Anderes Logo zum 194. Geburtstag Google Doodle: 9 Fakten zu Léon Foucaults Pendel


Berlin. Google schenkt Léon Foucault zum 194. Geburtstag ein Doodle – und reiht sich in die Liste seiner Pendel-Verehrer ein, zu denen schon der Eiffelturm-Erbauer, Umberto Eco und die Metal-Band Paraletica zählen.

Endlich peppt Google seine Suchmaske wieder mit einem Doodle auf. Heute ist es sogar ein animiertes. Es ehrt den Physiker Léon Foucault und das Pendel, mit dem er die Erdrotation experimentell bewiesen hat.

1. Was ist das Foucaultsche Pendel? Léon Foucault ist mit seinem im Doodle abgebildeten Pendel der Nachweis der Erdrotation gelungen. Er hängte sein Pendel so auf, dass er den Einfluss äußerer Kräfte ausschließen konnte. Weil es trotzdem Spuren im Sandboden hinterließ, schloss er: Nicht das Pendel, sondern der Erdboden hat sich bewegt.

2. Die Regler am Doodle: Das animierte Google-Doodle kann durch zwei Regler neben der Grafik verändert werden. Der erste variiert den Zeitpunkt der Pendelbewegung, der zweite den gedachten Standpunkt des Pendels auf der Erdkugel. Denn je nachdem, wie nah oder fern die Versuchsanordnung dem Äquator aufgebaut wird, fällt das Ergebnis aus. Wikipedia erklärt das so:

„Am Äquator dreht sich die Schwingungsebene des Pendels überhaupt nicht. Je weiter man sich vom Äquator entfernt, desto stärker ist die Drehung, an den geographischen Polen beträgt sie genau 360 Grad pro Sterntag (23 Stunden, 56 Minuten, 4,091 Sekunden). Dieser Wert erklärt sich daraus, dass sich am geographischen Pol (Austrittspunkt der Rotationsachse) die Erde einfach unter dem Pendel wegdreht, ohne dass das Pendel seine Position verändert (außer durch den Umlauf um die Sonne).“

3. Metal-Pendel mit Totenkopf: Die Mitglieder der Metal-Band Paraletica erweisen sich in ihrem Werk völlig unerwartet als interessierte Hobby-Physiker. In ihrem Song „Foucaults Pendulum“ lassen sie einen goldenen Totenschädel am Pendel schwingen. Hui, wie düster!

4. Einer war schneller – 200 Jahre: Der Italiener Vincenzo Viviani führte das Pendelexperiment fast 200 Jahre vor Foucault durch. Nebenbei schrieb er die erste Biografie über Galilei, dessen Mitarbeiter er war. Während Galileis Astronomie noch zum Verfahren vor der Inquisition führte, wurde Foucaults Versuch später in Köln und auch in Speyer im Dom nachgestellt.

5. Foucaults Name am Eiffelturm: Nicht nur die nerdigen Google-Doodle-Designer lieben Wissenschaftler (wie Rosalind Franklin oder Erwin Schrödinger ). Auch Alexandre Gustave Eiffel, der Erbauer des Eiffelturms, hat berühmten Forschern ein Denkmal gesetzt – und die Namen von 72 Größen der Naturwissenschaft am Eiffelturm eingravieren lassen. Foucault gehört dazu und mit ihm 69 weitere Franzosen, ein Italiener und ein Schweizer. Eiffels Blick auf die Wissenschaft war offenbar ein bisschen patriotisch geprägt.

6. Umberto Eco ist auch ein Fan: Dass Wissenschaft zum Abenteuerroman taugt, bewies Umberto Eco 1988 in seinem Roman „Das Foucaultsche Pendel“. Er setzt nicht nur dem Mann, der die Erdrotation nachgewiesen hat, ein Denkmal, sondern auch allen erdenklichen Geheimgesellschaften – von den Rosenkreuzlern bis zu den Illuminaten.

7. Mann im Mond: Auch auf dem Mond ist Foucault präsent – als Namensparton eines Mondkraters. Wer ihn sich ansehen möchte oder seine Koordinaten auswendig lernen will, bekommt alle nötigen Fakten auf dieser digitalen Mondkarte.

8. Leidvolles Sterben: Obwohl Foucaults (1819-1868) zahlreiche Erfindungen auf ein langes und erfülltes Leben schließen lassen, starb er tatsächlich früh – mit nur 48 Jahren –, nachdem eine Krankheit ihn fast vollständig hatte erblinden und verstummen lassen.

9. Physik ist schön – kauft mehr Zierpendel! Die Muster, die Foucaults Versuchsanordnung im Sand hinterlässt, sind nicht nur wissenschaftlich wertvoll, sondern auch ganz hübsch. Zu den vielen überflüssigen Deko-Gegenständen der Wohlstandswelt zählt daher auch das Sandpendel, das es bei eBay schon ab 15 Euro gibt. Die Schmucklinien, die das Pendel zeichnet, heißen übrigens Rosettenbahn.

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