„Wie beim echten Menschen“ Leber aus 3D-Drucker arbeitete 40 Tage lang

In einem 3D-Drucker wird das Objekt Schicht für Schicht aufgebaut. Foto:dpaIn einem 3D-Drucker wird das Objekt Schicht für Schicht aufgebaut. Foto:dpa

Osnabrück. Eine mit einem 3D-Drucker hergestellte Leber hat nach Angaben des US-Herstellers Oreganovo unter Laborbedingungen 40 Tage am Stück „wie die Leber eines echten Menschen“ funktioniert.

Das Unternehmen hatte nach einem Bericht der Technikseite Gulli.de bereits im April dieses Jahres über einen sensationellen Durchbruch im Forschungsbereich 3D-gedruckter Organe berichtet. Damals war es gelungen, mehrere Zellschichten aus künstlich replizierten Leberzellen im Labor zu drucken und über eine Spanne von fünf Tagen am Leben zu halten. Der nur einen halben Millimeter hohe und vier Millimeter große Zellhaufen war aber bereits in der Lage, die Aufgaben von menschlichen Leberzellen zu imitieren. Die künstliche Mini-Leber hatte unter Laborbedingungen erfolgreich wichtige Entgiftungs-Enzyme und Proteine produziert, darunter auch Cholesterin.

Jetzt ist es Oreganovo nach eigenen Angaben gelungen, die Lebensdauer der Zellen auf 40 Tage zu erhöhen.

Dies gelang offenbar durch einen Mix aus Zellen, die für die Funktionen der Leber verantwortlich sind, und Zellen, die die Leber in ihrem Wachstum unterstützen. Vorher bestand die 3D-gedruckte Leber lediglich aus Funktionszellen.

Ein möglicher Einsatz der 3D-gedruckten Leberzellen könnte in der Erforschung von Langzeiteinflüssen von Medikamenten auf die menschliche Leber bestehen, erklärte Keith Murphy, Chef von Organovo auf einer Fachkonferenz in Bethesda (US-Staat Maryland).

Eines der größten Hindernisse für die Entwicklung einer voll funktionsfähige Leber in Originalgröße im 3D-Druck liegt weiterhin in der Entwicklung von Netzwerken aus Blutgefäßen, die es schaffen, ein ganzes Organ zu versorgen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN