Schreck, lass nach! SEPA kommt – Neue Regeln im Zahlungsverkehr

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Ab Februar gelten im Zahlungsverkehr neue Regeln. Foto: ImagoAb Februar gelten im Zahlungsverkehr neue Regeln. Foto: Imago

Osnabrück. SEPA, IBAN, BIC – allein schon die Abkürzungen haben das Zeug, viele Menschen zu verschrecken. Ab Februar gelten im Zahlungsverkehr neue Regeln – die Kontonummer gleicht dann einem Lindwurm. Doch den Kopf in den Sand zu stecken hilft nicht weiter. Wohl aber Information. Deshalb starten wir heute eine mehrteilige Serie zum Thema.

Was ist SEPA?

Das Kürzel steht für Single Euro Payments Area , also einen einheitlichen Zahlungsraum für bargeldlose finanzielle Transaktionen in Euro. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden damit standardisiert und abgewickelt – egal ob sie ins Inland oder über Grenzen hinaus gehen. Zu SEPA gehören seit dem 1. Juli 33 Länder, das sind die 28 EU-Staaten plus Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz.

Solche SEPA-Überweisungen und -Lastschriften sind schon seit ein paar Jahren möglich, in der Praxis werden sie aber meist nur bei Überweisungen ins Ausland genutzt. Doch ab 1. Februar 2014 wird es ernst.

Wer ist davon betroffen?

Die internationale Kontonummer wird ab Februar 2014 Pflicht bei Überweisungen – auch im Inland. Daher ist jeder Kontoinhaber, der Überweisungen oder Lastschriften tätigt, betroffen. Verbraucher, also Privatkunden, können Überweisungen aber noch bis 1. Februar 2016 mit Kontonummer und Bankleitzahl tätigen.

Warum quält man uns damit?

Natürlich ist jede Neuerung zunächst einmal lästig. Doch auch das bisherige Zahlungssystem hat einige große Nachteile, die nun behoben werden sollen. Wer als Bankkunde Geld ins Ausland überweist, muss beispielsweise Zeitverzug und Bankgebühren in Kauf nehmen. Eine Überweisung soll beim SEPA-Verfahren dagegen nur noch einen Bankgeschäftstag statt bisher bis zu einer Woche dauern. Wer im Ausland geschäftlich zu tun hat, kann es sich zudem künftig ersparen, dort ein eigenes Konto zu führen.

Er kann alles von seinem deutschen Konto aus regeln. Wer etwa in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet, kann sich sein Gehalt auf sein Konto in der Heimat überweisen lassen. Die Miete für die Ferienwohnung auf Mallorca lässt sich bequem über ein deutsches Konto zahlen. Verbraucher und Unternehmen können ihren gesamten Euro-Zahlungsverkehr über ein Konto bei einer beliebigen Bank in ganz Europa abwickeln.

Wofür steht IBAN?

IBAN ist die internationale Bankkontonummer. Weil sie wesentlich mehr Zeichen – bis zu 22 – enthält als die bisherige Kontonummer, haben Spötter sie schon „Iban die Schreckliche“ getauft. Doch so schrecklich ist sie nun auch wieder nicht. Sie beginnt mit dem Ländercode (für Deutschland: DE) und einer zweistelligen Prüfziffer. Danach folgt eine nationale Komponente, in Deutschland sind das die Bankleitzahl und die Kontonummer (siehe auch unsere Grafik).

Auch auf Ihrem Schreibtisch oder in der Schublade finden Sie schon Ihre persönliche IBAN. Schauen Sie einfach mal genau auf Ihre Kontoauszüge. Dort steht auch die BIC. Auch auf neueren EC-Karten, aber längst nicht auf allen, finden sich die neuen Nummern bereits.

Und was bedeutet BIC?

Der BIC ist der internationale Code zur Identifizierung der Bank. Diese Buchstabenfolge ersetzt bei SEPA die bisherige Bankleitzahl. Der BIC soll ab Februar 2014 bei Transfers im eigenen Land wegfallen, ab Februar 2016 auch bei Zahlungen ins Ausland.

Morgen lesen Sie: Schonfrist für Bankkunden – Bei Inlandstransfers funktioniert noch die alte Kontonummer


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