zuletzt aktualisiert vor

Testcenter überlastet Dänemark ist Hochrisikogebiet: Was Urlauber und Pendler jetzt wissen müssen

Von Jan-Malte Wortmann, Katharina Preuth

Dänemark ist Hochrisikogebiet. Die meisten Einschränkungen für Urlauber gelten aber sobald das Land zu einem Virusvariantengebiet erklärt werden würde.Dänemark ist Hochrisikogebiet. Die meisten Einschränkungen für Urlauber gelten aber sobald das Land zu einem Virusvariantengebiet erklärt werden würde.
dpa/Bernadette Olderdissen

Kopenhagen/Berlin. Seit dem 19. Dezember gilt Dänemark als Hochrisikogebiet – droht bald die Einstufung als Virusvariantengebiet? Was Reisende und Pendler beachten müssen.

In Dänemark sind in den letzten Wochen die Corona-Zahlen sprunghaft angestiegen. Am Freitag erreichte die Zahl der Neuinfektionen einen Rekordwert von rund 12.000. Mehr als ein Fünftel davon habe die Omikron-Variante, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Da sich diese Variante noch schneller als die Delta-Variante verbreitet, kündigte die Regierung Maßnahmen an, die die Aktivitäten der Bevölkerung reduzieren sollen.

Testcenter überlastet

Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Veranstaltungslokaler haben geschlossen und Restaurants nur noch bis 23 Uhr geöffnet. Außerdem soll das Impfen und Testen intensiviert werden. Das Problem:  Die Testcenter in Dänemark sind an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die hohen Ansteckungszahlen hätten dazu geführt, dass eine Rekordzahl von Menschen vor den Weihnachtstagen sicherstellen wolle, dass sie sich nicht mit Corona infiziert haben, sagte Anne-Marie Vangsted, die Direktorin der Testcenter, am Montag der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau. "Die Anzahl der PCR-Tests, die wir pro Tag analysieren können, ist begrenzt."

Fortan können nur noch Menschen einen PCR-Test buchen, die tatsächlich Symptome haben, in Kontakt mit einer infizierten Person kamen oder in einem Schnelltest positiv auf Corona getestet wurden. 

Maskenpflicht 

Seit Ende November gibt es auch wieder eine Maskenpflicht in Dänemark. Sie gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis, Geschäften und Einkaufszentren. Unternehmen und private Kultureinrichtungen können eigene Vorgaben bezüglich des Tragens einer Mund-Nasen-Bedeckung festlegen. Mehr Informationen zu den aktuell geltenden Hygieneregeln finden sich auch auf dieser Webseite der dänischen Behörden.

Einreiseregeln nach Dänemark für Deutsche

Für Einreisende aus Deutschland gelten für Dänemark weiterhin bestimmte Einreisebedingungen. So müssen Geimpfte und Genesene über 16 Jahren einen entsprechenden Nachweis erbringen. Kinder bis einschließlich 15 sind von der Nachweispflicht befreit. Auch Kinder im Alter von 16 oder 17 Jahren, die mit einem geimpften, genesenen oder getesteten Elternteil einreisen, sind von der Testpflicht ausgenommen.

Ungeimpfte müssen einen negativen Testnachweis vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden (PCR) bzw. 48 Stunden (Antigen-Schnelltest) sein darf oder müssen sich innerhalb von 24 Stunden nach der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Testzentren, in denen sich Einreisende auf eigene Kosten testen lassen können, sind in Dänemark an Flughäfen und weiteren Standorten zu finden.

Einwohner Schleswig-Holsteins sind im Rahmen einer Sonderregelung für Bewohner des Grenzlandes von der Testpflicht befreit. Die Kontrollen an den Grenzübergängen werden stichprobenartig durchgeführt. Über die aktuell geltenden Reiseregeln informiert auch das Auswärtige Amt auf seiner Seite.

Für Fragen zum Thema Einreise nach Dänemark hat die dänische Polizei außerdem eine Hotline unter +45 7020 6044 (Mo-Mi 8-16 Uhr, Do 8-15 Uhr, Fr 8-14 Uhr) eingerichtet.

Lesen Sie auch:

Rückkehr aus Dänemark nach Deutschland

Dänemark gilt für das deutsche Auswärtige Amt als Hochrisikogebiet. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss grundsätzlich zehn Tage in Quarantäne. Frühestens nach fünf Tagen kann man sich mit einem negativen Test davon befreien.

Bald Virusvariantengebiet?

Am 28. November, waren die ersten beiden Omikron-Fälle in Dänemark bestätigt worden. Jetzt ist die neue offenbar hochansteckende Variante im Königreich schon für 13 Prozent aller täglichen Covid-19-Ansteckungen verantwortlich. Das heißt, dass das Virus mit atemberaubendem Tempo durch Dänemark fegt. Für Urlauber, die zurückreisen, würde das bedeuten: Zwei Wochen Quarantäne in Deutschland. 

Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in Dänemark hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Nach Experten-Meinung sagt dies jedoch weniger über die Situation in Dänemark als über die Ansteckungsgefahr der Mutation aus. Dänemark testet genauer und Omikron hat sich hier früher ausgebreitet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN