Mit dem dadurch eingeleiteten Siegeszug der Smartphones luden sich dann immer mehr Nutzer mobile Apps herunter. Praktisch für Apple, denn so klingt App immer auch ein wenig nach dem Riesenkonzern, selbst wenn sie für andere Smartphone-Betriebssysteme entwickelt wurde.

Wo bekomme ich Apps?

Entscheidend ist, welche Art Smartphone man besitzt. Für iPhones und iPads gibt es die extra für das Betriebssystem iOS entwickelten Apps beim App Store von Apple. Android-Nutzer können sich Apps im Google Play Store herunterladen. Aber auch für die Nutzer von Windows Phone oder Blackberry gibt es Apps und entsprechende Stores. Allerdings: Je verbreiteter ein Betriebssystem, desto mehr Apps gibt es auch dafür.

Kostenlose Apps können dann per Klick heruntergeladen werden, kostenpflichtige müssen bezahlt werden.

Wie bezahle ich eine App?

Um eine kostenpflichtige App im jeweiligen Store zu kaufen, gibt es je nach Handy und Vertrag Unterschiede. Generell jedoch lässt sich per Kreditkarte problemlos im App Store, im Play Store und in der Blackberry App World bezahlen. Dazu kommt noch das Bezahlen per Click & Buy und Paypal, für den Play Store und den App Store gibt es zudem Guthabenkarten.

Problemlos gestaltet sich das Einkaufen über die Handyrechnung: Der jeweilige Betrag wird einfach über die Rechnung abgezogen. Letzteres funktioniert jedoch nur bei Produkten des Play Stores und nicht bei allen Mobilfunkanbietern. Darüber hinaus bietet der Onlinehändler Amazon einen eigenen App Store an, den man mit seinem Amazon-Konto verbinden kann. Die Bezahlung erfolgt dann per Rechnung über sein bei Amazon eingetragenes Konto.

Was kosten Apps?

Ob App Store oder Google Play: Bei kostenpflichtigen Apps erhält der Store 30 Prozent vom Erlös, 70 Prozent gehen an den Entwickler, erklärt der Osnabrücker Hans Knöchel. Er hat selbst mehrere Apps sowohl für iOS als auch für Android entwickelt, darunter die Mensaplan-App „Studentenfutter“. Doch wie rentieren sich die unzähligen kostenlosen Apps? „Zum einen sind viele von ihnen nur in der Basisversion kostenlos – will man dann weitere Features wie neue Levels oder Bonusinhalte nutzen, muss ein Upgrade bezahlt werden.“

Ein Beispiel hierfür ist die App Quizduell: Kostenlos gibt es die Basisvariante, die immer wieder von Werbeeinblendungen unterbrochen wird. Will man jedoch einen eigenen Avatar gestalten oder die Werbeeinblendungen abschalten, muss man dafür etwas bezahlen. „Die Erlöse von den Upgrades werden dabei wie im Finanzierungsmodell bei kostenpflichtigen Apps mit 30 zu 70 Prozent zwischen Store und Entwickler aufgeteilt.“ Bei kostenlosen Apps verdienen die Stores jedoch nichts. Die Kosten für die Bereitstellung seitens der Betreiber – beispielsweise für Server-Infrastruktur – werden teils aus den Entwicklergebühren und teils aus den Erlösen anderer kostenpflichtiger Apps kompensiert.

Nutzerdaten sind Geld

Allerdings verfolgen viele Entwickler oft noch eine andere, oftmals sehr kritisierte Strategie: Für jede App erhalten die Entwickler indirekt Nutzer-Daten der Smartphone-User. Je günstiger die App zudem ist, desto häufiger wird sie heruntergeladen. Und je mehr Menschen eine App herunterladen, desto relevanter wird die entwickelnde Firma, denn irgendwann haben die Entwickler so viele Nutzer – und dadurch auch ihre Daten –, dass es sich für die wirklich großen Firmen lohnt, die App aufzukaufen.

Ein Beispiel hierfür ist die beliebte Foto-App Instagram. Das Start-up hatte aufgrund der vielen Nutzer schon länger hohe Serverkosten, durch die das Geschäft nie rentabel finanziert werden konnte. Jedoch hatten und haben sie eine immens große Nutzerbasis, an der andere Unternehmen wie Google und Facebook schon länger interessiert waren. 2012 wurde Instagram schließlich für eine Milliarde US-Dollar von Facebook aufgekauft.

Eines sollte man daher nicht glauben, sagt Knöchel: „Konzerne kaufen eine App typischerweise nicht primär wegen der tollen Idee, die dahintersteckt.“

Sind Apps sicher?

Wie jede Software können Apps auch Sicherheitslücken enthalten – gewollt oder ungewollt. Allerdings ist es ein Unterschied, ob man seine Apps im App Store lädt oder im Play Store, denn bei Apple werden alle eingereichten Apps erst nach mehreren Kriterien geprüft, bis sie freigeschaltet werden, berichtet Knöchel.

„Apple testet die Apps auf Sicherheit, Viren und Design – sprich: Sie müssen zum Konzept des App Stores passen.“ Diese Prüfung kann schon einmal fünf bis sieben Tage dauern, eine Ablehnung bei Verstößen ist nicht selten. „Im Gegenzug dazu können Entwickler ihre Apps im Google Play Store einfach hochladen, und diese werden ohne Prüfung nach wenigen Minuten freigeschaltet.“

Apps aus dem App Store sind vom Grundprinzip also sicherer. Trotzdem gibt es dort auch umstrittene Apps wie WhatsApp, Instagram oder Facebook. Der Grund hierfür: „An jeder heruntergeladenen und kostenpflichtigen App verdienen die Stores Geld. Besonders beliebte Apps, die oft nachgefragt werden, werden es daher auch trotz Sicherheitsbedenken weiterhin in den Store schaffen“, fügt Knöchel kritisch hinzu.

Fazit: Wer auf Sicherheit Wert legt, sollte sich also immer vorher informieren und die Kritiken zu den Apps lesen.

Die Entwicklung einer App

Wenn er die Idee zu einer App hat, gibt es für Knöchel sechs Schritte bis zur fertigen Entwicklung: zuerst die Konzeption, was die App können muss. Danach überlegt er, wie das Design der App aussehen soll. „Der Prototyp, der im dritten Schritt entsteht, ist ein sogenannter Klickdummy, bei dem die einzelnen Screens der App untereinander mit Übergängen visualisiert werden.“

Ernst wird es im vierten Schritt: Die App wird nun aus dem Design programmiert – typischerweise mit sogenannten SDKs, erklärt Knöchel. Die Abkürzung steht für Software Developer Kits – und gemeint ist damit die Software für die jeweiligen Plattformen, um den Quellcode als App zu übersetzen. „Hierfür werden textähnliche Dateien geschrieben, die mittels der SDKs zu einer ausführbaren App ,kompiliert‘, also gepackt werden.“ Schließlich folgt der Beta-Test für eine ausgesuchte Gruppe an passenden Testern, und erst dann folgt die Veröffentlichung in den jeweiligen Stores.

Entwickler, die Apps für den Apple App Store veröffentlichen wollen, müssen übrigens pro Jahr 79 Euro an Lizenzgebühren zahlen – egal, ob und wie viele Apps sie entwickeln. Beim Google Play Store zahlt man hingegen einmalig nur 25 Dollar.


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