442. Geburtstag Astrologe und Astronom: Google ehrt Johannes Kepler

Im Brennpunkt der Planetenbahnen: Johannes Kepler. Screenshot: NOZIm Brennpunkt der Planetenbahnen: Johannes Kepler. Screenshot: NOZ

Osnabrück. Heute würde er seinen 442. Geburtstag feiern: Johannes Kepler. Der am 27. Dezember in Weil geborene Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe, Optiker und evangelischer Theologe leistete einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Himmelsmechanik.

Google würdigt Kepler mit Doodle als den Mann, der als erster die Gesetzmäßigkeiten der Planetenumlaufbahnen erkannte.

Sechs Fakten und drei Gesetze zu Johannes Kepler

1. Astrologe und Astronom: Gegensätzlicher könnten zwei Berufsbezeichnungen eigentlich nicht sein. Auf der einen Seite hellseherischer Mummenschanz, auf der anderen Seite streng wissenschaftliche Forschung. Der Graben war nicht immer so tief: Kepler war nicht nur Astronom und Mathematiker, sondern auch Astrologe, letzteres unter anderem für Kaiser Rudolph II. und später für Wallenstein.

2. Schattenmann: In Prag war Kepler Assistent von Tycho Brahe. Ein schwieriges Verhältnis, in dem Brahe keine Zweifel aufkommen ließ, wer Hofmathematiker und wer Assistent war. Kepler wollte Brahes umfassenden Gestirnsbeobachtungen auswerten, Brahe rückte aber nie mehr davon heraus, als Kepler zur Bearbeitung der ihm gestellten Aufgaben benötigte. Die Qual dauerte nur ein gutes Jahr: Brahe starb, Kepler wurde sein Nachfolger als kaiserlicher Mathematiker am Hof von Rudolph II.

3. Endlich: Als Nachfolger von Brahe hat Keppler endlich Zugriff auf dessen Aufzeichnungen und Tabellen. Er rechnet und rechnet und rechnet. Und entdeckt die nach ihm benannten keplerschen Gesetze, die die Planetenbewegungen beschreiben und mit denen seither Generationen von Schülern im Physikunterricht gequält wurden,

4. Das erste Keplersche Gesetz:Die Planeten bewegen sich auf elliptischen Bahnen, in deren einem gemeinsamen Brennpunkt die Sonne steht. Das scheint logisch...

5. Das zweite Keplersche Gesetz: Ein von der Sonne zum Planeten gezogener „Fahrstrahl“ überstreicht in gleichen Zeiten gleich große Flächen. Prima, wenn man Flächen berechnen kann...

6. Das dritte Keplersche Gesetz: Die Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen (Kuben) der großen Bahnhalbachsen. Spätestens hier wird es schwierig. Und was sind „große Bahnhalbachsen“?

7. Optik: Beobachten war wohl nicht wirklich die Stärke von Kepler, eher das Auswerten von Daten und das Ableiten von Regeln, die diese Daten erklären. Ein großer Mathematiker, aber nicht nur das: Mit der „Dioptrice“ schuf Kepler auch die Grundlagen für die Optik als Wissenschaft. Und wieder danken Generationen von Schülern.

8. Es danken auch die Autofahrer: Kepler gilt als Erfinder der Zahnradpumpe, die heute in fast allen Motoren als Ölpumpe unverzichtbar ist.

9. Weltraumteleskop: Das im März 2009 gestartetes Weltraumteleskop der NASA wurde nach Johannes Kepler benannt.

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