Überweisungen nur noch mit IBAN Geld und Kapital: Das ändert sich 2014

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Ab dem 1. Februar sind Überweisungen auch innerhalb Deutschlands nur noch mit Angabe der IBAN und BIC möglich. Foto: dpaAb dem 1. Februar sind Überweisungen auch innerhalb Deutschlands nur noch mit Angabe der IBAN und BIC möglich. Foto: dpa

Osnabrück. Ab Februar läuft der Zahlungsverkehr nach den neuen SEPA-Regeln, schon ab Jahresbeginn gibt es einige Änderungen bei Riester- und Rürup-Verträgen. Und die günstige Verrechnung von Altverlusten von Wertpapiergewinnen läuft aus.

SEPA: Neue Zahlungsregeln ab 1. Februar: Ab diesem Stichtag laufen Überweisungen und Lastschriften europaweit nach den SEPA-Regeln. SEPA steht für „Single Euro Payments Area“ und soll es Verbrauchern und Unternehmen ermöglichen, grenzüberschreitend in mehr als 30 europäischen Ländern genauso einfach und bequem bargeldlos zu bezahlen wie hierzulande. Künftig sind für den Zahlungsverkehr die internationale Kontonummer IBAN (International Bank Account Number) und – zeitlich befristet – die BIC (internationale Bankleitzahl) von Bedeutung. Bis 31. Januar 2016 dürfen Verbraucher in Deutschland inländische Überweisungen aber auch noch unter Angaben der altbekannten Kontonummer und Bankleitzahl tätigen.

Wohn-Riester: Riester-Sparer können angespartes Guthaben für den Kauf oder den Bau der eigenen vier Wände nutzen. Allerdings war dies bislang nur zu Beginn der Auszahlungsphase des Vertrags möglich. Ab 2014 nun darf beim Wohn-Riestern bestehendes Guthaben jederzeit verwendet werden, um die Schulden für die eigene Immobilie zu tilgen. Das Kapital aus dem Riester-Vertrag kann entweder vollständig oder anteilig entnommen werden. Allerdings müssen mindestens 3000 Euro entnommen werden. Wird nur ein Teil entnommen, um den Vertrag fortzuführen und die staatliche Förderung weiter zu erhalten, müssen mindestens 3000 Euro im Sparvertrag stehen bleiben. Künftig darf das Geld aus einem Riester-Vertrag übrigens auch für den altersgerechten Umbau einer selbst genutzten Immobilie genutzt werden.

Und noch eine Verbesserung: Bislang darf der Riester-Sparer nur zu Beginn der Auszahlungsphase wählen, ob er sein Wohnförderkonto sofort oder in Raten bis zum 85. Lebensjahr auflöst. Ab 2014 kann er sich jederzeit entscheiden.

Basis-Rente: Mit dem Abschluss eines Basis-Rentenvertrags (sogenannte Rürup-Rente) können sich insbesondere Selbstständige eine private Altersvorsorge aufbauen und damit Steuern sparen. Ab 2014 steigt die steuerliche Förderung für sogenannte Rürup-Renten planmäßig weiter an. Absetzbar sind nun 78 Prozent der Einzahlungen bis zu einer Maximalsumme von 20000 Euro/40000 Euro (Ledige/ Verheiratete). Ledige dürfen folglich Vorsorgebeiträge von bis zu 15600 Euro und Verheiratete von bis zu 31200 Euro als Sonderausgabe beim Finanzamt geltend machen. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent erzielen Ledige einen Steuervorteil von maximal 6552 Euro. Im Gegenzug muss die später gezahlte Rente versteuert werden.

Ab 2014 wird es möglich sein, bei der Rürup-Rente auch eine separate Versicherung gegen Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung abzuschließen, darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Die Aufwendungen für diese Neuabschlüsse können im Rahmen des Sonderausgabenabzugs beim Finanzamt geltend gemacht werden. Voraussetzung dafür ist, dass im Versicherungsfall eine lebenslange Rente gezahlt wird.

Wichtig: Der Abschluss einer Rürup-Police will gut überlegt sein und sollte auf keinen Fall nur unter Steuergesichtspunkten erfolgen.

Spartipp: Wer noch vor Jahreswechsel abschließt und die volle förderfähige Summe einzahlt, sichert sich die Vorteile noch für 2013 in voller Höhe. In diesem Jahr sind 76 Prozent der Zahlungen steuerlich absetzbar.

Betriebliche Altersvorsorge: Im Rahmen der Gehaltsumwandlung besteht ab kommendem Jahr mehr Spielraum, Steuern und Sozialabgaben zu sparen. Ursache hierfür ist die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West auf 71400 Euro. Da bei der Gehaltsumwandlung direkt aus dem Bruttolohn Einzahlungen in Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds mit bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze begünstigt werden, können Arbeitnehmer statt 2784 Euro ab kommendem Jahr nach Berechnungen der Postbank 2856 Euro Gehalt umwandeln. Dieser Wert gilt einheitlich für das gesamte Bundesgebiet.

