Wie Mann ständig auf neue Ideen kommt Markus Hummel bloggt als „Backbube“

Meine Nachrichten

Um das Thema Gut zu wissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Markus Hummel, der „Backbube“. Foto: JAPMarkus Hummel, der „Backbube“. Foto: JAP

Ulm. Im Netz ist Markus Hummel vor allem als der „Backbube“ bekannt. So nennt der gelernte Schauspieler sich und seinen Backblog, auf dem er regelmäßig selbst kreierte Kuchen, Torten und Cupcakes postet.

Diese werden meist schon sehnsüchtigst erwartet: 50.000 – 80.000 Seitenbesuche zählt der Blog nach seinen eigenen Angaben im Monat. Und dabei werden sicher nicht nur seine Rezepte und Geschichten gern gelesen, es ist wohl auch einfach nett, dass da mal ein Mann über die süße Welt der Dinge schreibt. Die Foodbloggerdomäne ist sonst nämlich vor allem eines: weiblich. Markus Hummel ist einer von wenigen Männern, der zeigt, dass auch Männer den Schneebesen schwingen.

Für die Neue Osnabrücker Zeitung hat er zwei Rezepte rausgesucht: eine Waffeltorte mit Blaubeer-Quark-Creme und einen Zitronen-Ingwer-Kuchen mit Rosmarin.

Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?

Das kam eigentlich von heute auf morgen. Ich habe einen Kuchen für eine Freundin gebacken, daraufhin fast wöchentlich mit ihr kleine Back-Sessions veranstaltet und irgendwann einfach Lust bekommen über das Gebackene zu schreiben.

Durch unterschiedlichste Bloggertreffen sind Sie inzwischen auch mit vielen weiblichen Bloggerinnen vernetzt. Wie fühlt sich das an als Hahn im Korb der vielen Foodbloggerinnen?

Witzigerweise sehen immer nur Leute von außen mich als Hahn im Korb. Für mich ist es ganz normal, ein Mann unter vielen Frauen zu sein, vermutlich, weil das bisher auch in jedem anderen Job so war. In der Gastronomie oder auf der Bühne. Und außerdem verstehe ich mich mit Frauen sehr gut, da unsere Interessen in allen Bereichen des Lebens wohl in dieselbe Richtung gehen. (Lacht)

Es gibt Foodblogs, die sich sowohl mit der herzhaften, als auch mit der süßen Küche befassen. Bei Ihnen liegt der Fokus ganz klar auf den süßen Leckereien aus der Backstube. Waren Sie schon immer ein Schleckermaul?

Ja, ich steh‘ einfach auf Süßes. Ein Dessert geht immer, selbst wenn ich mir vorher den Bauch mit Vor- und Hauptspeise vollgeschlagen habe. Ich gehöre auch zu den Menschen, für die Kaiserschmarrn, Dampfnudeln oder Grießbrei definitiv als Hauptspeise durchgeht. Ich würde auch jederzeit eine Süßspeise einem deftigen Gericht vorziehen. Ich kann mich zum Beispiel noch gut daran erinnern, dass ich als Kind beim Skifahren immer mittags auf der Hütte Germknödel mit Pflaumenfüllung und Vanillesoße wollte. Wenn es das nicht gab, war der Tag für mich gelaufen.

Was ist Ihr Lieblingskuchen?

American Cheesecake mit Blaubeeren. Das Rezept ist von Cynthia Barcomi und ist auch auf meinem Blog zu finden.

Welcher Kuchen geht gar nicht?

Hundekuchen. (Lacht) Nein, im Ernst, es gibt keinen Kuchen, der mir nicht schmeckt.

Es ist trendy, Möhren, Zucchini oder gar Rote Beete im Teig zu versenken, damit der Kuchen schön saftig wird. Haben Sie das auch schon ausprobiert?

Ja das habe ich. Der Rüblikuchen mit Möhren ist ja sozusagen ein Klassiker. Aber ich habe auch schon mal einen Schokoladenkuchen mit Zucchini gemacht. Man schmeckt die Zucchini im Teig gar nicht, jedoch wird er tatsächlich saftiger. Mit Roter Bete lassen sich zum Beispiel Frostings färben, das hab ich aber noch nie probiert.

Die Rezepte, die Sie bloggen, sind überwiegend selbst kreiert. Wie kommen Sie auf die Ideen? Gehen da auch manchmal Versuche schief?

Ich habe viele Grundrezepte, die ich flexibel umbauen kann. Oft inspirieren mich zum Beispiel Cocktails zu Kuchen. Erst vor Kurzem wurde ich von einem Cocktail mit Zitrone, Rosmarin und Ingwer zu einem Zitronen-Ingwer-Kuchen mit frischem Rosmarin inspiriert. Und natürlich geht manchmal auch was schief. Das teile ich meinen Lesern auch gerne auf dem Blog mit.

Wo so viel gebacken wird, muss auch gegessen werden. Wen beglücken Sie mit Ihre selbst gebackenen Kuchen, Torten, Keksen und Cupcakes?

Das meiste davon bekommen Freunde oder Kollegen. Manchmal bring ich auch was im Altenheim ums Eck vorbei. Die freuen sich immer sehr darüber.

Zentraler Teil eines Foodblogs sind immer auch die Fotos. Woher nehmen Sie Ihre Requisiten, woher die Styling-Ideen für die Bilder?

Die Requisiten kauf ich mir spontan, wenn ich irgendwo auf Flohmärkten oder in kleinen Designläden etwas Schönes finde. Eine der Hauptinspirationsquellen für meine Bilder ist Pinterest.

Der Backbube hat sich schnell, innerhalb von nur zwei Jahren deutschlandweit einen Namen in der Bloggerszene gemacht. Jetzt ist sogar Ihr erstes Buch „Geschenke aus dem Obstgarten“ erschienen. Wird das Bloggen da zur Konkurrenz für Ihren eigentlichen Hauptberuf?

Glücklicherweise kollidiert das Bloggen nicht mit meinem Hauptberuf, der Schauspielerei. Die Proben und Aufführungstermine am Theater, an dem ich arbeite, dem Theater an der Donau Ulm, sind immer schon zu Beginn des Jahres festgelegt und so kann ich meine Termine, die mit dem Bloggen zu tun haben, schön drum herum legen. Manchmal kommt es dann aber doch vor, dass der Termin für ein Bloggertreffen ausgerechnet auf einen Tag fällt, an dem ich Vorstellung habe. Dann geht selbstverständlich das Theater vor.

Buchtipp: Markus Hummel: „Geschenke aus dem Obstgarten“, blv-Verlag, 14,99€


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN