Mit Liste zum Ausdrucken Baby-Erstausstattung: Was ist wirklich notwendig?


Osnabrück. Wieviele Bodys braucht das neugeborene Kind? Und ist eine Wärmelampe wirklich notwendig? Damit sich junge Eltern nicht auch noch über diese Fragen den Kopf zerbrechen müssen: Hier nun die Dinge, die in keiner Baby-Erstausstattung fehlen dürfen - natürlich mit Liste zum Ausdrucken.

Eigentlich braucht es gerade am Anfang nicht viel, damit Vater, Mutter und Kind alles Notwendige haben. Doch betreten junge Eltern Läden mit Babyausstattung, werden sie quasi überrollt von Produkten. Aus Unsicherheit kaufen sie dann oft für hunderte Euro Produkte, die später verstauben. Um das zu vermeiden, gibt Katrin Wesselmann, eine der Teilhaberinnen der Hebammenpraxis Kugelrund in Osnabrück, einen Überblick über die wirklich wichtigsten Dinge für die erste Zeit zu dritt.

„Lieber etwas größer als zu klein“

„Niemals zuviel neue Kleidung kaufen“, rät die Hebamme, die selbst Mutter von zwei Kindern ist. „Zum einen weiß man vor der Geburt noch gar nicht, wie groß das Kind wirklich ist. Zudem wachsen Babys sehr schnell aus einer Größe heraus.“ Die kleinste Größe ist oftmals 50, allerdings passt den meisten in Deutschland geborenen Babys auch die Größe 56. „Lieber etwas größer als zu klein“, sagt Wesselmann.

Wer sicher gehen will, kann sich anfangs je drei Bodys in Größe 56 und 62 kaufen - bei kleinen Kindern eigenen sich Wickelbodies besonders, da die nicht über den Kopf gezogen werden müssen. Kauft man dazu noch zwei Pullis, zwei Jäckchen, zwei Langarmshirts, zwei Strumpfhosen, drei paar Söckchen und zwei Mützchen ist man bestens gerüstet.

„Ob Sommer oder Winter: Babys müssen draußen immer eine Kopfbedeckung tragen. Am besten, man kauft die für die gerade aktuelle Jahreszeit und kauft erst dann die nächste, wenn die Mütze nicht mehr passt.“ Schuhe braucht man noch nicht. Ein Muss sind jedoch Spucktücher Spucktücher und Lätzchen.

Alles rund um den Wickeltisch

„Wichtig ist ein rückenschonender Wickelplatz mit einer Ablagefläche, die man erreichen kann, ohne das Kind aus dem Blick zu lassen oder gar wegzugehen“, betont die Hebamme. Daher sollten sich die Windeln immer in der Nähe des Wickelplatzes befinden und die Kleidung schon zurecht gelegt sein.

Baby-Erstausstattung: Was ist wirklich notwendig? Hier gibt es die Liste als Pdf

Zuviele Windelpackungen sollten jedoch nicht schon auf Vorrat gekauft werden. „Eine Packung in der kleinsten Größe, die zuhause auf das Kind in der Klinik wartet, ist gut. Aber wer weiß, wie lange die dem Kind passen werden?“ Zudem reagiert jedes Kind anders auf die diversen Windelmarken: „Teuer ist nicht immer besser. Viele Eltern sind auch mit den Eigenmarken der Drogerien zufrieden. Am besten, man probiert einige aus.“

Waschen und Co.

„Klares Wasser reicht aus, um den Po eines Babys zu reinigen. Sollte dann doch einmal etwas festkleben, ist ein hochwertiges Öl nützlich, aber eines ohne Paraffin, Konservierungsstoffe, Parfüm oder synthetische Duftstoffe. Je purere, desto besser für Babys.“ Tipp der Hebamme: Das Öl in einen Seifenspender umfüllen, dann gibt es keine Öllache, wenn der Behälter im Eifer des Wickelgefechtes umkippt. Wundcreme ist nicht unbedingt nötig.

Ein Körnerkissen ist eine „nette Anschaffung und kommt fast immer zum Einsatz. Von Wärmflaschen rate ich jedoch ab, da sie zu Verbrennungen führen können.“Auch eine Wärmelampe ist kein Muss, aber: „Viele Babys genießen es, wenn sie in der Wärme gewickelt werden. Wenn der Wickeltisch aber sowieso an einem warmen Platz steht, ist sie nicht nötig.“

Wichtig hingegen ist ein gut zu erreichender Mülleimer. „Dafür eignet sich schon ein günstiger Tretmülleimer“, findet Wesselmann. Von Windeleimer-Systemen, die ständig Nachfüllkassetten brauchen, hält sie jedoch weniger: „Die verursachen nur laufend Kosten und spätestens beim Wechseln der Kassette riechen sie auch.“

Zum Haushalt gehören sollte jedoch ein Bade- und ein Fieberthermometer für das Kind. Ob das Kind lieber in einer Babybadewanne, im Waschbecken oder in einem Wascheimer gebadet werden mag, lässt sich nur durch Probieren feststellen.

