Damit es summt und brummt So werden Gärten und Terrassen zu Refugien für Insekten

Hornissenschwebfliege auf der Blüte einer Kugeldistel (Echinops). Vielfalt im Garten deckt den Tisch für Insekten. Foto: Julia KuhlmannHornissenschwebfliege auf der Blüte einer Kugeldistel (Echinops). Vielfalt im Garten deckt den Tisch für Insekten. Foto: Julia Kuhlmann
Julia Kuhlmann

Osnabrück. Gute Nachricht: Die Nachfrage nach insektenfreundlichen Pflanzen ist gestiegen. Überall werden Gärten, Balkone und Terrassen in Refugien für Pollensammler verwandelt. Auch an den Rändern von Straßen, auf Verkehrsinseln sowie auf Grün- und Brachflächen blüht es auf.

Dass viele Gärten und andere Flächen wieder bunter und artenreicher werden, ist eine gute Entwicklung, denn das natürliche Nahrungsangebot für Insekten wird indes kleiner. Als Blütenbestäuber sind Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten aber nun mal unersetzlich.

Echinacea in naturnaher Pflanzung Foto: Julia Kuhlmann


So viel gehört gar nicht dazu, selbst auch den Tisch für Insekten zu decken. Wesentlich ist dabei der Verzicht auf chemische und organische Mittel zur Bekämpfung von Unkraut und Schädlingen. Arten- und strukturreiche Blühwiesen sind ein Eldorado für Insekten. Wer nicht den ganzen Rasen zugunsten einer Blühwiese aufgeben möchte, leistet auch schon mit Inseln oder Streifen am Grundstücksrand ein gutes Werk.

Besuch auf der Blüte einer Eselsdistel Foto: Julia Kuhlmann


Dasselbe gilt für Ecken, in denen der Garten etwas wilder sein darf. Laub, das über den Winter an gewissen Stellen liegen bleiben darf, schafft Schmetterlingspuppen ein Quartier zur Überwinterung. Totholz bietet Bienen und Käfern einen Ort für die Fortpflanzung. Obstbäume mit verschiedenen Blütezeiten gewähren besonders Hummeln, Mauer- und Sandbienen Nektar über einen langen Zeitraum.

Diese Pflanzen sind insektenfreundlich - eine Auswahl

Agastachen, Tagetes, Schafgarbe, Bärlauch, Akelei, Astern, Prachtspiere, Große Sterndolde, Glockenblumen, Nachtkerze, Flockenblumen, Silberkerze, Lerchensporn, Fingerhut, Diptam, Sonnenhüte, Kugeldistel, Weidenröschen, Narzissen, Winterlinge, Stinkende Nieswurz, Lungenkraut, Dreimasterblume, Schneeglöckchen, Eselsdistel, Schachbrettblume, Mannstreu, Purpurdost, Sonnenbraut, Nachtviole, Johanniskraut, Ysop, Monarde, Fetthenne, Skabiose, Lavendel, Margeriten, Dost, einfach blühende Pfingstrose, Phlox, Rose mit offenen Blüten, Schlüsselblume, Kissen-Primel, Amaranth, Ringelblume, Steppensalbei, Muskateller-Salbei, Purpur-Wiesenknopf, Skabiose, Goldrute, Ziest, Beinwell, Gamander, Königskerze, Ehrenpreis, Blaukissen, Thyminan, Rittersporn, Spornblume, Herbstzeitlose, Wolfsmilch, Storchschnabel, Prachtscharte, Mal-ve, Schlangen-Knöterich, Kuhschelle, Polster-Seifenkraut, Mauerpfeffer, Katzenminze, Hauswurz, Patagonisches Eisenkraut, Immergrün, Duft-Veilchen, Busch-Windröschen, Färberkamille, Bergenie, Bartblume, Stauden-Lein, Gämswurz, Christrose, Strandflieder, Mohn, Jakobsleiter, Phacelia, Rainfarn.


Zum Schutz bodenbewohnender Insekten sollte man die Versiegelung des Bodens (Pflaster, Kies- und Schotterdecken mit Vlies) möglichst reduzieren. Wege können auch mit großzügigen Pflasterfugen oder mit Gitterpflaster befestigt werden. Totholz und Haufen an Ästen sowie Trockenmauern bieten Insekten Lebensraum. Insekten benötigen Wasser. Ist keine natürliche Wasserquelle vorhanden, ist eine flache Schale mit Wasser hilfreich. Man sollte sie mit einer kleinen Landestelle versehen, einem Stein zum Beispiel. Vögel profitieren von diesen Wasserstellen ebenfalls.

Der Schmetterlingsflieder macht seinem Namen alle Ehre. Foto: Claudia Sarrazin


Dach- und Fassadenbegrünungen schenken Wildbienen, Hummeln, Käfern, Schwebfliegen, Ameisen und Schmetterlingen, und Zikaden Lebensräume.

Mit Insektenhotels aus natürlichen Materialien kann man solche Bedingungen auch nachstellen. Aus unbehandelten Materialien können sie leicht selbst gebaut werden. Bauanleitungen gibt es im Internet (zum Beispiel: www.nabu.de).

Pfirsichblättrige Glockenblumen sind ausbreitungsfreudige Wildgartenpflanzen und werden gerne von Insekten besucht. Foto: Julia Kuhlmann


Einen wesentlichen Beitrag zum Insektenschutz leisten Frühblüher, insektenfreundliche Stauden und heimische Gehölze . Auch ungefüllte Rosen sind wertvolle Lieferanten für Pollen und Nektar.

Heimische Gehölze gut für Insekten

Schlehe, Schneeball, Berberitze, Pfaffenhütchen, Sanddorn, Hartriegel, Vogelkirsche, Hasel, Weißdorn, Zitterpappel, Stieleiche, Rotbuche, Weide, Bergahorn, Feld-Ahorn, Winterlinde


Quelle: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

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