Deckbau mit Spielplan Bei Trains kommt die Bahn tatsächlich

Von Hauke Petersen


Osnabrück. Die Bahn kommt! Wirklich? Zumindest im Deckbauspiel Trains (Pegasus/AEG) von Hisashi Hayashi ist das der Fall. Die Spieler optimieren ihre Kartensätze, um lukrative Bahnstrecken auf dem Japan-Spielplan zu errichten. Der Mechanismus erinnert an ein Spiel des Jahres.

So geht’s: Wer erschafft das mächtigste Eisenbahnnetz in Japan? Auf einem Spielplan müssen die Spieler in Städten Bahnhöfe errichten und mit eigenen Gleisen verbinden. Dazu spielen sie entsprechende Aktionskarten aus. Anfangs starten alle Mitspieler mit demselben, noch überschaubaren Kartendeck. Sie ergänzen dieses aber durch ausliegende, unterschiedlich teure Aktionskarten, die vor jedem Spiel aus einem Pool aus 30 Karten zufällig gezogen werden. Manche machen den Gleisbau günstiger, andere lassen einen zügiger durch sein Deck surfen, um nur zwei Beispiele von vielen zu nennen. Zug-Karten wie Regionalzug oder D-Zug bringen das nötige Geld, um die Aktionskarten zu kaufen.

Beim Bau ist es wie im richtigen Leben: Jeder Bahnhof, jedes Gleis erzeugt Bauschutt. Und diesen müssen die Spieler in Form von Müllkarten schlucken. Sie bremsen den Tatendrang, denn sie sind auf der Hand nichts als unnützer Ballast. Loswerden können sie einige davon nur, wenn sie komplett auf einen Zug verzichten.

Kaufen können die Spieler auch Siegpunktkarten. Wann immer man sie von seiner Hand ausspielt, zieht man auf der Siegpunktleiste voran. Die meisten Siegpunkte aber gibt es in der Endwertung, nicht nur für alle Siegpunktkarten im Deck, sondern auch für alle Gleise auf Bahnhöfen und an entlegenen Orten.

Spielerlebnis: Eins ist ziemlich wahrscheinlich: Wenn es den modernen Spieleklassiker Dominion (Spiel des Jahres 2009) nicht gegeben hätte, gäbe es wohl auch Trains nicht. Aber nur, weil ein Spiel die Idee eines anderen kopiert, muss es ja nicht schlecht sein. Und Trains ist ein alles andere als schlechtes Kennerspiel. Die Ballastfunktion der Siegpunktkarten aus dem Original übernimmt hier der Müll, mit der schönen Idee, dass man den auch entsorgen kann. Auch die Verbindung des Deckbauspiels mit einem Spielplan ist gelungen. Der Spielspaß steigt dabei mit der Anzahl der Spieler. Während man sich zu zweit fast ein komplettes Spiel lang aus dem Weg gehen kann, ist der Ärger-Faktor durch nicht immer kompatible Pläne der anderen besonders im Viererspiel schön hoch. Für Abwechslung sorgen nicht nur die in jedem Spiel unterschiedlichen Aktionskarten, sondern auch die zwei Spielpläne. – Spielwert: ++o (empfehlenswert).

Trains - Die Bahn kommt! (Pegasus Spiele/AEG) von Hisashi Hayashi ist für 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahren. Eine Partie dauert je nach Spielerzahl zwischen 50 und 80 Minuten. UVP: 40 Euro. Hier finden Sie die Spielregel.

Legende: +++ = herausragend; ++o = empfehlenswert; +oo = durchschnittlich; ooo = dürftig

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