Schlafen

„Das Baby sollte die ersten sechs Monate mit im Zimmer der Eltern schlafen, allerdings nicht mit im gleichen Bett“, sagt Wesselmann. Besonders praktisch sind daher Beistellbettchen, die neben dem Elternbett stehen. „Die stillende Mama kann sich nachts das Kind gleich nehmen, es fühlt sich nicht allein, aber läuft auch nicht Gefahr, im Bett der Eltern zu überhitzen.“ Zum Schlafen sollte das Baby einen in der Länge und Weite passenden Schlafsack besitzen. Hebamme Wesselmann selbst rät hier zu Daunenschlafsäcken: „Daune atmet mit, wird nicht zu warm und nicht zu kalt.“

Ein „richtiges“ Babybett ist anfangs noch nicht nötig, allerdings „ist es schön für das Kind, wenn es schon vor seinem Umzug ins Kinderzimmer sein Bett und den Schlafplatz kennengelernt hat“, findet Wesselmann. „Damit das Bett mit dem Kind ,mitwächst‘, sollten sich die mittleren Gitterstäbe lösen können.“ Die Matratze fürs Bett muss nicht die teuerste sein, aber: „Jedes Kind sollte eine eigene, nicht verrauchte und idealerweise atmungsaktive Matratze besitzen.“ Wenn diese einen abnehmbaren Bezug hat, umso besser. Nichts zu suchen im Bett haben Gummiunterlagen und ein wärmendes Schaffell, da beide nicht atmungsaktiv sind.

Flaschen- und Stillkinder

Für Babys, die nicht gestillt werden oder bei denen zugefüttert wird, sollten bis zu sechs Flaschen und Sauger bereit stehen. In der Regel werden Flaschenkinder schon im Krankenhaus mit Pre-Milchpulver gefüttert. Daher ist es sinnvoll, dass man sich sein Pulver erst dann kauft, wenn man weiß, an welche Marke das Kind gewöhnt ist.

Wer sein Baby stillt, braucht kaum Zubehör, da die Babys ihren Durst ausschließlich über das Stillen löschen. Trotzdem sollten auch diese Babys eine Flasche vor Ort haben, falls sie an sehr heißen Tagen oder bei Fieber zusätzlich Wasser brauchen. Mit Anschaffungen wie einer Milchpumpe sollte man jedoch noch warten. Wichtig ist, dass alle Flaschen nach Gebrauch gründlich mit einem „klaren“ Spülmittel gereinigt werden und sterilisiert werden. „Ob man sich dafür einen Vaporisator kauft, oder sie in einem Topf mit kochendem Wasser sterilisiert, hängt von der Vorliebe der Eltern ab.“

Baby an Board

„Bei der Abholung achten die Mitarbeiter im Krankenhaus ganz genau darauf, ob die Eltern auch einen extra Sitz für ihr Baby dabeihaben“, berichtet Wesselmann. Schließlich ist für den Transport im Auto eine Babyschale heutzutage Pflicht. Der erste Kinderwagen sollte flach und „besonders im Winter“ noch nach unten hin warm ausgelegt sein. Wieder im Trend sind Babytragetücher oder Tragebeutel. Doch hier rät Wesselmann von einem verfrühten Kauf ab: „Gute Tragetücher sind teuer. Daher lieber erst ausprobieren, ob man selbst und das Kind das System mag. Fast jedes Geschäft bietet diesen Service an.“

Was die Mutter zuhause braucht

Viele stillende Mütter empfinden Stillkissen als angenehm. Hebamme Wesselmann rät aber, dass man vor dem Kauf erst schauen sollte, ob man es wirklich mag. Aber Achtung: „Viele günstige Kissen haben Polyesterkügelchen, die sehr laut rascheln und mit der Zeit nachgeben und die Stillkissen dann schnell zu flach werden. Das Kind liegt mit seinem Ohr direkt darauf und diese Kügelchen rascheln laut und man wundert sich, warum das Kind nicht zur Ruhe kommt. Daher ist eine Füllung beispielsweise mit Hohlfaserkügelchen ratsam“, sagt die Hebamme.

Für Still-BHs und Stilleinlagen gilt: Frühzeitige Anschaffungen können sich später rächen, weil man erst nach der Geburt wirklich weiß, wie sich die Brust und der Milchfluss entwickeln. „Wichtig ist, dass der BH nicht einschneidet und einen Milchstau erzeugt.“

Ein Paket Quark im Kühlschrank kann im Notfall zum Kühlen der Brust verwenden werden. Zudem sollten dicke Binden ohne Plastikbeschichtung für den Wochenfluss bereit liegen. „Auf keinen Fall dafür Tampons verwenden“. Da die Verdauung der Mutter nach der Geburt noch verrückt spielen kann, sollte auch Pflaumensaft oder Buttermilch vorrätig sein - wie andere schnell zu bereitende Kost für die anfangs oft übermüdeten Eltern.

Spartipps

Zur Geburt bekommen Eltern sehr viel Babykleidung oder Spielsachen geschenkt, aber „kein Kind braucht drei Rasseln als Geschenk zur Geburt“, weiß Wesselmann. Daher rät sie werdenden Eltern, sich aktiv Gutscheine zu wünschen - oder praktische Geschenke, wie beispielsweise Windeltorten. Zudem könne man sich im Bekannten- und Freundeskreis umhören, ob dort jemand seine just nicht gebrauchten Babysachen verleiht.

Auf Babyflohmärkten gibt es zudem Secondhand-Erstlingsausstattung in Massen, die sehr günstig verkauft wird. „Babykleidung wird nicht schlecht. Zudem kann sie nicht mehr einlaufen, weil sie schon diverse Male gewaschen wurde - das entfernt auch die chemischen Stoffe, die sie oftmals enthalten hat“, sagt Wesselmann. Ebenfalls günstig können gebrauchte Babyklamotten im Internet gekauft werden, beispielsweise bei eBay oder Mamikreisel, einem Ableger der Tauschbörse Kleiderkreisel.

Hier gibt es die Liste der Erstausstattung als Pdf


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