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Unterschiede und Stellen Kindergeld, Elterngeld, Betreuungsgeld: Was ist was?

Kindergeld, Elterngeld und Betreuungsgeld: Wer eine Familie hat, sollte sich auskennen. Foto: ColourboxKindergeld, Elterngeld und Betreuungsgeld: Wer eine Familie hat, sollte sich auskennen. Foto: Colourbox

Osnabrück. Wo und wann beantragen junge Eltern Kindergeld, Elterngeld, Elterngeld Plus und Betreuungsgeld? Und was sind eigentlich die Unterschiede? Hier eine kurze Erklärung der drei Leistungen.

Selbst Eltern kommen bei den drei Begriffen durcheinander, denn sie klingen ähnlich, sprich: es geht um Geld und um Kinder. Allerdings unterscheiden sich Kindergeld, Elterngeld oder Betreuungsgeld stark voneinander.

Kindergeld: In Deutschland zahlt der Staat für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr Kindergeld. Der Anspruch kann bis zum 25. Lebensjahr ausgeweitet werden, falls das Kind zur Schule geht, eine Ausbildung macht oder studiert. Das Kindergeld muss kurz nach der Geburt bei der zuständigen Stelle in der Agentur für Arbeit beantragt werden. Die Höhe ist abhängig von der Anzahl der Kinder: So erhält man für das erste 184 Euro monatlich, für zwei Kinder insgesamt 368 Euro, für drei insgesamt 558 Euro und ab dem vierten Kind jeweils 215 Euro.

Elterngeld: Seit dem 1. Januar 2007 unterstützt der Staat Eltern von kleinen Kindern mit Elterngeld, wenn diese das Kind betreuen und nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten. Dieses wird noch zwölf bis höchstens 14 Monate ab Geburt gezahlt und richtet sich nach dem Nettoverdienst des betreuenden Elternteils. Es variiert aktuell zwischen 300 und 1800 Euro.

Beantragt werden muss das Elterngeld kurz nach der Geburt bei den zuständigen Elterngeldstellen, in Niedersachsen befinden sich die in der Regel in Rat- oder Kreishäusern. Es kann auch rückwirkend beantragt werden, allerdings nur für drei Monate. Mit der Elternzeit hat das Elterngelt jedoch nichts zu tun.

Elterngeld Plus: Allerdings soll es nach Plänen von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ab Juli 2015 als „Elterngeld Plus“ künftig bis 28 Monate ausgezahlt werden: Wenn das Netto-Einkommen vor Geburt des Kindes 2000 Euro beträgt, gibt es bisher 65 Prozent dieser Summe Elterngeld für Vater oder Mutter, das sind 1300 Euro monatlich für bis zu 14 Monate. Mit dem „Elterngeld Plus“ können alternativ bei einem Netto-Teilzeiteinkommen von 900 Euro über 24 Monate 650 Euro monatlich bezogen werden. Hinzu kommt eine Option auf vier weitere Monate, wenn Vater und Mutter für mindestens vier aufeinanderfolgende Monate gleichzeitig 25 bis 30 Stunden pro Woche erwerbstätig sind.

Betreuungsgeld: Diese im August 2013 eingeführte Sozialleistung richtet sich nur an Kinder, die nach dem 1. August 2012 geboren wurden und in ihrem zweiten oder dritten Lebensjahr zuhause und nicht in Kindergärten oder ähnlichen Einrichtungen betreut werden. Ein gleichzeitiger Bezug von Elterngeld ist nicht möglich, so dass Kinder in der Regel erst ab dem 15. Monat beitragsberechtigt sind. Es kann maximal 22 Monate ausgezahlt werden. Ein wichtiger Stichtag ist der 1. August 2014: Bei Bezug vor diesem Termin werden 100 Euro pro Monat gezahlt, danach 150 Euro. Beantragt wird das Betreuungsgeld in Niedersachsen bei den Elterngeldstellen in Rat- oder Kreishäusern.

Und zu guter Letzt das Taschengeld: Nicht der Staat, sondern Mama oder Papa zahlen ihrem Nachwuchs freiwillig Taschengeld. Ziel ist es, so zu einem autonomen Umgang mit Geld zu erziehen. Zumeist hängt die Höhe von der finanziellen Lage der Familie ab. Der Familienwegweiser der Bundesregierung empfiehlt, dass Kinder unter sechs Jahre nicht mehr als 50 Cent pro Woche bekommen. Seinem 18-jährigen Kind könne man aber bis zu 70 Euro im Monat auszahlen Wie hoch der Betrag sein darf, ist auch in der Familie umstritten: Kinder fordern oft mehr, Eltern weniger. Diese Spanne kann im Idealfall dazu beitragen, dass nicht nur der Umgang, sondern auch das Verhandeln um Geld erlernt wird…


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