Ämter-Check der NOZ Geburtsurkunde, Kindergeld und Elterngeld: Wo und wann beantragen?

Endlich ist das Baby da - und die Bürokratie geht los. Deshalb nun alles zum Thema: „Baby anmelden, aber richtig“. Foto: dpaEndlich ist das Baby da - und die Bürokratie geht los. Deshalb nun alles zum Thema: „Baby anmelden, aber richtig“. Foto: dpa

Osnabrück. Geburtsurkunde, Kindergeld und Elterngeld: Endlich ist das Baby da - und die Bürokratie geht los. Doch im Trubel rund um die Geburt wissen viele Eltern nicht, wohin sie zuerst gehen müssen. Deshalb nun alles zum Thema: „Baby anmelden, aber richtig“.

Ein Tipp vorweg: Viele der beim Ämter-Marathon nötigen Formulare können Familien schon vor der Geburt angefordert oder im Netz runtergeladen werden. Allerdings nicht die Geburtsurkunde: Innerhalb der ersten Woche nach Geburt sollten Eltern ihr Kind beim Standesamt des Geburtsorts anmelden, um diese zu erhalten. Einige Krankenhäuser und Geburtshäuser in der Region nehmen die Anmeldung selbst vor. Das Standesamt benötigt jedoch immer die vom Arzt oder der Hebamme ausgestellte Geburtsbescheinigung, einen Personalausweis oder Reisepass des Anmeldenden und eine schriftliche Bestimmung des oder der Vornamen.

Außerdem sind - je nach Familienstatus der Mutter - bei Ledigen die Geburtsurkunde der Mutter oder bei Verheirateten das Familienstammbuch oder die Eheurkunde vonnöten. Geschiedene müssen ihre Eheurkunde mit Scheidungsvermerk, verwitwete Mütter die Eheurkunde mit Vermerk über den Tod des Partners vorzeigen.

Das Kindergeld kann bei der Familienkasse der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden. Hier sind die Geburtsurkunde des Kindes und ein Antragsschreiben notwendig. Die Änderung des Kinderfreibetrages erfolgt beim zuständigen Finanzamt. Hierfür kann die Geburtsurkunde mit einem formlosen Schreiben an das Finanzamt gesendet werden oder die Eltern bringen sie nebst Schreiben vorbei. Das Finanzamt übermittelt die Daten an den Arbeitgeber. Kindergeld wird bei der örtlichen Familienkasse beantragt. Diese befindet sich in der Regel in der Agentur zur Arbeit.

Anmeldung bei der Krankenkasse

Ebenfalls in der ersten Woche nach der Geburt sollte das Baby in einer Krankenkasse angemeldet werden. Zumeist wird es dafür über eines der Elternteile mitversichert, muss dafür aber separat angemeldet werden. Bei privaten Versicherungen sollte man schon vorher geklärt haben, wie und unter welchen Bedingungen das Kind mitversichert werden kann.

Bei gesetzlichen Krankenkassen reicht es, diese zuerst telefonisch über die Geburt zu informieren. Sie schickt einem ein Anmeldeformular zu, das man mitsamt einer Geburtsurkunde zurücksendet. Die Versicherungskarte des Kindes kommt dann etwa zwei Wochen später.

Möglichst zeitnah sollte auch das Elterngeld beantragt werden. Dies ist zwar eine Leistung des Bundes, die Verwaltung übernehmen jedoch die einzelnen Bundesländer. Deshalb existiert kein einheitlicher Antrag und auch die Elterngeldstellen, bei denen man es beantragt, sind nicht einheitlich.

Vaterschaft und Reisepass

Unverheiratete Eltern können die Vaterschaft schon vor oder auch nach der Geburt anerkennen lassen. Zuständig sind Jugend- oder Standesamt. Für die Anerkennung ist eine schriftliche Zustimmung der Mutter obligatorisch. Erfolgt die Anerkennung vor der Geburt, müssen die Eltern ihre Personalausweise und zudem ihre Geburtsurkunden mitbringen. Nach der Geburt muss auch die Geburtsurkunde des Kindes vorgelegt werden.

Falls für eine Familienreise für das Kind ein Reisepass benötigt wird, muss dieser auf dem Einwohnermeldeamt beantragt werden. Beide Eltern sollten anwesend sein und die Geburtsurkunde und ein Lichtbild des Kindes mitbringen. Dieses muss - wie bei Erwachsenen - biometrisch sein: Schnuller oder Mützchen sollten das Gesicht des Babys also nicht verdecken.

Hier können Sie die Checkliste als PDF herunterladen.


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