Teil der Alltagskultur Neue Leitlinien würdigen Computerspiele als Kunst

Egoshooter auf der Computer und IT Messe Cebit. Foto: ImagoEgoshooter auf der Computer und IT Messe Cebit. Foto: Imago

Osnabrück. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat die Leitlinien überarbeitet, die als Grundlage für Altersfreigaben dienen. Dort wird nun auch der künstlerische Aspekt der Games gewürdigt. Gleich zu Beginn der Präambel heißt es „Computerspiele sind selbstverständlicher Teil unserer Alltagskultur“.

„Technisch Machbares und ästhetischer Ausdruck können sich in einer Art und Weise verbinden, dass Spiele Merkmale einer Kunstform in der zeitgenössischen Unterhaltung erhalten. Durch die Chance der Interaktivität können sich Entwickler wie Spieler durch das Medium ausdrücken, sich kritisch mit Gesellschaft und ihren Prozessen auseinandersetzen und dabei Wirklichkeit, Entwicklung und Veränderung reflektieren“, zitiert die Technikseite Golem aus den überarbeiteten Leitlinien der Spieleprüfer.

Als Beispiel verweist die USK auf das in Deutschland produzierte „Spec Ops: The Line“. Wer bei dem Ego-Shooter die künstlerischen Aspekte - konkret die anspruchsvolle und differenzierte Handlung - außer Acht lasse und es nur als Ballerspiel behandele, könne dem Gesamtwerk nicht gerecht werden, meint der Beirat der USK

„Computerspiele werden immer häufiger unter dem Blickwinkel der Kunst betrachtet. Ich freue mich, dass wir diese Anerkennung des Mediums nun auch bei der USK stärker deutlich machen können“, kommentiert Felix Falk, Geschäftsführer der USK, die Erweiterung der Richtlinien.

Der Absatz habe keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Höhe von Altersfreigaben - dafür sei weiterhin „der Gesamteindruck des Spiels unter Berücksichtigung der möglichen Beeinträchtigung von Kindern und Jugendlichen ausschlaggebend“, so die USK. Unterschwellig würden künstlerische Aspekte in Prüferfortbildungen und Beiratssitzungen aber zunehmend eine Rolle spielen.


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