Dosierung zu hoch MCP-Tropfen: Verkauf von Magenmittel gestoppt

In der bisherigen Dosierung werden MCP-Tropfen in Apotheken nicht mehr verkauft. Foto:ImagoIn der bisherigen Dosierung werden MCP-Tropfen in Apotheken nicht mehr verkauft. Foto:Imago

Osnabrück. Apotheken dürfen sogenannte MCP-Tropfen gegen Übelkeit und Brechreiz in der bisherigen Dosierung nicht mehr verkaufen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Zulassung der Tropfen zur oralen Anwendung mit dem Wirkstoff Metoclopramid (MCP) widerrufen, wenn sie mehr als ein 1 Milligramm pro Milliliter des Wirkstoffes enthalten. MCP werde mit schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, hieß es zur Begründung.

MCP-Tropfen sollen vor allem bei Kindern problematisch sein. Als unerwünschte Nebenwirkungen, die aber auch bei Erwachsenen auftreten könnten, werden Ruhelosigkeit, Müdigkeit, Schwindel sowie seltener Depressionen, Kopfschmerzen und Bewegungsstörungen wie Muskelkrämpfe und Zittern, genannt.

Das verordnungspflichtige Medikament wurde bisher 5,7 Millionen mal pro Jahr für Kassenpatienten verschrieben. Es darf in der bislang üblichen Dosierung von Ärzten jetzt auch nicht mehr verordnet werden.

Für MCP-Tropfen, die einen zulässigen Gehalt des Wirkstoffes aufweisen, sollen dem BfArM zufolge die Fach- und Gebrauchsinformation geändert werden. Wird der Wirkstoff zum Beispiel in Form einer Infusion verabreicht, darf die Konzentration in Zukunft nicht mehr fünf Milligramm pro Milliliter überschreiben; bei Zäpfchen oder anderen Mitteln zur rektalen Anwendung wurde sie auf eine Dosierung von 20 Milligramm beschränkt, berichtet Heilpraxis.net. Zudem solle der Wirkstoff nicht mehr bei Patienten unter einem Jahr zu Einsatz kommen.

Erste Pharmahersteller sollen bereits eine Neuzulassung in verminderter Konzentration beantragt haben.


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