Festessen macht dumm Ungesunde Ernährung schadet dem Gehirn

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Bei vielen Familien gehört ein üppiges Mahl zum Weihnachtsfest dazu. Foto: ImagoBei vielen Familien gehört ein üppiges Mahl zum Weihnachtsfest dazu. Foto: Imago

Sydney. Wer es in der Weihnachtswoche richtig krachen lässt, könnte mit mehr als nur ein paar extra Kilos bestraft werden. Australische Forscher haben herausgefunden, dass ungesunde Ernährung selbst für nur eine Woche dem Gehirn schadet.

Vorsicht vor zu viel Weihnachtsgelüsten: Nach einer aktuellen Studie der Universität von New South Wales in Sydney beeinflussen fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel die Wahrnehmungsfähigkeit des Gehirns. Das Gedächtnis wird schlechter. Die Effekte des ungesunden Essens testeten die Forscher zunächst an Ratten. Nach Aussagen der Wissenschaftler könnten sich die Ergebnisse der Studie unter Umständen aber auch auf den Menschen anwenden lassen.

Für die Studie, die im Fachmagazin „Brain, Behavior and Immunity“ veröffentlicht wurde, haben die Forscher Ratten eine extrem fett- und zuckerhaltige Diät verabreicht. Bereits nach einer Woche ließ die Wahrnehmungsfähigkeit der Tiere nach. Sie waren deutlich schlechter dabei zu erkennen, wenn ein Objekt an einen neuen Ort bewegt wurde. Die Forscher stellten fest, dass die Tiere alle an einer Entzündung des Hippocampus litten – einem Bestandteil des Gehirns, der mit dem räumlichen Gedächtnis und der örtlichen Orientierung assoziiert wird. „Wir wussten bereits, dass Fettleibigkeit zu Entzündungen im Körper führt, aber bisher war uns nicht klar, dass es auch zu Veränderungen im Gehirn führt“, sagte Margaret Morris, eine der Wissenschaftlerinnen, die an der Studie am medizinischen Institut der Universität mitgearbeitet hat. Die Ergebnisse der Studie fielen ebenfalls schlecht aus, als den Ratten eine gesunde Diät verabreicht wurde, sie jedoch Zuckerwasser statt reines Wasser tranken.

Überrascht waren die Forscher vor allem, wie schnell die Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten einsetzte. Bereits nach einer Woche waren die Ratten durch die ungesunde Nahrung „dümmer“ geworden. „Unsere vorläufigen Daten deuten zudem darauf hin, dass der Schaden sich nicht rückgängig machen lässt, wenn die Ratten wieder gesunde Nahrung zu sich nehmen“, sagte die Forscherin. „Das ist sehr beunruhigend.“

Auf Menschen bezogen, denken die Forscher, dass vor allem ältere Menschen durch eine schlechte Ernährung Probleme bekommen könnten. „Während Nahrung unser Gehirn in jedem Alter beeinträchtigt, ist es kritisch, wenn wir älter werden, und könnte wichtig sein, um den Abbau kognitiver Fähigkeiten zu verhindern“, sagte Margaret Morris.

Nach einer Woche Weihnachtsmarathon mit Stollen, Glühwein und knuspriger Ente könnte man demnach nicht nur Probleme dabei haben, den Hosenknopf zu schließen, sondern auch nicht mehr wissen, wo die Autoschlüssel, das Handy oder der Geldbeutel liegen. Zumindest wenn sich die tierischen Ergebnisse wirklich auf den Menschen übertragen lassen.


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