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Mögliche Ursache für weltweites Massensterben: Stress durch Mobilfunkstrahlen Elektrosmog ist Gift für Bienen

Verheddert im Mobilfunknetz: Bienen setzt die Strahlung extrem zu. Foto: dpaVerheddert im Mobilfunknetz: Bienen setzt die Strahlung extrem zu. Foto: dpa

Berlin. Imker schlagen Alarm: Nach dem Winter sind etliche Bienenvölker eingegangen – ein weltweites Phänomen. Jetzt meinen indische Wissenschaftler, eine mögliche Ursache gefunden zu haben: Elektrosmog, in erster Linie verursacht durch Mobilfunkstrahlung, bringt das Orientierungssystem der Bienen durcheinander.

Bislang galten die Varroamilbe, Insektizide, Fungizide, Umweltveränderungen und auch Nahrungsmangel als Verursacher für das rätselhafte weltweite Bienensterben. Aber all diese Faktoren reichten den Forschern nicht aus, um das weltweite Massensterben der Honigbienen zu erklären.

Jetzt verfolgen die Wissenschaftler eine neue Theorie: Das unter Fachleuten als CCD (Colony Collapse Disorder) bezeichnete Phänomen wird in direkten Zusammenhang mit der Strahlung von Mobilfunknetzen gebracht.

Laut Erhebungen der Schweizer Imker sind im vergangenen Winter landesweit etwa 30 Prozent aller Bienenvölker eingegangen oder so geschwächt worden, dass sie nicht überleben werden. Der Frühling 2010 begann ohne das Gesumme von etwa 48000 Bienenvölkern. Auch in Österreich oder Deutschland sieht es ähnlich aus, auch hier starben 30 Prozent der Population. Die Imker stehen diesem Phänomen hilflos gegenüber und befürchten gar ein Aussterben ihrer Bienenstämme.

Wissenschaftler der Panjab University in Chandigarh, Indien, gehen nach jüngsten Studien davon aus, die Hauptursache für das Bienensterben gefunden zu haben. Mit ihrer Entdeckung wollen sie dem Populationsrückgang Einhalt bieten. Ihre Theorie ist, dass die Strahlung von Mobiltelefonen den Navigationssinn der Honig produzierenden Insekten empfindlich stört. „Die immense Zunahme von elektronischen Geräten hat zu einer erheblichen Zunahme des Elektrosmogs in der Umwelt geführt. Das Verhalten der Honigbienen und deren Biologie reagiert sehr empfindlich auf Elektrosmog, da der Orientierungssinn der Honigbiene auf elektromagnetischer Strahlung beruht“, schreiben die Autoren Ved Prakash Sharma und Neelima Kumar in der Fachzeitschrift „Current Science“.

Die Wissenschaftler arbeiteten mit vier Bienenstöcken, in denen die Honigbienen Apis mellifera L untersucht wurden. Bei zweien wurden an der Seite jeweils zwei GSM-Handys (Global System for Mobile Communication), die bei einer Frequenz von 900 MHz arbeiten, platziert. Diese wurden dann zweimal täglich für fünfzehn Minuten miteinander verbunden und ansonsten auf „Stand-by“ eingerichtet. Bei einem dritten Bienenstock installierten sie lediglich Dummys, ein vierter Bienenstock war ohne Mobiltelefone oder Dummys. Das Experiment wurde für 90 Tage durchgeführt.

Nach diesen drei Monaten verzeichneten die indischen Forscher eine deutliche Verkleinerung des Bienenvolkes in den Stöcken, die von den zwei Mobiltelefonen umgeben waren. Hier war die Honigproduktion komplett zum Erliegen gekommen. Die Königin legte erheblich weniger Eier. Fand man in den Vergleichsbienenstöcken im Schnitt täglich etwa 376 Eier, so legten die Königinnen in den Bienenstöcken mit Mobiltelefonstrahlung nur durchschnittlich 145 Eier.

Die Forscher beobachteten weiterhin, dass die Arbeiterinnen desorientiert im Bienenstock herumirrten und nachdem sie den Bienenstock verlassen hatten, um Pollen zu sammeln, immer seltener zum Bienenstock zurückkehrten. Am Ende des Experiments gab es in diesen Bienenstöcken weder Pollen noch Honig.


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