Neue Regeln bei der Verrechnung von Altverlusten aus Wertpapieren: Ab 2014 dürfen Altverluste aus Wertpapieren, die in der Zeit vor 2009 entstanden sind (also vor Start der Abgeltungsteuer) und vom Finanzamt bescheinigt wurden, nur noch mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften neuer Prägung, also etwa aus dem steuerpflichtigen Verkauf von vermieteten Immobilen, Edelmetallen wie Goldmünzen oder Antiquitäten verrechnet werden. Die Verrechnung ist nur über die Steuererklärung möglich. Die Verrechnung von Altverlusten wird damit erheblich erschwert. Spartipp: Wer noch 2013 gegensteuert und die noch bestehenden Verrechnungsmöglichkeiten nutzt (etwa über den gewinnträchtigen Verkauf von Wertpapieren, die seit 2009 ins Depot kamen), kann die Altverluste noch leichter abbauen.

Bankenaufsicht: Die einheitliche europäische Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank startet. Die EZB mit Sitz in Frankfurt soll von November 2014 an wichtige Banken beaufsichtigen, insbesondere Institute mit einer Bilanzsumme von mehr als 30 Milliarden Euro. Mit dem Riesenvorhaben soll verhindert werden, dass Banken in neue Schieflagen kommen und damit ganze Staaten gefährden.

Maklerkosten: In Zukunft soll das Prinzip gelten „Wer bestellt, muss bezahlen“. Damit wäre es vorbei mit der Praxis, dass in der Regel der wohnungssuchende Mieter die Gebühren zahlt. Außerdem soll es künftig auch möglich sein, dass der Makler – unabhängig vom Erfolg – entsprechend seinem Beratungsaufwand honoriert wird.

Silbermünzen: Ab dem 1. Januar steigt der bislang ermäßigte Umsatzsteuersatz beim Erwerb von Silbermünzen von sieben auf 19 Prozent. Der Kauf und Verkauf von Goldmünzen und Goldbarren bleibt dagegen weiterhin weitgehend umsatzsteuerfrei.

Bezahlbare Mieten: Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag auf neue Schutzregeln für Mieter geeinigt – die sogenannte Mietpreisbremse. Danach sollen die Bundesländer die Möglichkeit erhalten, zunächst für fünf Jahre Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten auszuweisen – das sind vor allem besonders begehrte Stadtviertel. Dort darf der Eigentümer bei einer Wiedervermietung maximal einen Mietpreis verlangen, der zehn Prozent über der ortsüblichen Miete liegt. Zudem darf die Miete innerhalb dieser Gebiete in drei Jahren maximal um 15 Prozent steigen.

Grundsatzurteile: Wenn Kunden oder Geldanleger von Anbietern über den Tisch gezogen wurden, können sie ab dem kommenden Jahr leichter von Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) profitieren: Mit einer Neuregelung der Zivilprozessordnung werden die Rechte von Betroffenen im Revisionsverfahren gestärkt. Der Rechtsstreit darf nun nicht mehr einseitig beendet werden, nur um ein Urteil zu verhindern, auf das sich Geschädigte in vergleichbaren Fällen berufen können.

Prozesskostenhilfe: Auch wer nur ein geringes Einkommen hat, soll seine Rechte vor Gericht einfordern können – dafür sorgt das Prozesskostenhilferecht. Ab 1. Januar gelten neue Regeln: Neu ist, dass jeder, der Prozesskostenhilfe bekommt, dem Gericht nun vier Jahre lang nach Beendigung des Verfahrens von sich aus Verbesserungen beim Einkommen mitteilen muss. Zudem kann das Gericht verlangen, dass der Antragsteller eine Versicherung an Eides statt über seine persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse abgibt.

Erwerbsminderung: Wer wegen einer Krankheit eine Erwerbsminderungsrente bezieht, soll nach dem Willen der Großen Koalition ab dem 1. Juli 2014 so gestellt werden, als hätte er 62 Jahre lang gearbeitet – bislang waren es 60 Jahre. Das würde die Rente der Betroffenen deutlich aufbessern.

Mütterrente: Ab Juli 2014 sollen etwa neun Millionen Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, mehr auf dem Rentenkonto haben. Für jeden Sprössling soll ihnen ein Rentenpunkt zusätzlich angerecht werden. In Euro und Cent bedeutet das : im Westen erhalten die Frauen 28,12 Euro mehr Rente pro Monat, im Osten erhalten die Frauen 25,74 Euro zusätzlich.

Hartz-IV-Leistungen: Die Sozialhilfe und die Grundsicherung (Hartz IV) erhöhen sich zum Jahreswechsel: Ein alleinstehender Erwachsener erhältab dem 1. Januar monatlich 391 Euro Grundsicherung (2013: 382 Euro). Die Regelsätze für die im Haushalt lebenden Partner und Kinder (Bedarfsgemeinschaft) steigen anteilig. Für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren gibt es sechs Euro mehr.

Rente mit 63: Ab dem 1. Juli sollen langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren bereits mit 63 Jahren (bislang 65 Jahren) ohne Abschläge in Rente gehen können. Zudem sollen bei den 45 Jahren nun auch Zeiten der Arbeitslosigkeit berücksichtigt werden. Allerdings soll der frühere Bezug von Rente nur vorübergehend möglich sein. Der Koalitionsvertrag sieht vor, das Zugangsalter für die Rente ohne Abschlag „parallel zur Anhebung des allgemeinen Renteneintrittsalters“ nach und nach wieder auf das 65. Lebensjahr anzuheben.


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