Erhältlich bei Verbraucherzentrale Redtube: Musterbrief für Schadenersatzforderung

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Mit Musterbriefen der Verbraucherzentrale können Geschädigte versuchen, das bereits gezahlte Geld für die Abmahnungen von Redtube zurück zu bekommen. Foto: dpaMit Musterbriefen der Verbraucherzentrale können Geschädigte versuchen, das bereits gezahlte Geld für die Abmahnungen von Redtube zurück zu bekommen. Foto: dpa

Osnabrück. Mit Musterbriefen der Verbraucherzentrale können Geschädigte versuchen, das bereits gezahlte Geld für die Abmahnungen im Fall der Videoplattform Redtube zurück zu bekommen.

Wegen des Vorwurfs des angeblich illegalen Streamings von Erotikfilmen über die Videoplattform RedTube hatte die umstrittene Regensburger Kanzlei Urmann + Collegen im Dezember 2013 mehr als 10 000 Abmahnungen verschickt. Inzwischen gibt es erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Aktion. Wer damals die geforderten 250 Euro gezahlt oder einen Anwalt eingeschaltet hat und auf diesen Kosten sitzt, kann versuchen, sein Geld von U+C zurückzufordern, meint die Verbraucherzentrale Sachsen.

Zu diesem Zweck bieten die Verbraucherschützer im Internet zwei Musterbriefe an: Mit ihrer Hilfe können Betroffene, die den von den Abmahnern verlangten Schadenersatz für die angebliche Urheberrechtsverletzung tatsächlich bezahlt haben, diesen sowie möglicherweise entstandene Anwaltskosten zurückverlangen.

Da bereits zahlreiche Anzeigen gegen die Abmahner und ihre Auftraggegeber laufen , gehen Experten davon aus, dass schon bald die rechtliche Grundlage für eine Zahlungsverpflichtung der Abmahnkanzler U+C geschaffen sein könnte.Dabei ist nicht nur die höchst nebulöse Beschaffung der IP-Adressen der Abgemahnten umstritten, sondern insbesondere die Einstufung eines Streams als urheberrechtlich relevante Vervielfältigung des Werks.

Rechtsanwalt Alexander F. Bräuer von der Esslinger Anwaltskanzlei Weiß & Partner, der im Auftrag eines Mandanten eine Schadensersatzklage erhoben hat, betont:.

„Wir sehen durchaus Chancen für die Betroffenen, die infolge der Abmahnungen entstandenen Schäden ersetzt zu bekommen.“ Ein „Selbstläufer“ sei der Schadensersatzprozess aber nicht, so Bräuer. Man rechne mit erheblicher Gegenwehr. „Sollte sich der Klagevorwurf nämlich bestätigen, drohen den hinter den Abmahnungen stehenden Rechtsanwälten schließlich Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe. Das Ergebnis wird also abzuwarten sein.“


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