Hashtag #alsichschwangerwar Gegen Schlankheitswahn in der Schwangerschaft


Osnabrück. Kommt nach dem #aufschrei nun #alsichschwangerwar? Als Reaktion auf einen Artikel über magersüchtige Mütter twittern Frauen über ihre oftmals traurigen Erlebnisse aus der Zeit, als sie schwanger waren.

Heidi Klum? Modelte wenige Wochen nach der Geburt ihres Kindes wieder. Und Victoria Beckham sah bei ihrer letzten Schwangerschaft so aus, als hätte sie einen kleinen Ball verschluckt. Zwei Wochen nach der Entbindung trug sie wieder Hosengröße 34.

Dass so etwas nicht normal ist, müsste jeder wissen. Schließlich gibt es die Regel, dass ein Bauch, der neun Monate gewachsen ist, auch neun Monate braucht, um wieder zu verschwinden. Trotzdem scheinen einige Frauen das schon krankhafte Ideal der überschlanken Frau auch in ihrer Schwangerschaft auszuleben. Von dieser Schwangerschaftsmagersucht, die in England den Namen Pregorexia (Pregnancy und Anorexia) trägt, berichtete ein Text von Lara Fritsche im Magazin der Süddeutschen Zeitung.

Als Reaktion darauf hat sich der Hashtag #alsichschwangerwar gebildet. Hier berichten - überwiegend - Frauen über ihre Erfahrungen während der Schwangerschaft - und die sind oftmals nicht nett, sondern zeugen eher von einer seltsamen Sicht auf Frauen mit dickem Bauch und einer generellen Unhöflichkeit gegenüber Schwangeren.

Ist der Bauch erst ruiniert?

„Es ist grauenhaft: In dir entwickelt sich ein neuer Mensch und alle tun so als wäre dein Gewicht jetzt das Hauptproblem. #alsichschwangerwar“, twittert beispielsweise Hanna SammüllerGradl: Nicht schön auch die Erfahrungen von lesulu: „Und alle mussten unbedingt den wachsenden Bauch anfassen...auch Fremde...ohne zu fragen natürlich... #alsichschwangerwar.“ Auch ein Vater kommt zu Wort: „#alsichschwangerwar; nun ja ich war ja nicht schwanger aber als Kind drei unterwegs war sagte ich ;Chef Elternzeit‘ - er so: „WAAAAASSSS!!!???“ Positiver sah es jedoch Ayla Mayer: „#alsichschwangerwar dauerte es, bis ich begriff: Dein Bauch ist nicht ruiniert, dein Bauch ist super! Dein Bauch kann kleine Menschen machen!“

Den Hashtag sehen jedoch nicht alle positiv: „Wann hören Frauen endlich damit auf, Twitter als Klagemauer zu nutzen? Das Gejammere bei #alsichschwangerwar ist ja nicht auszuhalten“, findet Sissi Adamski. Und Twitteruser Dorfdisko fasst es so zusammen: „Frauen, die sagten #aufschrei, sagten auch #alsichschwangerwar.“

Ob #alsichschwangerwar allerdings die Schlagkraft von #aufschrei erreicht, ist fraglich. Um diese Dimensionen zu erhalten und in alle anderen Medien überzuschwappen, müssten noch viel mehr mitmachen.


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